"Der PC läuft auf Standardtakt, dafür ist mein Android-Tablet übertaktet. Man muss einfach mit der Zeit gehen." « that

In Your Face Friday - B****es hate Sexism

karlstiefel 16.11.2012 6624 44
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Frauen in männlich dominierten Bereichen unserer Gesellschaft haben es oft schwer. "Zockerweibchen" sind hier keine Ausnahme. Wo Anonymität und Macho-Verhalten aufeinandertreffen, helfen keine Frauenquoten mehr. Wie geht es also weiblichen Spielern in einer Industrie, die auf Männer ausgerichtet ist?

E3, das heißt Spiele, Ankündigungen und Booth-Babes. Die Zielgruppe zahlreicher Entwickler und Publisher ist klar: Männer. Um genau zu sein solche Männer, die sich von einer schönen Frau für ein Spiel begeistern lassen. Dann wird auch mal ein Hitman-Trailer veröffentlicht, in dem Killer-Nonnen in Latex-Strapsen von Agent 47 möglichst brutal getötet werden.
Und wenn sich mal jemand mit dem Thema kritisch befassen möchte, gibt es gleich ein Gebashe sondergleichen.

Wie primitiv und dumm das im Alltag aussieht, kann man auf Fat, Ugly or Slutty verfolgen. Die Anonymität des Internets in Kombination mit einem entsprechenden Publikum führt immer wieder zu traurigen Beispielen des Mobbings in Spielen. Wenn da nicht die Mutter des Gegenspielers g*****t wird, sondern sich heraus stellt, dass es sich um eine Gegenspielerin handelt, wird halt diese g*****t.
Das hat nichts mehr "mit trollen zu tun", das ist ein reines Hooligan-Verhalten.

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Wtf, IO Interactive?


Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich mich zu einer solchen Community - die gesammelt nun mal als “Gamer” gehandhabt wird - zugehörig fühlen möchte. In den letzten Jahren hatte ich immer wieder das Gefühl, dass Spiele langsam “erwachsen” werden. Da gab es wahre Kunstwerke wie Portal oder Titel mit starken Geschichten, die emotionale Bindungen aufbauten - ich denke da an Heavy Rain. Sogar etwas derbere Games wie The Witcher 2, die auch mal Sex thematisierten zeigten, wie ein solches Thema halbwegs ernstzunehmend angegangen werden kann. Dann kommt der nächste Call of Duty oder Halo Teil um die Ecke. Den Spielen selber kann man höchstens Effekthascherei vorwerfen aber das ist schließlich ein Teil des Konzepts. Einstürzende Häuser, Aliens, dicke Wummen - das ist der Stoff, aus dem die Shooter-Träume gemacht sind. Was mich wirklich stört, ist die damit stets einhergehende Fangemeinde, die beim Niveau-Limbo stets neue Rekorde aufstellt.

Das Problem hängt mit einem der Grundsätze des Begriffes “Spiel” zusammen. Spiele - in welcher Form auch immer - sind konsequenzverminderte oder sogar konsequenzfreie Handlungen. Wenn ich in einem Shooter jemanden erschieße, ist er nicht wirklich tot. Nicht einmal im Hardcore-Mode von Diablo 3 - wo beim ersten Ableben der Charakter dauerhaft weg ist - droht mir als Spieler wirklich Gefahr. Daran haben wir uns gewöhnt. Und so prügeln wir bildlich gesprochen in den Online-Spielen mit riesigen Wattestäbchen aufeinander ein. Der gegnerische Avatar wird zum Feindbild, an dem wir uns abreagieren können. Wenn es zu Wortgefechten in diesem Zusammenhang kommt, hantieren wir jedoch mit scharfen Klingen. Es ist schwer, Empathie oder Mitgefühl zu zeigen, wenn man gerade auf konsequenzfreien Hass getrimmt ist. Und so schreiben die meist pupertierenden Zocker beleidigende Nachrichten, fluchen im Sprachchat und zeigen sich von ihrer schlechtesten Seite - und kommen damit durch. Da Spiele mittlerweile als ernstzunehmendes Mittel der Sozialisierung angesehen werden können, findet ein solches Verhalten auch Einzug in das echte Leben. Man lernt, asozial zu sein.



Gegen ein bisschen “Trash Talk” ist ja nichts einzuwenden, solange dieser nicht stark beleidigend wird. Die Zockerweibchen in unseren Reihen halten diesen ja auch aus und beim Austeilen stehen sie nicht hinterher. Obwohl Frauen noch tendenziell andere Spiele - meistens das Adventure- und Puzzle-Genre - bevorzugen, schließt sie das aus dem testosterongetriebenen Shooter-Genre ja nicht aus. Im Endeffekt können wir nur zwei Dinge machen und das fängt mit dem eigenen Benehmen an. Ich gehe davon aus, dass sich kein Leser von Overclockers.at wie ein Legastheniker mit Tourette-Syndrom aufführt, daher wäre dieser Punkt erledigt. Dann wäre da noch die soziale Komponente. Man darf Trolle zwar nicht füttern aber wenn jemand, den man mit erträglichem Verhalten gewohnt ist über die Stränge schlägt, sollte man das dem Mitspieler klar machen. Als verantwortungsvoller Gamer passt man auf, was Freunde betrunken oder beim Zocken sagen und schreiben. Und für den Rest wurden die Mute- und Ignore-Knöpfe erfunden. Sollen die Idioten doch ungehört bleiben.
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