"Der PC läuft auf Standardtakt, dafür ist mein Android-Tablet übertaktet. Man muss einfach mit der Zeit gehen." « that

In Your Face Friday - iPhone für einen 13-Jährigen

karlstiefel 08.02.2013 7322 61
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“Wie ich so alt war wie du”, werde ich eines Tages meinen Kindern sagen “hatte ich einen Gameboy und kein Smartphone!” Es stellt sich die Frage, ab wann ein so “mächtiges” Gerät in den richtigen Händen ist. Es ist In Your Erziehungs Friday!

Während ich in meiner Kindheit noch eine Handheld-Konsole hatte, die nur mit der Hilfe von Cartridges spielen konnte - also ein “Single Purpose Device” - schaut das mobile Zocken in Zeiten von 3DS und Smartphones anders aus. Statt Verbindungskabeln nutzt man WiFi, zu den Cartridges gibt es eine Download-Alternative. Chat, Apps, mobiles Internet - jedem Erziehungeberechtigten stellt sich da die Frage, ob dieser digitale Werkzeugkasten in Kinderhände gehört. Denn mit 13 werden die doch gerade eben noch so süßen Kinder zu Jugendlichen mit dem Drang nach Freiheit und Eigenverantwortung. Auch das Verhalten von Erwachsenen wird adaptiert. So greifen viele Mädchen und Jungs in dem Alter erstmals zu Zigaretten, Alkohol oder noch schlimmer zu Smartphones.

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Damals und heute.


Janelle Burley Hofman, Mutter eines 13-Jährigen hat ihrem Sohn zu Weihnachten ein iPhone geschenkt, dem ein Vertrag beigelegt war. Folgende Regeln galten für das Handy-Upgrade:

  1. Das ist mein Telefon. Ich habe es gekauft und ich bezahle dafür. Es wird dir dauerhaft geliehen.
  2. Ich weiß immer dein Passwort.
  3. Wenn es läutet, geh ran - das ist ein Telefon! Sag hallo und sei höflich. Ignoriere keine Anrufe von deinem Vater oder von mir. Keinen Einzigen.
  4. Gib uns dein Handy um 19:30 an Wochentagen und um 21 Uhr an Wochenenden. Das Gerät wird in der Nacht abgeschaltet und jeden Morgen um frühestens 7:30 wieder angeschaltet. Wenn du jemanden nicht am Festnetz anrufen würdest wo deren Eltern rangehen könnten, solltest du wahrscheinlich garnicht erst anrufen.
  5. Das Handy kommt nicht mit in die Schule. Red mit den Leuten statt ihnen zu schreiben. Für Schulausflüge gilt diese Regel mit einer Sondererlaubnis nicht.
  6. Wenn das iPhone ins Klo fällt, am Boden zerschellt oder sich in Luft auflöst musst du es ersetzen oder reparieren lassen. Mäh Rasen, geh babysitten oder spar dir dein Geburtstagsgeld.
  7. Nutz die Technologie nicht um jemanden zu belügen oder zu veralbern. Schreib nichts, was andere absichtlich beleidigt. Auch wenn du damit nicht anfängst - sei ein guter Freund und gerate da nicht zwischen die Fronten.
  8. Schreib nichts, was du jemandem nicht ins Gesicht sagen könntest.
  9. Verschick nichts, was du nicht mit Erwachsenen im Raum versenden würdest.
  10. Keine Pornos. Such nur Sachen im Internet, die du auch uns zeigen würdest. Wenn du Fragen hast, sind dein Vater und ich für dich da.
  11. Schalt es aus oder schalt es auf lautlos in der Öffentlichkeit, dann steck es weg. Das gilt besonders in Restaurants, im Kino oder während du mit jemandem sprichst. Du bist keine unhöfliche Person, lass das Handy das nicht ändern.
  12. Schick und empfange (wenn möglich) keine Bilder von Genitalien. Wenn du fertig bist mit dem Lachen, sei gewarnt - trotz deiner Intelligenz wirst du dazu verführt werden. Es ist immer eine schlechte Idee und es kann dir dein Teenager/College/Erwachsenenleben ruinieren. Das Internet ist riesig und stärker als du. So etwas verschwindet nicht einfach daraus.
  13. Mach nicht eine Fantastiliarden Bilder und Videos. Es ist unnötig, alles zu dokumentieren. Leb deine Erfahrungen - sie werden für immer in deinen Erinnerungen gespeichert.
  14. Lass dein Handy auch mal zu Hause und bereue diese Entscheidung nicht. Es lebt nicht und es ist keine Erweiterung von dir. Lerne, ohne das Gerät zu leben. Sei stärker als die Angst, etwas zu verpassen.
  15. Lad Musik herunter, die nicht jeder deiner Freunde hört. Deine Generation hat den Zugang zu mehr Musik als irgendwer jemals zuvor. Nutz das, erweitere deinen Horizont!
  16. Spiel auch mal was mit Wörtern oder Puzzles.
  17. Bleib achtsam. Sieh die Welt um dich herum. Starr aus dem Fenster, hör den Vögeln zu, geh spazieren oder red mit den Leuten. Geht alles ohne Google.
  18. Du wirst Fehler machen und ich werde dir das Telefon weg nehmen. Dann setzen wir uns hin und reden darüber. Du kriegst es wieder und machst es von da an besser. Wir beide lernen zusammen. Ich bin in deinem Team und wir machen das gemeinsam.
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Janelle Burley Hofman und ihr Sohn Gregory.

Streng, die Frau Hofman. Aber wohl notwendig. Wir sind eine Generation (und eine Community), die mit Technologie aufgewachsen ist. Schnell habe ich mich damals besser mit dem Computer daheim ausgekannt als meine Eltern. Dann kamen Handys, Internet, Smartphones und Tablets. Stets machte sich ein Generationsunterschied bei der Technik bemerkbar. Während meine Eltern noch auf Schreibmaschinen das Tippen lernten, hatte ich bereits eine Computertastatur unter den Fingern. Telefonbücher waren für mich digital und für sie analog. Nachrichten und Briefe gab es in ihrer Welt nur ein Mal am Tag, für mich rund um die Uhr. Nun sind wir die Erwachsenen und haben selber Kinder, die sich für Technik interessieren. Ungleich unseren Eltern haben wir aber die Möglichkeit, das von uns erworbene Wissen was die Nutzung und Etikette von Internet oder Handys angeht weiter zu geben. Natürlich muss jeder die eigenen Fehler machen, um wirklich daraus zu lernen aber um eine gepflegte Medienkultur zu entwickeln müssen wir unsere Erfahrungen den jungen Leuten zur Verfügung stellen.

Selbstverständlich ist das ein schwieriges Thema - jeder hat andere Herangehensweisen an die Kindererziehung. Manche setzen auf Freiheit und Vertrauen, andere eher auf Kontrolle. Bei der Erziehung gibt es nur Einzelfälle. Deshalb wird auch jeder Heranwachsende anders mit Technologie - hier im Beispiel das Smartphone - umgehen. Manche werden darin versinken, andere werden damit lernen und wieder andere lehnen es ab. Wichtig ist bloß, dass wir nicht nur in diesem Bereich sondern generell mit gutem Beispiel vorangehen. Während die, die uns erzogen haben jedoch keine “Technik-Kompetenz” hatten, können wir in dem Bereich mithalten. Irgendwas haben unsere Eltern also doch richtig gemacht.

Bei diesem komplexen Thema ist eure Meinung und Erfahrung gefragt. Habt ihr Kinder? Hatten diese bereits Kontakt mit Computern, Smartphones und/oder Tablets? Was haltet ihr von den Regeln?
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