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In Your Face Friday - Subtitles (Untertitel)

karlstiefel 08.03.2013 1996 3
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Ein Großteil unserer Unterhaltungsmedien kommt aus englischsprachigen Ländern, ganze Comic-Gattungen aus Japan. Um die Grenzen der Sprache zu sprengen ohne alles neu zu vertonen sind Untertitel eine interessante Variante, das Problem zu lösen. Aber warum bei Filmen und Serien stoppen? Das geschriebene Wort hat es einfach drauf!

Lasst uns einen Blick auf das Wort “audiovisuell” werfen. Darunter versteht man Medien, die Bild und Ton kombinieren. Eine schöne Abgrenzung: Bilder für das Auge und Ton für das Gehör. Die Sprache fällt daher definitiv in die zweite Kategorie. Aber … was ist das? Ein geschriebenes Wort? Plötzlich löst sich die Trennung zwischen Ton und Bild, die gerade noch so klare Abgrenzung verschwimmt.
Wir haben es ja an sich gut. Filme in den heimischen Kinos werden neu vertont, nur in seltenen Fällen sind auch tatsächlich Untertitel nötig. Nicht so in den skandinavischen Ländern - dort wird nur in seltenen Fällen eine norwegische/schwedische/finnische Tonspur aufgenommen. Es ist einfacher, den Text in der jeweiligen Sprache im Film einzufügen. Scheinbar hat diese Initiative gegen Lesefaulheit eine positive Wirkung: Im hohen Norden sprechen viele Leute richtig gut Englisch. Schließlich hören sie es ja auch, wenn sie Filme oder Serien schauen.

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Okay, Untertitel sind nicht immer hilfreich.


Interessant wird die Thematik, wenn man sich über den Nutzen der Untertitel Gedanken macht. Viele Filme und Serien sind in ihrer Originalsprache beliebter als die oft leider minderwertig übersetzten oder sogar geschnittenen Lokalisierungen. Das wohl greifendste Beispiel ist hier der Anime Naruto, bei dem es um Ninjakämpfe geht. Während im Original der Gegner getötet wird, spricht man im Deutschen vom “besiegen”. Wer kein Japanisch kann, hätte somit nicht den vollen Zugang zu der hierzulande nachmittagstauglichen Story - wären da nicht die Untertitel. Eine emsige Community mit sprachlicher Begabung sorgte für eine japanische Version der Serie mit deutschen Untertiteln. So kann man die Contentschere umgehen, ohne einen Japanischkurs zu belegen. Es muss aber nicht gleich eine so exotische Fremdsprache sein; um einen ähnlichen Effekt zu sehen, braucht man nur die (oder zumindest eine) Nutzung von Untertiteln bei englischsprachigen Filmen zu betrachten. Zwar kann bei uns der Großteil der Medienkonsumenten grundsätzlich Englisch, dabei handelt es sich jedoch um das brav gelernte Schulenglisch. Wenn nun Personen mit starken Akzenten auftreten oder Fachbegriffe fallen, steht der Zuschauer schnell auf dem Schlauch. Untertitel ermöglichen ein erleichtertes Verständnis in solchen Situationen. Der Zuschauer schenkt der Sprache seine Aufmerksamkeit bis er diese nicht mehr versteht. Statt sich einen Sinn selbst zusammenreimen zu müssen, kann er nun auf eine weitere Informationsebene zugreifen. Das bereits erwähnte Beispiel aus Skandinavien basiert genau auf diesem Prinzip. Indem der Zuseher Inhalte versteht, tritt ein Lerneffekt ein. Der Untertitel arbeitet also daran, sich selbst überflüssig zu machen.

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Die deutsche Version (rechts) wurde geschnitten. Kein Wunder, dass viele Fans lieber das Original schauen.


Gehen wir einen Schritt weiter - nehmen wir das Bild aus der Formel hinaus. Denn auch das gesprochene Wort kann eine Art Untertitel sehr wohl gebrauchen. Oft genug findet man inoffiziell hochgeladene Lieder auf YouTube. Da es kein Video dazu gibt, werden entweder Bilder eingeblendet oder der Text zum Mitsingen. Hier könnte man gleich den Mittelsmann, also das Video, vollkommen streichen. Wäre es nicht ein nettes Extra, wenn der Medienplayer auf Wunsch gleich den Text einblenden könnte? “An sich ja aber es wäre wirklich nur … nett.”, denken sich jetzt sicherlich Viele. Stimmt - der Inhalt eignet sich nicht wirklich für ein in Echtzeit funktionierendes Feature. Aber jetzt stellt euch das Gleiche mit Podcasts und den dazugehörigen Shownotes vor. Während Informationen über den akustischen Kanal an uns übermittelt werden, haben wir den unmittelbaren Zugang zu Quellen und Referenzwissen. Weitere Informationen zu dem gerade gehörten Thema sind nur einen Mausklick weit entfernt.
Ob man das noch als echte “Untertitel” definieren kann? Es ist auf jeden Fall eine geschriebene Zusatzinformation auf einer anderen Ebene als der primäre Reiz des benutzten Mediums.

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Shownotes schön und gut aber wie geil wäre es, wenn man die Infos direkt beim Hören bekommt?
Podcast: Not Safe for Work


Ihr seht - das geschriebene Wort ist eine vielseitige Ergänzung zu mehr als nur einer Medienform. Es wird ein alternativer Informationskanal angeboten, der jedoch auch für einige Konsumenten ablenkend sein kann. Langsame Leser und Puristen können die Schrift ja zum Glück abschalten. Nicht vergessen darf man auch den Nutzen für hörgeschädigte oder gar komplett taube Zuschauer. Jetzt muss ich nur noch rauskriegen, wie ich Untertitel zum In Your Face Friday einrichte ...
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