|
|
Mobilfunk by karlstiefel - 2nd April 2012 12:24 [Handys so groß wie Schiffe] 2 3 4 5 6 » |
Handys, Mobiltelefone, Smartphones - Österreich ist verrückt nach der mobilen Kommunikation. Was früher eine futuristische Vision war, ist längst technische - und insbesondere soziale - Realität geworden. Aber wie kam es dazu, dass wir dieses Stück Technik in unser Leben ließen? Schauen wir uns an, von wo der Mobilfunk kommt, wo er gerade steht und wohin er möglicherweise geht.
Österreicher sind verrückt nach Handys - auf acht Millionen Einwohner kommen zwölf Millionen SIM-Karten. Nehmen wir an, dass auf eine Karte nur ein Mobiltelefon kommt (was sicher nicht der Fall ist) - dann kommen wir auf eine Mobilfunkdichte von 150 Prozent. Es gibt bei uns mehr Handys als Einwohner. Lasst uns einen Blick auf die mobile Kommunikation werfen.Handys so groß wie Schiffe Den Mobilfunk an sich gibt es schon lange. Länger als Handys sogar! Schon um 1930 war ein Anruf bei einem reisenden Freund möglich - allerdings hatte das “Handy” damals die Größe eines Schiffs. Kommuniziert wurde nämlich über militärische Funk-Netze. Wenn man bei einer Marine-Basis anrief, konnte der Funkverkehr auf das Telefon weitergeleitet werden. Die Kosten dafür waren natürlich astronomisch. Später wurden in die Autodächer von Polizeiwagen netzförmige Antennen eingebaut - der Polizeifunk wurde somit nicht mehr über Telefonkästen an Laternen- oder Strom-Masten geführt, sondern konnte aus dem fahrenden Auto erfolgen. Wieder militärisch ging es zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs weiter: Auf dem Schlachtfeld war die Koordination der Streitkräfte mitunter kriegsentscheidend. Auf amerikanischer Seite kamen da die Funkgeräte der Marke Motorola zum Einsatz. Das SCR-536 hatte unter den Soldaten einen Spitznamen: Handie-Talkie. Damit wäre der Ursprung des Wortes “Handy” geklärt. Dieses mobile Funkgerät brauchte keine Kabel, die Infrastruktur hinter der Kommunikation konnte also schwerer vom Feind sabotiert werden. Handlich war das Handie-Talkie jedoch noch lange nicht. Ein ganzer Rucksack mit der Apparatur musste von einem Soldaten getragen werden, das Bedienelement war größer als ein Kopf mitsamt Helm und der Empfang variierte auch abhängig von der aktuellen Position. Nach dem verheerenden Krieg war die Nachfrage nach Mobilfunk eher gebremst.
Mitte des vergangenen Jahrhunderts waren Mobiltelefone primär von militärischem Nutzen.
Pionier Motorola führte in dieser Zeit das Mobile Telephone System, das erste kommerzielle Mobilfunksystem ein. Zielgruppe waren Transportunternehmen, Taxis und andere Firmen, deren Mitarbeiter viel unterwegs waren. Für Besitzer einer mobilen Telefoneinheit wurden 25 Kanäle für die Kommunikation zur Verfügung gestellt. Das heißt, dass zu Beginn (1946) in ganz Nordamerika nur 25 Gespräche gleichzeitig geführt werden konnten. Später wurden weitere Kanäle hinzugefügt, 94 sollten es schlussendlich werden. Anfang der 50er gab es in Deutschland den ersten privat zugänglichen Mobilfunk-Service: das A-Netz. Bis zu 11.000 Kontakte waren in diesem Netz möglich, die allerdings noch alle manuell verbunden werden mussten. Statt eine Nummer zu wählen, kontaktierte man zunächst eine Vermittlungsstelle, der man den gewünschten Teilnehmer nannte. Erst dann wurde eine Leitung zu diesem Gesprächspartner hergestellt. Passierte der Vermittlung ein Missgeschick, war man falsch verbunden. Daher kommt diese Redewendung also.
Um mit dem Autotelefon ein Gespräch führen zu können, musste man stehen bleiben. | |
|
|
|