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NVIDIA GeForce GTX 760

oanszwoa 05.07.2013 11022 7
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Mit der GTX 760 liefert NVIDIA vorerst die letzte Grafikkarte für 2013 ab. Sie tritt offiziell in die Fußstapfen der GTX 660 Ti und deckt mit einem besonders guten Preis/Leistungsverhältnis die Mittelklasse ab. Wir haben uns angesehen, wie sie gegenüber ihren Vorgängern und Mitstreitern abschneidet und wann sich ein Upgrade für euch auszahlt.

NVIDIA GTX 760: Hersteller-Webseite | Geizhals-Preisvergleich

Mission Briefing



Wie wir es bei NVIDIA gewohnt sind, weisen die Topmodelle den größten Stellenwert auf und werden dementsprechend früher vorgestellt, während das Portfolio erst etwas später mit Modellen für die Mittelklasse vervollständigt wird. Diese Vorgehensweise trifft auch bei der aktuellen GTX 700-Serie zu: Nach dem absoluten Topmodell, der GTX Titan (GK110), folgten GTX 780 (abgespeckter GK110) und GTX 770 (aufpolierter GK104) im oberen Mittelfeld. Erst jetzt kommt mit der GTX 760 eine Karte nach, die für unverbindlich empfohlene 240 Euro zu haben ist. Und so sieht sie aus:

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Die GTX 760 im Referenzdesign: Entfernt ähnelt die Kühlerabdeckung der Titan, tatsächlich handelt es sich um den Kühler der früheren GTX 670.

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Spezifikationen

Ähnlich wie auch bei der GTX 770 greift NVIDIA auch bei der GTX 760 auf den bewährten Grafikchip GK104 zurück, den wir bereits von der GTX 670 kennen. Lediglich ein GPC (Graphics Processing Cluster) und somit eine SMX-Einheit musste beim Refresh daran glauben, wodurch nur noch 96 Textureinheiten und 1152 CUDA-Cores übrig geblieben sind. Das verloren gegangene Rechenpotenzial wird dafür mit deutlich erhöhten Taktraten wettgemacht - speziell was den GPU-Boost angeht. Der von NVIDIA garantierte Boost-Clock der GTX 670 liegt bei 980 MHz (unser Exemplar schafft 1084 MHz), während die GTX 760 standardmäßig mit 1032 MHz unterwegs ist. Unser Referenzsample bringt es sogar auf heiße 1124 MHz.

Wie die Vergangenheit gezeigt hat, setzen die Boardpartner speziell in dieser preislich erreichbaren Mittelklasse wieder auf Custom-Varianten mit gebinnten Grafikchips, alternativen PCBs und besserem Kühler. Das sorgt für potente OC-Versionen, die dank GPU Boost 2.0 nun je nach gemessener GPU-Temperatur die Boost-Taktrate nach oben schraubt. Klarerweise muss man hier jedoch mit einem (verschmerzbaren) Aufpreis von 15 bis 20 Euro rechnen. Alternativ bzw. zusätzlich kann natürlich auch mit Gehäuselüftern und einem guten Airflow im Gehäuse eine Steigerung des Boost-Takts erreicht werden.



Testsystem und -methode



Bei unseren Grafikkarten-Tests setzen wir ausschließlich auf die im Alltag tatsächlich erbrachte 3D-Leistung in DirectX 11-Spielen. Um auch wirklich realistische Framezahlen messen zu können, verlassen wir uns nicht auf integrierte (und gerne über den Treiber manipulierte) Benchmarks, sondern führen die Messung in einem von uns ausgesuchten Abschnitt des Spiels mittels Fraps durch. Unser Testsystem basiert auf Intels Ivy Bridge mit einer stark übertakteten CPU, womit wir eine Limitierung durch fehlende Rechenpower weitestgehend vermeiden wollen.

Das Testsystem:
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Weiter geht's mit den heiß ersehnten Spiele-Benchmarks!

Spiele-Benchmarks



Metro 2033

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Far Cry 3

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Max Payne 3

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Wie man sehr gut sehen kann, schlägt sich die GTX 760 durch ihren hohen Boost-Takt sehr wacker. Speziell bei höherem Antialiasing rückt sie verdächtig nahe an die GTX 680 heran. Leider ist auch der Abstand zur GTX 660 Ti nicht immer signifikant, in Far Cry 3 bei Full-HD-Auflösung und vierfachem Antialising lässt sich gar kein Leistungsunterschied zwischen den beiden Grafikkarten messen.

Upgrade sinnvoll?



In unseren Tests lassen wir auch immer einige Vorgänger und Konkurrenten mitspielen, um zumindest einen groben Referenzpunkt für einen Vergleich mit dem eigenen System zu schaffen. Durch die große Auswahl an Grafikkarten im Handel kann die Frage nach einem sinnvollen Upgrade allerdings oftmals nicht so leicht beantwortet werden. Deshalb wollen wir mit folgender Tabelle eine kleine Orientierung geben, ob sich die Anschaffung einer neuen GTX-Grafikkarte lohnt:

Upgrade-Optionen für neue GTX-Grafikkarten
Ein Überblick der sinnvollen Upgrade-Optionen für die GTX 760, GTX 770, GTX 780 und die Titan


Abwärme, Lautstärke und Leistungsaufnahme



Unser Testmodell entspricht dem Referenzsample von NVIDIA, das gleichzeitig auch die aktuell günstigste Variante im Handel ist. Das hat auch seine Gründe, denn was beim ersten Anblick wie die Vapor-Chamber-Kühlung der größeren Brüder aussieht, entpuppt sich nach genauer Inspektion als Schmäh. Die Außenhülle des Kühlers besteht nämlich ausschließlich aus Plastik und sieht nur ähnlich aus. Unter der Haube steckt derselbe Kühler, den auch schon die GTX 670 in ihrer Referenzversion erhalten hat. Unsere Tests bestätigt das: Mit den 2D-Taktraten im Windows verhält sich die Karte zwar noch unauffällig, doch unter Last sieht es dann ganz anders aus. Sowohl die Rückseite der Platine als auch der über die Slotblende austretende Luftstrom werden ungemütlich warm. Immerhin konnten wir im Gegensatz zu unserer Kollegen von Computerbase und Anandtech kein Throtteln der GPU unter Vollast feststellen.

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Enttäuschender Referenzkühler: Technisch besteht kein Unterschied zum Kühler der GTX 670


Auch die Geräuschentwicklung - vor allem unter Last - hat uns nicht sonderlich begeistert. Während die Lautstärke selbst nicht das Hauptproblem darstellt, ist uns eher das unangenehm ratternde Lüftergeräusch negativ aufgefallen. Deshalb können wir an dieser Stelle nur dazu raten, ein paar Euro mehr zu investieren und zu einem der zahlreichen Modelle mit alternativer Kühllösung zu greifen.

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Alternative Modelle bevorzugt: Gigabyte GTX 760 OC WindForce ()


Deutlich positiver hingegen dürfen wir die Leistungsaufnahme beurteilen. Im Vergleich zur GTX 670 zeigt sie durch die Bank bessere Werte, was wohl hautpsächlcih dem deaktivierten Cluster zuzuschreiben ist. Ein Blick zur Konkurrenz bestätigt die gute Energieeffizenz der GTX 760: Die HD 7950 Boost ist lange nicht so sparsam und zieht als Gesamtsystem rund sieben Prozent mehr Leistung aus der Steckdose. Folgendes Diagramm verrät mehr:

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Die Leistungsaufnahme der GTX 760 im Vergleich zu ihren Brüdern und Konkurrenten


Fazit



Auch mit der GTX 760 setzt uns NVIDIA nur ein umgetauftes Produkt vor die Nase. Was hinter diesem Rebranding steckt, können wir zwar nur vermuten, sehr wahrscheinlich wird aber eine typische Resteverwertung sein, wo teilweise beschädigte GPCs deaktiviert werden mussten und im Gegenzug dafür eine höhere Taktrate zum Einsatz kommt. Diese Kombination sorgt für beachtliche Frameraten zu einem überaus fairen Preis und bringt frischen Wind in die Mittelklasse. Die GTX 760 bleibt zwar in den meisten Benchmarks im Schnitt ganz knapp hinter einer GTX 670, die jedoch deutlich teuer ist und gemeinsam mit GTX 680 und 660 Ti sowieso über kurz oder lang aus den Regalen verschwinden soll.

Die HD 7950 Boost kann als direkter Konkurrent preislich so gut wie gar nicht mithalten. Obwohl sie von der Performance her gleichauf liegt, ist sie je nach Modell doch 10 bis 20 Prozent teurer. Hier kann sich AMD nur noch mit einer Preisanpassung retten. Sehen wir uns dann noch den Unterschied in der Leistungsaufname an, spricht eigentlich alles für die GTX 760. Da der Referenzkühler nicht zu den Besten seiner Klasse zählt, raten wir hier erneut, zu einem alternativen Modell von Zotac, ASUS, Gigabyte und Konsorten zu greifen.

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Alternativen bevorzugt: Hier die Zotac AMP! und die ASUS DirectCU II


Der Einstieg in die durchaus attraktive Mittelklasse beginnt laut Geizhals derzeit bei rund 235 Euro für das Referenzdesign. Für Modelle mit attraktiverer Kühllösung fällt derzeit ein Aufpreis von 15 bis 20 Euro an.
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