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Scythe Mugen 2 - Schrauben statt Schnellverschluß

Smut 13.03.2009 44907 23
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Die Feinde der Push-Pins können aufatmen: Scythes Mugen 2 wird geschraubt! Leider ist das neue Montagesystem nicht besonders praktisch, aber darüber trösten der Preis und die hervorragende Leistung des Kühlers.

Geizhals.at | Herstellerseite

Lieferumfang & Montage


Eckdaten
Größe und Gewicht ohne Lüfter
  • Geeignete Sockel: Intel Socket LGA 1366, 775, 478; AMD AM3, AM2(+), 754, 939, 940
  • Höhe: 158 mm
  • Breite: 130 mm
  • Tiefe: 100 mm
  • Gewicht: 870 g
  • Material: Aluminium und Kupfer

Lieferumfang
  • Kühlkörper Mugen 2
  • Multi-Sockel-Backplate
  • Montagesatz Intel LGA
  • Montagesatz AMD
  • 4 Lüfter-Halteklammern
  • 4-Pin-Lüfter Scythe Slip Stream, 120 mm mit 1.300 U/min
  • No-Name-Wärmeleitpaste



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Neben dem neuen Mugen-Kühlkörper gibt es zwei deutliche Unterschiede zum früheren Modell: Der Slip-Stream-Lüfter arbeitet mit PWM und der Montagesatz ist neu. Die Grundlage bildet eine Multi-Sockel-Backplate, die nicht nur zu den altbekannten AMD- und Intel-Sockeln passt, sondern auch zu Intels LGA1366. Der Kühlkörper selbst ist nicht mehr quadratisch sondern rechteckig und leichter als der alte Mugen. Die Anzahl der u-förmigen Heatpipes ist gleich geblieben und der Lamellenabstand hat sich leicht verringert.
Erstmals verwendet Scythe Schrauben und eine Multi-Sockel-Backplate. Für Intel-Benutzer heißt das Abschied nehmen von den teils ungeliebten Push-Pins! Leider geht das zumeist damit einher, dass man das Mainboard ausbauen muss, um den Kühler einzubauen - bei manchen Gehäusen gibt es einen Ausschnitt, um die Backplate zu montieren. Das gleiche gilt auch bei AMD, wo die Scythe-Kühler bisher in wenigen Sekunden mit Spangen am Retention-Modul des Mainboards befestigt werden konnten. Die Schraub-Variante ist dafür stabiler und erzeugt mehr Anpressdruck. Die Montage an sich ist etwas eigenwillig, da die Multi-Sockel-Backplate, zu jedem Sockel und Mainboard kompatibel sein soll, wie der Name schon andeutet. So wird der Kühlkörper von der Rückseite aus angeschraubt, wodurch das Mainboard aber nicht mehr flach liegen kann, etwa auf einer Schaumstoffunterlage. Bei LGA1366 muss man außerdem zuerst die CPU-Halterung abmontieren, um sie anschließend mit Scythes Backplate zu verschrauben.



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Multiple Airflow Pass-Through Structure: Mehrteilige Lamellen

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Der Kühlkörper wird rückseitig verschraubt - ein kleines Kunststück!

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Ein weiteres Supertalent-DIMM würde bereits am Lüfter anstehen



Testergebnisse


Testsystem
  • Core 2 Quad Q6600 G0 @ 3,2 GHz @ 1,32 V-Core
  • ASUS Maximus II Formula R.o.G.
  • 2048 MB RAM, DDR2-800
  • Sapphire Radeon HD 3850 Ultimate, passiv
  • Enermax MODU82+ 425W
  • 2,5"-HDD
  • Gehäuse Gigabyte Poseidon 310
  • 2 x 120-mm-Lüfter, 1.200 U/min


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"Guten Tag, bitte nehmen Sie Platz!"

Getestet wird in einem Gigabyte Poseidon 310 mit einem blasenden 120-mm-Lüfter an der Vorderseite und einem saugenden 120-mm-Lüfter an der Rückseite. Bei der Wahl der Komponenten wurde besonderer Wert auf den leisen Betrieb gelegt, um ungestört Lüfter und Luftstromgeräusche aufzeichnen zu können. Damit deutliche Temperaturunterschiede zwischen den Testkandidaten entstehen können, verwenden wir eine CPU mit sehr hoher Abwärmeleistung. Intels Quadcore Q6600 im G0-Stepping ist dafür wie prädestiniert. Wir wären natürlich nicht overclockers.at, wenn die CPU mit Standardtakt laufen würde. Die gewählten 3,2 GHz pro Core sind zwar bei weitem nicht das Ende der Fahnenstange, bieten dafür aber Spielraum um Passivtests durchführen zu können. Um faire Testbedingungen zu garantieren, tragen wir vor jedem Test die gleiche Wärmeleitpaste, nämlich Noctuas NT-H1, auf. Die gesamte Leistungsaufnahme wollen wir natürlich auch nicht verschweigen: im Leerlauf 88, unter CPU-Last 190 und bei 3D-Anwendungen 161 Watt, wobei der letzte Wert für diese Tests irrelevant ist.

Die typische Verlustleistung unter Last simuliert Prime95 Small FFT und dient zugleich als Stabilitätstest. Die Temperaturen der vier Cores werden nach etwa 15 Minuten Aufwärmzeit mit CoreTemp ausgelesen, da die meisten Kühlkörper nach dieser Zeit ihre Höchsttemperatur erreicht haben. Sollte sich danach eine weiter steigende Tendenz abzeichnen, wird sie entsprechend dokumentiert. Zur übersichtlicheren Darstellung der Ergebnisse verwenden wir das arithmetische Mittel der vier Kerne.

Um einen Vergleich mit herkömmlichen Lüftern zu ermöglichen, werden die PWM-Lüfter auf rund 1.300 beziehungsweise 800 U/min reduziert.



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Die neue Nummer 1 im ersten Testdurchlauf

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Bei veringerter Lüfterdrehzahl zeigt der Mugen 2, was in ihm steckt

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Auch im Semipassiv-Test kommt ihm die Nähe zum Gehäuselüfter zugute

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Ohne Gehäusebelüftung findet sich Scythes Mugen 2 "nur" noch im Mittelfeld

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Scythe Mugen 2 mit 800 U/min und 1.300 U/min



Weitere Hörproben

Fazit


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Der Mugen 2 zählt zu den besten Kühlern, die wir bisher getestet haben und rutscht nur bei den Tests ohne Gehäusebelüftung ins Mittelfeld. Der beigelegte PWM-Lüfter schafft zwar höchstens mit 1.300 U/min, ist dadurch aber nie unangenehm laut und kühlt die CPU je nach Bedarf.

Das neue Montagesystem passt zwar zu praktisch allen Sockeln, so richtig glücklich sind wir damit aber nicht: Einerseits ist die Backplate sehr groß, andererseits das rückwärtige Verschrauben des Kühlkörpers eine Herausforderung. Der große Kühlkörper kann auch Probleme verursachen, wenn er RAM-Slots verdeckt, so wie das bei uns der Fall ist. Mehr dazu findet ihr in der noch überschaubaren Liste kompatibler Mainboards.

Wen die üppigen Maße und die eigenwillige Montage nicht stören, dem bietet der Mugen 2 das wahrscheinlich beste Verhältnis von Preis und Leistung am Kühlermarkt - einem Markt, auf dem sich die Konkurrenz nur so drängt.

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