Mit dem heutigen Tag ist der Kampf um den Grafikkartenthron für dieses Jahr offiziell zu Ende und während sich NVIDIA noch überraschend stark positioniert hat, kann AMD mit ihren neuen Topmodellen nicht die Show stehlen. Die HD 6900-Serie ist stark im Rennen, aber dennoch nicht das, was sich viele von euch erwartet haben.
Die Gerüchteküche brodelte rund um AMDs Cayman-Grafikkarten und dementsprechend hoch waren die Erwartungen. Während die HD 6950 früh als Preis/Leistungswunder "in its own class" gehandelt wurde, war lange nicht klar, welche Performance die HD 6970 an den Tag legen würde. Nachdem Cypress im Vergleich zur ersten Fermi-Generation wirklich gute "Karten" hatte, kann man es auch niemandem übel nehmen, dass für den optimierten Nachfolger noch ein weit größerer Erfolg angedacht wird. Und es wäre auch garantiert ein Erdrutschsieg geworden, wäre da nicht der überraschende Launch von NVIDIAs GTX 580 dazwischengekommen. Doch auch damit hätte nichts verloren sein müssen, denn AMD spielt ja seit der HD 2900 XT nicht mehr im Highest-End-Bereich mit, wenn es um Single-GPU-Grafikkarten geht. Den wirklichen Strich durch die Rechnung macht deshalb eigentlich erst die GTX 570, die mit verbesserter Effizienz, sehr guter Performance und einem schnellen Release aufwarten kann. Gegen genau diese Grafikkarte muss die lang erwartete HD 6970 nun antreten.
Die HD 6950 und HD 6970 müssen sich mittlerweile der zweiten Fermi-Generation stellen
Technisch baut die Cayman-Architektur auf dem Vorgänger Cypress (zB HD 5870) auf. Die größte Änderung wurde am Design der Shader durchgeführt. Statt den allgemeineren 5D-Shadern, bringen die neuen Topmodellen nun die VLIW4-Shader mit sich. Die neuen ALUs sind alle identisch und kümmern sich gemeinsam um gestellte Rechenaufgaben. Das soll für aktuellere Spiele im Durchschnitt für eine effizientere Auslastung sorgen, um gleichzeitig 10% an Transistoren einsparen zu können.
Die 5D-Shader sind Geschichte - 4 gleiche ALUs bringen mittlerweile mehr Effizienz.
Neu im Programm ist ebenfalls die Dual Graphics Engine. Sie verdoppelt große Teile der Fixed Function-Pipeline der GPU und wartet mit jeweils zwei Load-balancierten Vertex- und Geometry-Assemblern, Tessellation Units, Z-Einheiten und Rasterizern auf. Deshalb kann Cayman nun auch zwei Primitives pro Taktzyklus berechnen und damit bis zu doppelt soviel Geometry rendern, falls die Shader diese schnell genug verarbeiten können.
AMDs neue Dual Graphics Engine könnte doppelt soviel Geometrie rendern.
Als weitere Neuerung zählt "Enhanced Quality Antialiasing", oder kurz EQAA. Es soll die Bildqualität der bisherigen Antialising-Modi verbessern, ohne zusätzlich Speicher zu verbrauchen. Im Prinzip stellt es das Pendant zu NVIDIAs CSAA dar. Normalerweise bestehen derlei Spielereien zu 90% aus Marketing und nur zu 10% aus technischer Implementierung und sind in der Praxis kaum relevant. In diesem Fall scheint AMD im Vergleich zum standardmäßigen Multisampling eine gute Alternative für höhere bzw. zu hohe Modi gefunden zu haben. Die Kollegen von computerbase.de sind speziell von der Einstellung 4xEQAA begeistert, womit die Bildqualität von 4xMSAA sichtbar gesteigert werden kann, ohne mit starken Performance-Einbussen rechnen zu müssen.
EQAA - tatsächlich eine gelungene Alternative für eine verbesserte Bildqualität bei Multisampling-Antialiasing
Die Theorie weiß zu begeistern, aber die Zahlen holen uns schnell auf den Boden zurück. Schauen wir uns zuerst noch kurz die Spezifikationen an und gehen dann die Grafikkarten einzeln durch:
Die Spezikationen der umliegenden Probanden (Bildquelle: computerbase.de)
Die HD 6970 hat es schwer gegen die GTX 570 anzukommen und ist im Großen und Ganzen als ebenbürtig zu sehen. Während das Pendant von NVIDIA (noch immer) mit schönerem AF ausgestattet ist, kann die neue AMD-Grafikkarte sich mithilfe des 2 GB großen GDDR5-Speichers bei Auflösungen über 1900x.... durchsetzen. Die früheren Performance/Watt-Vorteile sind allerdings mit der neuen Shader-Architektur Geschichte, weshalb die Leistungsaufnahme mittlerweile auf dem selben Niveau wie beim Konkurrenzprodukt ist. Temperatur und Lautstärke verhalten sich unauffällig im Bereich von High-End-Grafikkarten. Bei Last bleibt die HD 6970unter 80 °C, während der Lüfter hörbar, aber nur bei fehlenden Umgebungsgeräuschen störend ist.
Dirt 2 (DX11): HD 6970 und GTX 570 sind nicht selten gleichauf!
Unigine Heaven 2 (DX11): Die verbesserte Tessellation-Performance macht sich hier bezahlt
Preislich liegen die beiden Kontrahenten hierzulande derzeit bei 330 Euro aufwärts. Wer seine Entscheidung zwischen HD 6970 und GTX 570 also nicht aufgrund der Vor- bzw. Nachteile des jeweilige Produkts treffen kann, der darf dieses eine Mal tatsächlich die Sympathie das Ruder übernehmen lassen. This time!
Der kleinere Bruder, die HD 6950, ist derzeit ohne Frage noch konkurrenzlos. Eine gesamt gesehen leicht bessere Performance als eine GTX 470 oder HD 5870 paaren sich mit einem geringeren Stromverbrauch. Besonders bei aktuelleren Games und höheren Auflösungen weiß sie dank ihrem 2 GB großen Grafikspeicher zu überzeugen und bringt für ihre 260 Euro aufwärts eine mehr als akzeptable Leistung aufs Parkett. Ihr Gegenspieler wird die GTX 560, die Gerüchten zufolge allerdings erst am 20. Jänner ihren Auftritt haben soll. Bis dahin ist der Weg (und damit das Weihnachtsgeschäft) der HD 6950 noch unbeschwert.
Just Cause 2 (DX10): Die HD 6950 hat noch keinen Gegenspieler in ihrer Preisklasse
Bevor wir zu unserem Lieblingsthema kommen, wollen wir noch zwei Sätze zum Stichwort PowerTune verlieren. Damit bezeichnet AMD ein neues Feature, das per Catalyst die maximale TDP von Cayman von -20% bis +20% regeln lässt. Damit können die neuen Topmodelle entweder auf zusätzliche Leistung optimiert werden, oder für geringere Leistungsaufnahme bzw. Abwärme. Überraschend ist dabei, dass die Kollegen von hardwarechanucks.comkeine drastisch abfallende Leistung dadurch messen konnten. Für ungefähr 2-3 Frames/Sekunde kann so bis zu 30 Watt gespart werden.
Per PowerTune lässt sich im CCC die TDP der neuen Grafikkarten ändern.
In Sachen Overclocking brauchen sich beide Neuankömmlinge nicht verstecken. Das Catalyst Control Center limitiert zwar (besonders bei der HD 6950) die Taktrate der GPU, doch kann auch damit noch eine ordentliche Portion an Frames herausgeholt werden. Die Kollegen von Guru3D.com scheinen den Afterburner zu verwenden und kommen bei der HD 6950 auf 873/5312 MHz, während die HD 6970 sogar heiße 950/6192 MHz erreicht. Damit ist die berühmte 1000-MHz-Grenze nicht mehr fern.
Ein für die experimentierfreudigen unter uns garantiert praktisches Feature ist der Dual BIOS-Switch. Er gibt die rettende Möglichkeit auf ein geschütztes, standardmäßiges Grafikkarten-BIOS umzuschalten. Wie man ein kaputtes BIOS über das abgesicherte zurückflashen kann, ließ sich bis dato nicht herausfinden. Abgesehen davon, dass sicherlich bald ein How-To irgendwo auftauchen wird, ist man zukünftig in jedem Fall mit einer funktionierenden Grafikkarte unterwegs.
Dual BIOS-Switch: BIOS-Flashen erfordert in Zukunft deutlich weniger Eier
Wir haben heute eine Menge Reviews für euch durchgeackert und alle lassen AMDs neuste Grafikkarten mit gutem Eindruck zurück. Das Problem ist nur, dass sowohl die HD 6970, als auch die HD 6950zu spät auf den Markt kommen. Hätten sie sich vor einem halben Jahr nur mit der ersten Fermi-Generation anlegen müssen, dann wäre AMD der große Sieger des Jahres.
Das gilt normalerweise nur für die ersten Chargen der Grafikkarten, danach werden sie wieder teurer. Wer also eine kaufen möchte, kommt jetzt günstiger davon.
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15th December 2010 15:55
Joe_the_tulip
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Wer an seine HD 6970 unmittelbar nach dem Kauf schon herumbasteln möchte, findet bei VR-Zone gleich die ersten Voltmods. ACHTUNG, die Voltmods sind noch im experimentellen Status!
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den dual bios switch finde ich recht praktisch. wurde eh zeit, dass es so etwas auch bei grakas gibt, auf motherboards sind 2 biose eh schon oft gang und gebe.
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quote:
Originally posted by Turrican den dual bios switch finde ich recht praktisch. wurde eh zeit, dass es so etwas auch bei grakas gibt, auf motherboards sind 2 biose eh schon oft gang und gebe.
in meisten fällen aber wieder verschwunden oder nur mehr bei High End Modellen zu finden
Glück bedeutet einen anständigen Martini, ein anständiges Essen, eine anständige Zigarre und eine anständige Frau ... oder eine unanständige Frau - je nachdem, wie viel Glück man verkraften kann.(Richard Burns)
ich liebe das dual bios auf meinem asus deluxe. ich verwend das regelmäßig um entweder 4mhz etc für games zu fahren oder minimum effort für desktop (wolfsdale demn. quad).
das bringt halt vielleicht 50 watt oder so wenn ich die cpu ganz runter dreh.
aber bei einer grafikkarte wär das schon was anderes könnt ich mir vorstellen... nur hab ich mit der gtx 280 halt nicht viel meter von wegen bios umflashen im alltag!
insofern find ich das sehr verlockend und eigentlich kaufenswerter, obwohl mir ja die 570 ziemlich taugen täte.
der effektive switch zwischen desktop und game is für mich ein killerkriterium!
Last edited by phiver on 15th December 2010 at 22:33
Glück bedeutet einen anständigen Martini, ein anständiges Essen, eine anständige Zigarre und eine anständige Frau ... oder eine unanständige Frau - je nachdem, wie viel Glück man verkraften kann.(Richard Burns)
aber wenn das der grund war für die verzögerung des launches, weil 100 chinesen mit nagelfeilen an 1000de karten ran mussten, dann.... :rofl:
ist bei meiner karte auch so
hier ein erstes ergebnis - schaut gar nicht so schlecht aus.
das uebliche problem bei den amd karten hat auch meine sapphire 6970: im ccc unter ati overdrive sind die clock speeds wieder mal limitiert. (standard: 880 maximum: 950) wtf ausserdem lassen sich keine volt einstellungen vornehmen.
die auf der verpackung angepriesene "trixx software" laesst sich auf der sapphire homepage auch nur fuer registrierte hd68xx besitzer runterladen. sollte jemand einen link zum aktuellen trixx haben, bitte ich euch, den hier reinzustellen. danke