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Car sharing vs. Krücke besitzen? 2018 edition

chinchin 17.08.2018 - 22:55 2925 43
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chinchin

Big d00d
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Ich wohne zentral in Wien und brauche sehr selten ein Auto. Habe deshalb nie eins besessen und früher öfters car sharing genutzt.

Leider sind in den letzten Jahren die ganzen guten und günstigen Anbieter eingegangen und nur noch sau teure übrig geblieben.
Deshalb zahlt sich das mmn nicht mehr aus. Ich würde aber trotzdem gern mal aus Wien rauskommen oder brauche eins zum einkaufen.

Früher konnte ich für 4-6€ pro Stunde eins mieten, jetzt kostet das günstigste 12€(!!!) pro Stunde.
Angesichts dessen zahlt sich das relativ schnell nicht mehr aus und es würde sich vielleicht rechnen eine Krücke zu besitzen, weil man es dann auch öfter nutzen würde/könnte.

Ich habe mal eine naive Rechnung aufgestellt:

Angenommen man verwendet das Auto min. 2x6h pro Monat und fährt dabei <=100km. (Erfahrungswert meiner bisherigen Nutzung, km sind für worst case aufgerundet)

Car sharing:
pro Monat
  • 2x6h=12h x 12€ = 144€
  • +5€ Abo gebühren (Anbieter "Stadtauto")

=149€/Monat
In 2 Jahren: 3576€

Krücke besitzen (2 Jahre besitz):
pro Monat
  • Treibstoff (100km Fahrleistung bei 8L/100km) = ca. 10€
  • Parkpickerl: +10€
  • "Pickerl": +6,5€
  • Haftpflichtvers. (worst case): +80€

=106,5€/Monat
In 2 Jahren: 2556€

Bleiben 1020€ Differenz mit denen man die Krücke kaufen kann. Restwert nach 2 Jahren ist mit 0 gerechnet, idealerweise ists es vl. noch einen hunderter wert.
Alternativ könnte man eine teurere Krücke kaufen, die in den 2 Jahren nur 1000€ Wert verliert. Ist aber ein höheres Risiko.

Wichtig:
Die ganze Berechnung basiert auf einer sehr geringen Nutzung aber je mehr man es nutzt, desto mehr zahlt es sich aus. Es ist leider sehr schwer das pro KM zu vergleichen, weil man beim car sharing pro Stunde bezahlt und es daher komplett darauf ankommt ob man eine kurze Distanz fährt und dort dann längere Zeit verbringt oder lange Distanzen fährt in kurzer Zeit.
Für meinen Fall, wenn ich die Nutzung verdopple, steigt die Differenz in 2 Jahren auf 4236€ -> bessere Krücke leistbar bzw. Rücklage für kleinere Reparaturen.

Natürlich können Reparaturen anfallen, die in der Berechnung nicht beachtet sind. Wenn die Krücke aber billig genug war, verschrottet mans im Notfall statt zu reparieren.


Vorteil:
Man kann mit wenig Mehrkosten das Auto ofter/länger nutzen (siehe oben, bei verdoppelung meiner Nutzung, extreme Ersparnis). Speziell wenn man wo hin fährt und einen Tag oder länger bleibt, wärend das Auto nur rumsteht, zahlt man keine Stundengebühr.
Jederzeit verfügbar ohne reservieren.

Nachteil:
Krücke ist wesentlich schlechter/älter und damit auch unsicherer als ein gemietetes Auto.
Finanzielles Risiko bei Totalschaden.


Bin ich total wahnsinnig oder macht das irgendwie Sinn?

quilty

Ich schau nur
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Also du rechnest damit, dass du ein Auto um 1k kaufst und das 2 Jahre keine Reparatur braucht und einfach so das Pickerl bekommt.
Halt ich für komplett unrealistisch.

chinchin

Big d00d
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Zitat aus einem Post von quilty
Also du rechnest damit, dass du ein Auto um 1k kaufst und das 2 Jahre keine Reparatur braucht und einfach so das Pickerl bekommt.
Halt ich für komplett unrealistisch.

Möglich, kenn mich nicht so gut aus aber es gibt genug Autos um 1-1,5k die mit gültigem Pickerl verkauft werden. Wenns es kaum genutzt wird, was soll da groß hin werden, dass es kein Pickerl bekommt?

Meine Schwester hat eine 3k€ Krücke seit 4 Jahren und die teuerste Reparatur war der Auspuff um ~300€

Ich habe ja mit einem minimalem Gebrauch gerechnet und sobald man mehr annimmt, kann man auch mehr Geld in die Krücke investieren. Von mir aus kauf ich halt eine um 2k und verkaufs um 500€ nach 2 Jahren.

Ovaron

AT LAST SIR TERRY ...
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sehe ich auch so, ohne service ein altes auto um wenig geld fahren spielts ned, alleine pro Jahr fürs pickerl würd ich grob 500 kalkulieren. bei 2 Jahren bist dann praktisch schon bei der differenz. Ich mein du kannst glück haben. Aber gerade autos die wenig gefahren werden mögen das gar ned, dann is vielleicht mal die Batterie leer, oder die Bremsen stecken wenns länger steht ... da kannst imho gleich beim Car Sharing bleiben. Da musst dich dann wenigsten nicht um Pickerl,Service,Reifen oder so kümmern.

Das Auto anmelden kostet ja auch schon 200,- (irc) musst auch bedenken.

xtrm

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Ja gut, die Batterie lädst dann halt wieder auf und wenn die Bremsen stecken, haust mal mitm Hammer drauf und fertig =). Um Reifen muss man sich bei 2 Jahren mit relativ wenig Gebrauch auch keinen Kopf machen, sofern welche drauf sind, die einigermaßen ok sind.

Aber klar, bei einem Auto kann immer was kaputt werden, auch durch's Stehen - egal, ob es alt ist oder nicht. Viele Kosten werden einfach durch das Rundherum generiert - Anmeldung, Steuern und Versicherung, Sprit...

Übrigens, eine Krücke ist das, was man braucht, wenn man eine Verletzung am Bein/Fuß hat. Das was du suchst, ist ein "Auto" oder "Fahrzeug" ;).

chinchin

Big d00d
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Zitat aus einem Post von xtrm
Übrigens, eine Krücke ist das, was man braucht, wenn man eine Verletzung am Bein/Fuß hat

Ja, Auto hilft auch wenn man ned gehen kann :p

xtrm

social assassin
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Dazu müssen deine Beine/Füße aber funktionieren - außer du hast eines, das für körperlich Behinderte umgerüstet ist ;).

22zaphod22

chocolate jesus
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Zitat aus einem Post von Ovaron
sehe ich auch so, ohne service ein altes auto um wenig geld fahren spielts ned ...

vor >4 jahren 2001er volvo s60 mit 100k km um 4k gekauft ... kriegt jedes jahr problemlos pickerl ... hat jetzt 100k km mehr drauf ... reparaturen waren in den 4 jahren in summe ~ ein 1000er

"wert" ist er noch ca. 2k

also es geht aber glück muss man haben

das risiko eines komplettausfalles ist halt immer da

ich bin einen xedos9 (auch >10jährig und mit 65k km) den ich um 2k gekauft hab auch viele jahre gefahren ...

HaBa

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Dr. Funkenstein
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Ich hatte heuer im Frühjahr in Irland einen Leihwagen für iirc 40 Pfund für 3 Tage, Sprit selber zu bezahlen. Ohne die Situation in .at zu kennen: das wäre doch viel günstiger als die beiden bisherigen Szenarien?

dosen

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Wenn ich keine Familie und Kinder hätte würde ich in Wien kein Auto besitzen. Car2Go und Drive Now ist innerhalb der Zone ein Traum, alleine wegen den Parkgebühren. Wenn ich 8 Stunden in Wien ohne Parkpickerl steh (hab eines für den 2. Bez) zahle ich 16,8 € - da geht sich im Normalfall die Hin und Rückfahrt mit Carsharing aus. Da kann ich wenigstens nicht vergessen den Parkschein zu lösen und erspar mir weitere 36€ :D

Wenn man ein Auto für mehrere Tage braucht sind die klassischen Mietwagen eher zu empfehlen. Eine Woche um 150-170€ für einen Kleinwagen gehen sich manchmal sogar aus.

Ansonsten würde ich von der klassischen Kraxn abraten. Hab die Taktik lange genug gespielt und bin nie dorthin gekommen wo ich wollte. Es kann immer etwas sein, dann hat man schon ein bisschen was reingesteckt und steckt halt noch was rein. Wenn man dann nach 1 - 2 Jahren die Gesamtkosten zusammenrechnet muss man sich meist die Niederlage eingestehen.

Hab mir 5x die klassische Kraxn um unter 1500€ gekauft und nur 2x davon war es wirklich billiges Autofahren (Civic EJ9 & Vectra B). Die Restlichen male hab ich drauf gezahlt (Astra F, Galant E30, Mazda 626 GE) weil spätestens nach einem Jahr die Reparaturen anfingen.

Seit den Kraxen hab ich 1500€ Budget für Reparaturen pro Jahr auf der Seite. Kaufe aber auch keine Kraxn mehr und hab das Budget seitdem noch nie ausgereizt.

MaxMax

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bleib beim carsharing/mietwagen. mein auto ist jetzt 14 jahre alt, und vom wert her in deiner 1000-2000euro kraxn-preisspanne, mich kostet das pickerl seit ca. 4 Jahren mind. 1000euro wg diverser reparaturen...

ccr


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Meinen ersten Neuwagen bin ich 4.000km p.a. gefahren, und trotzdem war regelmäßig was zu tun. Wenn das Auto auch noch im Freien steht, ist es noch anfälliger.
Batterie, rostige Bremsscheiben, rostender Endtopf, Zahnriemen/WaPu,... irgendwas war jedes Jahr zu tun.

Meine Schwester hat sich einen wirklich gut erhaltenen gebrauchten Kleinwagen gekauft, mit dem sie auch nur wenig fährt. Und manchmal gibt es ein Jahr, wo nichts zu tun ist. Und dann ist halt doch einmal der Kühler undicht geworden, einmal die Lichtmaschine eingegangen, etc.

Also einen Wagen in der Preisklasse 2 Jahre lang ohne Service/Reparatur zu fahren, halte ich für unwahrscheinlich.

Kannst Du den zweiten Radsatz selbst lagern und wechseln? Sonst kommen da auch noch Kosten dazu.
Was ist mit einer Autobahnvignette?


Innerhalb Wiens kannst ja zur Not auch Taxi fahren oder einfach liefern lassen. Wie oft machst Du denn Einkäufe, bei denen Du wirklich ein Auto benötigst?
Und für ausserhalb Wiens ist ein klassischer Mietwagen wahrscheinlich billiger als Car Sharing.

eitschpi

alles wird gut
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Ich bin mir zur Zeit auch so unsicher.

Mir gehts um den Komfort einer Klima, und das jederzeit haha.

Gestern bin ich am Westbahnhof von unten zur U6 gegangen, da is dann 3 Minuten Wartezeit gestanden, alles war voll, ich bin einfach weitermarschiert auf der anderen Seite wieder raus. Dann hab ich echt eine Stunde ein Drive Now gesucht, weil meine App nicht funktioniert hat. Keine gefunden, Niederflurstraßenbahn mit Klima genommen, dann am Schluss in Drive Now umgestiegen, einfach um zum Schluss mit 16 Grad im Gsicht nachhause zu kommen.

Also irgendwie kann man's sichs schon drehen mit Carsharing. :D Bei mir funktionieren die Apps nur manchmal nicht, sie zeigen einfach keine Autos an, egal wie lang man wartet. Wenn das Netz überbucht ist wahrscheinlich.

chinchin

Big d00d
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@klassischer Mietwagen

Ist halt auch nur sinnvoll wenn man ihn den ganzen Tag nutzt (oder besser länger) und muss man vorplanen.

Das billigste was ich spontan finden konnte, wenn man es nur einen Tag mietet, ist 42€ aber nur wenn man ab 12:00 nimmt. Wochenenden sind anscheinend auch günstig. Sa 9:00 bis So 22:00 um 40€ gefunden aber ka. ob das möglkich ist, denn um die Zeit für die Rückgabe sind die Vermieter geschlossen.

Der Vorteil an car sharing bzw. besitzen ist, dass man spontaner sein kann und nicht an bestimmte Zeiten gebunden ist.

@car2go und drivenow

Sind extrem teuer mmn 0,35€ pro Minute bzw. >=10€ pro Stunde und nur im 3-6-9 Stunden Paket buchbar.
An so einem Tarifmodell hatte ich noch nie interesse. Wüsste nicht wozu ich das nutzen soll. Um von Punkt A zu B zu kommen sind öffis schneller und billiger und aus Wien raus kann ich mit dem Minutenmodell auch nicht (weil mans ja nur innerhalb Wiens abstellen kann) bzw. müsst ich sonst zahlen wenns nur steht.
Wenn ich Pech hab muss ich dann noch 10 Mins Parkplatz suchen -> nochmal 3,5€ draufzahlen. Nein, danke.
Bearbeitet von chinchin am 18.08.2018, 12:15

ccr


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Zitat aus einem Post von chinchin
Der Vorteil an (...) besitzen ist, dass man spontaner sein kann und nicht an bestimmte Zeiten gebunden ist.

Stimmt, nur wird sich das nie "rechnen". Das ist dann einfach ein Luxus, den man sich gönnt.
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