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Energieträger für E-Mobilität (Akku vs. Wasserstoff)

XeroXs 02.03.2016 - 13:11 5632 160
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XeroXs

doh
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Zitat aus einem Post von hachigatsu
Übrigens wurde gestern Abend der Hyundai nexo vorgestellt, sehr sehr nettes gerät (Wasserstoff)

Yay, ein System mit noch weniger Infrastruktur als Strom ;)
Bearbeitet von böhmi am 08.10.2018, 14:37

böhmi

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Zitat aus einem Post von XeroXs
Yay, ein System mit noch weniger Infrastruktur als Strom ;)

Wasserstoff kann man im Gegensatz zu Strom in Tanks transportieren, Infrastruktur ist somit „spontan“ verfügbar, sobald Nachfrage besteht.

XeroXs

doh
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Zitat aus einem Post von böhmi
Wasserstoff kann man im Gegensatz zu Strom in Tanks transportieren, Infrastruktur ist somit „spontan“ verfügbar, sobald Nachfrage besteht.

Korrigiere mich wenn ich falsch liege, aber Wasserstoff braucht doch ganz andere Tanks und Zapftechnologie (wg. Druck).. ist also eher theoretisch leicht nachzurüsten als praktisch.

Und mein letztstand war auch dass man das in großen Mengen momentan eigentlich nur vernünftig aus Öl herstellen kann, weil die Elektrolyse viel zu Energieintensiv ist. Oder hat sich da was geändert?

böhmi

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Zitat aus einem Post von XeroXs
Korrigiere mich wenn ich falsch liege, aber Wasserstoff braucht doch ganz andere Tanks und Zapftechnologie (wg. Druck).. ist also eher theoretisch leicht nachzurüsten als praktisch.

Und mein letztstand war auch dass man das in großen Mengen momentan eigentlich nur vernünftig aus Öl herstellen kann, weil die Elektrolyse viel zu Energieintensiv ist. Oder hat sich da was geändert?

Ja, Tanks und Zapftechnik sind anders und komplizierter als bei Erdgas und Co.

Du kannst aber trotzdem innerhalb weniger Wochen eine Tankstelle an einem beliebigen Ort aufstellen und dann beliebig oft mit neuem Treibstoff beliefern.
Jedenfalls einfacher als eine Tiefgarage in Wien mit 100 Stellplätzen spontan mit 100 Wallboxen ausrüsten, die gleichzeitig laden können :D

HaBa

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Zitat aus einem Post von böhmi
Jedenfalls einfacher als eine Tiefgarage in Wien mit 100 Stellplätzen spontan mit 100 Wallboxen ausrüsten, die gleichzeitig laden können :D

Etwas das auch nicht unspontan sondern nur mit richtig langen Vorlaufzeiten zu machen ist.

Von den 100 Ladestationen sind immer nur 50 im Einsatz, durchschnittlich brät man mit 20kW aufs Auto drauf macht das 1MW.

Laut wiki könnte man also etwas über 200 solcher Tiefgaragen durch das Donaukraftwerk Ybbs-Persenbeug versorgen.


Dieses eine MW braucht auch ein dickes Schnürl zwischen Quelle und Senke.


=> ein Wasserstofftank ist im Vergleich dazu unglaublich flexibel.

kleinerChemiker

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Zitat aus einem Post von böhmi
Ja, Tanks und Zapftechnik sind anders und komplizierter als bei Erdgas und Co.

Du kannst aber trotzdem innerhalb weniger Wochen eine Tankstelle an einem beliebigen Ort aufstellen und dann beliebig oft mit neuem Treibstoff beliefern.
Jedenfalls einfacher als eine Tiefgarage in Wien mit 100 Stellplätzen spontan mit 100 Wallboxen ausrüsten, die gleichzeitig laden können :D



Dein Vergleich hinkt ziemlich.

An der Wasserstofftankstelle können aber auch keine 100 Leute gleichzeitig tanken und in den Tiefgaragen wirst sie auch nicht unterbringen.

Eine Garage mit 100 STellplätzen ist schon ziemlich groß. Du mußt auch nicht alle Stellplätze von Anfang an mit Wallboxen ausrüsten, nur weil in der Garage 5 E-Autos parken/tanken. Wenn die Autos über Nacht laden können, reicht auch eine schwächere Ladung aus.

böhmi

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Zitat aus einem Post von kleinerChemiker
Dein Vergleich hinkt ziemlich.

An der Wasserstofftankstelle können aber auch keine 100 Leute gleichzeitig tanken und in den Tiefgaragen wirst sie auch nicht unterbringen.

Eine Garage mit 100 STellplätzen ist schon ziemlich groß. Du mußt auch nicht alle Stellplätze von Anfang an mit Wallboxen ausrüsten, nur weil in der Garage 5 E-Autos parken/tanken. Wenn die Autos über Nacht laden können, reicht auch eine schwächere Ladung aus.
Stimmt!
An einer Tankstelle können an einem Abend mehr als 100 Autos getankt werden und müssen dort auch nicht parken.

kleinerChemiker

C2H5OH-Liebhaber
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Man parkt in der Garage ja nicht zum laden, sondern weil man dort wohnt. Das laden passiert nebenbei. Kannst es eher so sehen, du musst nicht mehr tanken fahren.

@HaBa: Der Wasserstoff fällt auch nicht vom Himmel, der braucht auch reichlich Energie um produziert zu werden.

Hubman

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Zitat aus einem Post von kleinerChemiker
Man parkt in der Garage ja nicht zum laden, sondern weil man dort wohnt. Das laden passiert nebenbei. Kannst es eher so sehen, du musst nicht mehr tanken fahren.

exakt! ich kenne ein paar leute mit e-karren und exakt keiner hat eine wallbox und es vermisst auch keiner eine wallbox, normale steckdose reicht völlig. steht ja eh nächtelang rum. (mag auch dran liegen, dass sparsame vorarlberger das geld nicht für eine wallbox ausgeben wollen, wenn sie sich schon sein überteuertes e-auto gekauft haben)

böhmi

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Ist in dem thread eh schon zu OT, aber mir geht es um folgendes:

Um 50 Haushalte mit je 1-2 Autos mit einer täglichen Reichweite von ~1-200km zu versorgen (hier am „Land“ eine realistische Einschätzung) brauchst ein paar hundert kW Zuleitung oder eine Wasserstoff-Tankstelle, die in ein paar Wochen steht

hachigatsu

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Zitat aus einem Post von HaBa
(unabhängig vom "Treibstoff", weder Wasserstoff noch Strom ist in ausreichender Menge dort wo er gebraucht wird vorhanden)


"Jein".. Die Problematik ist einfach, das jetzt viele heulen "wir haben ja eh keinen Strom für Autos, deshalb ist Wasserstoff so super"... Das man aber knapp doppelt so viel Strom für die gleiche Leistung an wasserstoff braucht, daran denkt keiner?

Die erzeugung von Wasserstoff ist nicht effizient, benötigt strom.. Sofern Wasserstoff nicht lokal direkt bei der Tankstelle produziert wird, muss das zeug auch noch transportiert werden, anschließend umgefüllt, ins auto gepumpt, und wieder umgewandelt werden, alles schritte die der Effizienz nicht dienlich sind.

Wenn von heute auf morgen alle auf E-Autos umsteigen, das würde nicht klappen, muss jedem bewusst sein.. allerdings ist dem ja nicht so.
Ich würde es ja klug finden jede Ortschaft mit Akkus und PV zu versorgen, das würde das ferne Stromnetz entlasten (bei spitzen). Selbst im Winter, wenn die PV eventuell keinen Storm generiert, könnte man die Akkus tagsüber langsam laden, damit man damit nachts das Netz stabilisiert

Was man nicht vergessen darf, die meisten der derzeitigen E-Autos haben ohnehin nur einen ~6-7 kW-Lader.. 7kW, das ist für einen Haushalt nicht sonderlich viel. Waschmaschine+Geschirrspüler+Heizung oder wahlweise Herd.

was auch gerne vergessen wird, Tagsüber verlangt die Industrie nach Strom, diese ist nachts weitgehend inaktiv, der strom wird sozusagen dann von Privat verwendet. Lt eines Freundes bei der Salzburg-AG könnten sie den Strom nachts sogar verschenken, weils eh ned wissen wohin damit.

ich denke mal das sehr viele Wege nach Rom führen :)

hachigatsu

king of the bongo
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Zitat aus einem Post von böhmi
Um 50 Haushalte mit je 1-2 Autos mit einer täglichen Reichweite von ~1-200km zu versorgen (hier am „Land“ eine realistische Einschätzung) brauchst ein paar hundert kW Zuleitung oder eine Wasserstoff-Tankstelle, die in ein paar Wochen steht


~15kWh/100km
sind 30kWh auf 200km.
x2 Autos sind 60kWh pro Haushalt.

Die frage ist nur, wieso 200km/tag?

Der österreichische Durchschnitt fährt ~30-40km/tag (tendenz übrigens sinkend)

Zitat
2016:
Burgenland: 36 Kilometer pro Tag
Niederösterreich: 36 Kilometer pro Tag
Kärnten: 35 Kilometer pro Tag
Steiermark: 35 Kilometer pro Tag
Salzburg: 34 Kilometer pro Tag
Tirol: 34 Kilometer pro Tag
Oberösterreich: 33 Kilometer pro Tag
Vorarlberg: 31 Kilometer pro Tag
Wien: 30 Kilometer pro Tag

Aber klar, Zuleitungen/Infrastruktur müssen sicher mal aufgebessert werden, und das werden sich die Energieversorger auch fürstlich entlohnen lassen. Ich sag nur Smartmeter.

Zitat aus einem Post von böhmi
Wasserstoff kann man im Gegensatz zu Strom in Tanks transportieren, Infrastruktur ist somit „spontan“ verfügbar, sobald Nachfrage besteht.

:) klar kann man Strom transportieren, in Akkus :D
Bearbeitet von hachigatsu am 19.06.2018, 14:27

Master99

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@ böhmi:
also der aufbau einer komplett neuen infrastruktur frontend + backend (irgendwie muss ja der tankwagen befüllt werden, routen geplant und der rohstoff erstmal in ausreichenden mengen 'gewonnen' werden) ist für dich dich viel einfacher als ein überall bestehendes stromnetz zu erweitern?

das beispiel mit der tiefgarage ist sehr schlecht gewählt... probier mal eine etablierte technik wie eine benzin-tankstelle in einer tiefgarage zu installieren. wasserstoff ist auch kein ungefährlicher stoff (hindenburg anyone) und gesetzliche/technische rahmenbedinungen sicherlich derzeit noch schwieriger.

dagegen ist der aufbau einer lade-infrastruktur für nachtaufladen (das wie gesagt keine teuren wallboxen noch rießige anschlussleistungen braucht) eine sache die jeder elektriker wohl in ner woche realisieren kann.
Bearbeitet von Master99 am 19.06.2018, 14:29

HaBa

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Zitat aus einem Post von hachigatsu
Was man nicht vergessen darf, die meisten der derzeitigen E-Autos haben ohnehin nur einen ~6-7 kW-Lader.. 7kW, das ist für einen Haushalt nicht sonderlich viel. Waschmaschine+Geschirrspüler+Heizung oder wahlweise Herd.

was auch gerne vergessen wird, Tagsüber verlangt die Industrie nach Strom, diese ist nachts weitgehend inaktiv, der strom wird sozusagen dann von Privat verwendet. Lt eines Freundes bei der Salzburg-AG könnten sie den Strom nachts sogar verschenken, weils eh ned wissen wohin damit.


Das Laden daheim wird mMn die größte Hürde.

Ja, den Strom gibts, aber nicht dort wo man ihn braucht, dafür werden die ganzen Stromgegner schon sorgen..

hachigatsu

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Zitat aus einem Post von HaBa
Ja, den Strom gibts, aber nicht dort wo man ihn braucht, dafür werden die ganzen Stromgegner schon sorgen..

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