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Energieträger für E-Mobilität (Akku vs. Wasserstoff)

XeroXs 02.03.2016 - 13:11 5602 160
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Hubman

Seine Dudeheit
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Zitat aus einem Post von XXL
Hast du dir schon mal durchgelesen was so alles gemacht wird um Lithium und sonstige Metalle zu gewinnen die in Batterien reinkommen?

Damit befasse ich mich seit Jahren im Detail, inkl dem was die größten 20 Lithium Minen der Welt so machen. Btw. der aktuell größte Lithium Produzent ist Australien, eine Tatsache die zu oft unterschlagen wird.

Gesamt gesehen seh ich beim Lithium Abbau keine größeren Schweinerei, wie im Kupfer, Aluminium oder Nickelbergbau. Besser als die Öl-Förderung ist es jetzt schon. Imho kann und soll man beim Li Abbau ganz ganz genau hinsehen, warum auch nicht.

hachigatsu

king of the bongo
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Zitat aus einem Post von XXL
Hast du dir schon mal durchgelesen was so alles gemacht wird um Lithium und sonstige Metalle zu gewinnen die in Batterien reinkommen?

Ich mein ja, co2 mässig machts durchaus Sinn, aber dein Argument ist ungefähr das gleiche wie für Atomstrom, das macht weder Landschaften kaputt wie Staukraftwerke oder Windkraftwerke, braucht nicht so viel Fläche wie Solarkraftwerke, trotzdem würdest dein Haus nicht auf einer Atommülldeponie bauen oder? :D

Ich sehe Wasserstoff einfach bei PKW als Kritisch weil die Autohersteller (BMW & CO) bereits gut 40 Jahre daran forschen und noch immer nix zusammen gebracht haben. Zusätzlich gibt es noch die typischen gefahren die bei Wasserstoff eben einhergehen sowie den enormen Stromverbrauch (~2 bis 3x so viel Stromverbrauch wie beim laden von Batterien).

Natürlich weiss ich um die Beschaffungswege der zutaten für Akkus bescheid, aber auch hier gibts so viele verschiedene artikel. Die einen extrem negativ, die anderen zwar noch immer negativ, aber wesentlich entspannter.

Denke auch das der Abbau von zb Lithium mit der zeit ein bisschen sauberer bzw effizienter gestaltet werden kann. Was man jedoch nicht vergessen darf, Lithium wird ja nicht abgebaut und ist dann futsch (wie zb Öl). Es kann nach der Lebenszeit im Auto-Akku durch Recycling (+96%) wiederverwendet werden. Ist quasi ein Rohstoff der einmal abgebaut quasi ewig verfügbar ist. Könnte mir auch vorstellen das ÖL nicht viel sauberer gewonnen wird, gibt hald kein 2nd life für Öl im Autotank.

Öltanker ziehen eine Kilometerlange ölschicht hinter sich her... Immer wieder sinkt so ein ding, da freut sich die Natur...

Ich finds einfach sehr sehr angenehm das E-Autos wesentlich wartungsfreundlicher sind als normale Autos, einer meiner Sorgen bezüglich Wasserstoff geht wieder in die Richtung das die Autos anfälliger werden. Und nachdem du zuhause kein 600bar Wasserstoffsystem hast wirst du dein Auto auch nicht mehr selber betanken können, im Gegensatz zu E-Autos.

https://edison.handelsblatt.com/erk...t/24022826.html
eventuell interessant...

Crash Override

BOfH
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Das Argument mit dem Recyclen der Akkus hört man immer wieder, aber bis auf Tests hat es da bisher nichts gegeben. So lange weltweit keine einzige Anlage zum recyclen der Akkus im Normalbetrieb arbeitet, sind Akkus Sondermüll. Analog wurde auch für Plastikverpackungen ein Recycling versprochen aber inzwischen werden immer noch ca 95% des Plastikmülls verbrannt (zumindest hier in Deutschland).

hachigatsu

king of the bongo
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Mal davon abgesehen das es derzeit noch gar keine E-Auto Akkus gibt die wirklich Recyclet werden müssen, in Deutschland gibt es bereits firmen die das machen.

Der Gesetzgeber ist gefragt, denn da Recycling ist nicht ganz billig, da gehen die Hersteller lieber den weg "alles neu". ich denke da sind Quoten gefragt, das Hersteller X auch dafür sorgen muss das ein Großteil der Akkus aus einen Autos recycelt werden.

Damit Recycling sinn macht muss die dafür benötigte Energie aus sauberen quellen kommen, und wie gesagt sind die Hersteller gefragt, denn recyclen + Erneuerung der Zellen ist offenbar um einiges teurer als einfach das zeug neu aus der erde zu ziehen und Akkus daraus zu bauen.
Bearbeitet von hachigatsu am 05.07.2019, 09:36

XXL

insomnia
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Ja, Batterien sind sicher besser als Benzin und Diesel, aber besser als Wasserstoff der einfach aus einer Resource gemacht wird die quasi unendlich vorhanden und auch 100% recyclebar ist?

Die Autohersteller damals haben Wasserstoff als Direktbrennstoff eingesetzt, das ist extrem uneffizient, sicher hast du bei Lagerung und Transport von Wasserstoff auch noch Verluste, nur sparst dir eine riesige Infrastruktur zum Laden von Batterieautos, du kannst Wasserstoff dann erzeugen wenn du Spitzen hast die normalerweise nicht wirklich gespeichert werden und vor allem kannst du das auch irgendwo erzeugen ...

hachigatsu

king of the bongo
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Genau genommen brauchst du eine größere Infrastruktur... Immerhin brauchst du 3x so viel Strom bei Wasserstoff.

Mal sehen, irgendwann findet sich schon mal eine schönere Lösung. Und stromspitzen kann man auch mit Akkus abfedern...
Ein Akku Puffer als Zwischenlager ist sogar noch effizienter als Wasserstoff.

Also auch per Akku kann man stromspitzen einfangen, wird jetzt eh schon gemacht.
Bearbeitet von hachigatsu am 05.07.2019, 19:07

XXL

insomnia
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Jein, du musst halt nicht jeden Parkplatz mit Strom versorgen, alleine das ist schon eine Mörderaufgabe die sicher nicht so schnell geht ...

hachigatsu

king of the bongo
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Zitat aus einem Post von XXL
Jein, du musst halt nicht jeden Parkplatz mit Strom versorgen, alleine das ist schon eine Mörderaufgabe die sicher nicht so schnell geht ...

Fragt sich einfach wer dafür zuständig ist und ob es wirklich nötig ist.

Angenommen alle Autos sind soweit dass sie mit einer Ladung 600km kommen (quasi wie Benziner) und können aber richtig fett schnell laden, dann hättest du wieder das selbe wie mit einer normalen Tankstelle. 5-10min laden und Zack fertig. Akkus entwickeln sich schon brav weiter. 350kW Lader sind keine Seltenheit mehr, sie passenden und effizienten Autos fehlen hald noch :-D

Bogus

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Ein interessanter und umfangreicher Artikel zum Thema Elektromobilität vs Umweltbelastung


daisho

SHODAN
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Zitat aus einem Post von hachigatsu
5-10min laden und Zack fertig. Akkus entwickeln sich schon brav weiter. 350kW Lader sind keine Seltenheit mehr, sie passenden und effizienten Autos fehlen hald noch :-D
Und die komplette Strom-Infrastruktur und Reserven sind Wahnsinn. Über längere Zeit wird's vermutlich trotzdem kommen weil bei fossilen Brennstoffen werden wir wohl nicht bleiben wollen ...

Ich glaube ich hab es eh schon mal gepostet:

Wenn man es hochrechnet wenn mal der Großteil der Autofahrer e-Autos haben, was man da an elektr. Leistung bereitstellen müsste ...

hachigatsu

king of the bongo
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@daisho, bekannter link... So sehr ich Lesch schätze, er hat hier einfach quatsch geplappert. Wird in den Communitys stark diskutiert. Hat sich wohl alles scripten lassen und sich nicht selber damit beschäftigt.
Alleine schon seine zahlen sind bescheuert ins Sinnfrei, sie haben nichts mit der Realität zu tun (was absolut jeder E-Fahrer bestätigen wird).

daisho

SHODAN
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Zitat aus einem Post von hachigatsu
Alleine schon seine zahlen sind bescheuert ins Sinnfrei, sie haben nichts mit der Realität zu tun (was absolut jeder E-Fahrer bestätigen wird).
"jeder e-Fahrer" hat keine Ahnung von irgendwas. Sorry, aber nur der Fakt sich ein e-Auto kaufen zu können zeugt noch von keiner wissenschaftlichen Leistung oder Intelligenz.
Aus dem Kommentarbereich (pinned post):
Zitat
- Die Spitzenlast von 350 GW ist weit ab von jeder Realität?
Überschlagsrechnung: Kraftstoffverbrauch in Deutschland 2017: 25.768 Mio Liter Benzin, 21.082 Mio Liter Diesel. Brennwert Benzin 8,4 kWh/l, Diesel 9,8 kWh/l; macht zusammen ca. 423 TWh pro Jahr. Entspricht einer Momentanleistung von 48 GW bei optimaler Gleichverteilung. Nun ist die Frage wie viel effizienter Elektroautos die Energie verwerten und welche Spitzen sich bilden können: Ferienbeginn etc.
48 GW bei optimaler Gleichverteilung (als ob irgendwas im Stromnetz gleich verteilt wäre, Früh, Abend, Ferien, ...) sind nicht wenig. Es ist nicht so einfach dass man überall 350kW Ladestationen hinbaut und fertig :rolleyes:

Hubman

Seine Dudeheit
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Zitat aus einem Post von daisho
48 GW bei optimaler Gleichverteilung (als ob irgendwas im Stromnetz gleich verteilt wäre, Früh, Abend, Ferien, ...) sind nicht wenig. Es ist nicht so einfach dass man überall 350kW Ladestationen hinbaut und fertig :rolleyes:

48GW gilt für 1:1 Kohlenwasserstoffersatz, hat er sogar hingeschrieben und auch die Frage nach der Effizienz. E-Autos sind 3x effizienter, macht 16GW, machbar.

Keiner der grossen Netzbereiber Deutschlands sieht große Probleme in den nächsten Jahren. Innogy als Produzent sieht auch bei der Menge keine Probleme. Zu geringe Leitungskapazitäten werden am ehesten in den Städten kommen.

Die Frage nach den Spitzen stellt sich natürlich, aber auch für H2, die Tankstelle braucht etwas mehr Tankwägen, als eine Diesel-Tanke.
Bearbeitet von Hubman am 10.07.2019, 13:58

daisho

SHODAN
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Sorry, das ist einfach falsch. Nur weil der E-Motor 90% Energieeffizienz hat heißt das nicht dass E-Autos insgesamt 90% Energieeffizienz haben. Der Strom wird immer noch aus Atomkraft, Gas, Kohle, Wind, Wasser und Sonne gewonnen - und die Leistung muss ständig bereit stehen für den Fall der Fälle.

Was du glaubst wie effizient dein Auto ist, ist ein feuchter Traum - sonst nichts.

hachigatsu

king of the bongo
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Zitat aus einem Post von daisho
Es ist nicht so einfach dass man überall 350kW Ladestationen hinbaut und fertig :rolleyes:

Es ist ja auch nicht nötig...
lassen wir das thema, führt zu nix.
Bearbeitet von hachigatsu am 10.07.2019, 14:40
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