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Kapitalismuskritik

XXL 06.02.2021 - 14:45 12596 147 Thread rating
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Vinci

hatin' on summer
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Zitat aus einem Post von InfiX
ich finde die derzeit beste metapher(?) für kapitalismus im endstadium ist das crypto-mining

...

+1

Aktuell drei New Posts drunter: " [NVIDIA][AMD] Nicehash Mining - How To"

Man könnte mit der Rechenleistung natürlich auch was sinnvolleres tun, z.B. der Meteorologie oder Medizin zur Verfügung stellen, but fuck no because

InfiX

she/her
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wobei ich jetzt nicht das problem dabei seh was leute privat mit ihrer hardware machen... ich denk da schon eher an die mining-farmen die im MW bereich energie verbraten.

Dune

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Zitat aus einem Post von Vinci
Man könnte mit der Rechenleistung natürlich auch was sinnvolleres tun, z.B. der Meteorologie oder Medizin zur Verfügung stellen

Und dir sind da die paar Hansln ein Dorn im Aug, die das ausm privaten Haushalt machen und ihre erarbeiteten Euros in ihr fast-Hobby stecken? Ich hab keine Zahl dafür, aber gefühlt sind das vielleicht 2-3% der Miningkapazitat.

Ich weiß nicht ob ich mit dem Charity-Vergleich was abgewinnen kann. Natürlich mined man nur um Geld zu machen, irgendwie ist es eine Urform von primtiver Arbeit. Wohl keiner wird aus irgendeiner Ideologie heraus Minen um die Welt besser zu machen. Andererseits müsst man HPC Charity ja ausm eigenen Börsl zahlen.
Bearbeitet von Dune am 07.02.2021, 16:50

sk/\r

sins of the fathers
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Zitat aus einem Post von InfiX
ich finde die derzeit beste metapher(?) für kapitalismus im endstadium ist das crypto-mining

da wird tonnenweise hardware produziert, wo viel energie und arbeit drin steckt, und anstatt dann dem eigentlichen bestimmungszweck zugeführt zu werden landet es in irgendwelchen mining-farmen nur um dann noch mehr energie zu verbraten um irgendwelche fantasiezahlen hin und herzuschieben um irgendeinen erfundenen wert zu schaffen der nur existiert so lange die leute glauben er existiert, hat schon fast was religiöses.
den umwelt-aspekt jetzt mal völlig ausser acht gelassen.

mit technisch interessanten ansätzen hat das schon lange nichts mehr zu tun.

klar nun könnte man argumentieren, dass eine gpu die energie für videospiele verbrät genauso sinnlos ist, aber unterhaltung hat imho für die menschheit doch einen gewissen mehrwert.

ich finde es ist immer wichtig zu hinterfragen ob mit arbeit/geld wertschöpfung betrieben wird, das ist in unserer gesellschaft in vielen fällen eben nicht mehr der fall, da wird gearbeitet um der arbeit willen um das system am laufen zu halten, und geld hin und hergeschoben um das geld in die falsche richtung umzuverteilen, ohne dass dabei irgendein mehrwert für die gesellschaft entsteht, meistens eher im gegenteil.

anders herum bin ich schon trotzdem der meinung, dass nicht _alles_ einen mehrwert bieten muss, von mir aus darf es auch viel sinnloses geben, aber halt in moderation relativ zu dem was sich auf der börse, crypto usw. abspielt.

full ack :/

mr.nice.

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Ack, crypto-mining ist auch in meinen Augen eine Ausprägung des Spätkapitalismus und es hat aktuell schon reichlich absurde Züge angenommen.

Nachdem die chinesische Regierung mittlerweile gegen mining im eigenen Land vorgeht, haben einige Betreiber ihre crypto-farmen in den Iran verlegt, auch wegen der günstigen Strompreise.
2021 haben wir also die Situation, dass hochpreisige highend Grafikkarten, die üblicherweise vorwiegend von wohlhabenden Kunden in EU und USA erworben werden, zur Mangelware wurden und über Umwege zweckentfremdet von asiatischen Glücksrittern in einer vom Westen sanktionierten, islamischen Republik zum schürfen von Fantasiegeld verwendet werden. Sowas kann man sich nicht einfallen lassen, das schafft nur die Realität.

Ich bin mit meinem Aktiendepot übrigens auch ein Profiteur dieses Systems, um es in politneusprech zu formulieren, Geld hat einen starken pull-effekt.

daisho

SHODAN
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Nuff said, 300 ... vermutet eher bis zu 450 Megawatt für den Dreck. (nur in Teheran)

Dune

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Zitat aus einem Post von mr.nice.
Nachdem die chinesische Regierung mittlerweile gegen mining im eigenen Land vorgeht, haben einige Betreiber ihre crypto-farmen in den Iran verlegt, auch wegen der günstigen Strompreise

Strom ist billiger im Iran als in China? Ich denke China ist es vor allem deshalb ein Dorn im Auge, weil sie kaum Kontrolle haben und dadurch so mancher Millionär entstehen kann, der zu viel Einfluss bekommt.

Zitat aus einem Post von XXL
aber ich glaub auf oc.at ist keiner in der Position das er marktverändernt agieren kann (außer der Rene Benko, HP Haselsteiner oder irgendein sonstiger unserer Milliardäre ist heimlich auf oc.at unterwegs)

Ich wollte auch das nochmal aufgreifen, ich finde den Gedanken interessant, dass "die da Oben" tatsächlich etwas in der Hand hätten. Daran glaube ich eigentlich gar nicht.

Was könnte ein Millionär oder Milliardär tatsächlich am kapitalistischen System ändern? Selbst wenn ein Musk beschließt er spendet sein ganzes Geld an arme Kinder in Afrika™, dann wäre das ein Strohfeuer für Sekunden und würde genau nichts ändern.

Als Arbeitgeber oder Großinvestor kannst du vielleicht eine gewisse Philosophie prägen oder in eine Richtung lenken, aber sonst? Aussteigen kannst du auch nicht aus dem Hamsterrad. Du bist genau so ein Teil des Getriebes wie wir Zahnräder auf der untersten Ebene, gefangen in deiner Funktionalität. Also ob man 25k oder 25mrd im Jahr an Einkünften zur Verfügung hat, was macht das aus?

XXL

insomnia
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Mit dem Kapital brauchst z.b. nicht reddit um Gamestop Aktien in die Höhe zu treiben ...

Aber ich mein damit eher das die auch etischer arbeiten können, die Signa macht z.B. in der Krise mit Hilfsgeldern Kohle weil die Mieten für ihre eigenen Häuser vom Fixkostenzuschuss bezahlt werden, wobei wahrscheinlich genauso solche Konstellationen die Firma erst so groß gemacht haben ...

Wennst dir dann so Firmen wie GEA ansiehst die gesund wirtschaften und wo der Besitzer sicher auch genug verdienen könnte, es aber nicht tut dann sieht man das es anders auch gehen würde ...

sk/\r

sins of the fathers
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Zitat aus einem Post von Dune
Strom ist billiger im Iran als in China? Ich denke China ist es vor allem deshalb ein Dorn im Auge, weil sie kaum Kontrolle haben und dadurch so mancher Millionär entstehen kann, der zu viel Einfluss bekommt.



Ich wollte auch das nochmal aufgreifen, ich finde den Gedanken interessant, dass "die da Oben" tatsächlich etwas in der Hand hätten. Daran glaube ich eigentlich gar nicht.

Was könnte ein Millionär oder Milliardär tatsächlich am kapitalistischen System ändern? Selbst wenn ein Musk beschließt er spendet sein ganzes Geld an arme Kinder in Afrika™, dann wäre das ein Strohfeuer für Sekunden und würde genau nichts ändern.

Als Arbeitgeber oder Großinvestor kannst du vielleicht eine gewisse Philosophie prägen oder in eine Richtung lenken, aber sonst? Aussteigen kannst du auch nicht aus dem Hamsterrad. Du bist genau so ein Teil des Getriebes wie wir Zahnräder auf der untersten Ebene, gefangen in deiner Funktionalität. Also ob man 25k oder 25mrd im Jahr an Einkünften zur Verfügung hat, was macht das aus?

mit 200 mrd. brennts dort aber ein paar jahre lichterloh. ;)
wenn man das geld in zB infrastruktur steckt (was auch nachhaltig ist) brennts dort nicht nur jahre sondern vielleicht jahrzehnte.
und jetzt reden wir von EINEM milliardär.
es gibt weltweit über 2.500 von denen.
das ist imo eine billige ausrede für "es würd e so oder so nix helfen"

mit der einstellung heißts dann wirklich mal gute nacht.

XXL

insomnia
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Ich mein ja, der Artikel ist extrem populistisch und plakativ, aber was man alles mit dem Geld machen könnte ist halt auch teilweise schwer vorstellbar:



Ich mein mir würden mit der Menge an Geld noch einige andere lustige Dinge einfallen, Grenzen gibts da nicht viele ...

Hokum

Techmarine
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Zitat aus einem Post von sk/\r
mit 200 mrd. brennts dort aber ein paar jahre lichterloh. ;)
wenn man das geld in zB infrastruktur steckt (was auch nachhaltig ist) brennts dort nicht nur jahre sondern vielleicht jahrzehnte.
und jetzt reden wir von EINEM milliardär.
es gibt weltweit über 2.500 von denen.
das ist imo eine billige ausrede für "es würd e so oder so nix helfen"

mit der einstellung heißts dann wirklich mal gute nacht.

Super spannend mal uber bill gates Projekte nachzulesen. Es ist nicht so einfach wie man glaubt.

https://www.washingtonpost.com/news...-it-was-a-bust/

ccr


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Solche Gedankenspiele sind halt immer sehr hypothetisch.
Die 187 Milliarden an Vermögenswerten bringen in Realität keine 187 Milliarden ein, wenn er sie jetzt sofort zu Geld machen wollte. Auch viele andere Superreiche wären dann schlagartig "ärmer", weil deren Vermögen ebenfalls an Wert verlieren würde. Und indirekt würde es auch "Normalos" treffen, weil zB auch die Portfolien von Pensionsfonds darunter leiden würden.

Das ist im echten Leben halt nicht wie Dagobert Duck, dass der Bezos in seinem Geldspeicher auf 187 Milliarden 1-Dollar-Münzen sitzt, über die er frei verfügen kann.

Dune

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Naja, mein Argument ist, und dabei bleib ich auch, ein Einzelner ist auch machtlos. Und diese 2500 besagten haben alle höchst unterschiedliche Interessen und Verfangenschaften.

Aber so ne Einzelperson wird den Kapitalismus nicht abschaffen. Und als System haben wir mit Real/sozialismus, Kommunismus, Monarchie und Diktatur, usw jetzt auch nicht grad tolle Alternativen. Also irgendwie sehe ich da grad keinen Ausstieg,

nfin1te

look up
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Interessantes Interview zum Thema Konsum:

Zitat
Konsumforscher: "Wollen wir immer mehr Kreuzfahrtschiffe, immer mehr Airbnb?"
Wie Menschen konsumieren, darüber weiß Frank Trentmann Bescheid. In den Urlaub fliegen ist nirgendwo in der menschlichen DNA vergraben

https://www.derstandard.at/story/20...mer-mehr-airbnb

Vinci

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Zitat
Als beispielsweise die gestiegene Nachfrage nach iPads in China dazu führte, dass die dort hergestellten braunen Versandkartons der Tablets zu neige gingen, ließ Apple einen Restbestand aus den USA per Frachtflugzeug palettenweise nach China bringen. Apples Distributionszentrum befindet sich jedoch in Singapur, also gingen die Kartons dorthin und wurden dann weiter zu Kunden nach China verschickt.

Das ist laut The Information aber nur eines von mehreren Beispielen. Weil der Passagierflugverkehr weltweit massiv zurückgefahren wurde, konnten viele Waren nicht mehr im Frachtteil der Maschinen transportiert werden. Apple charterte deshalb eigens Frachtflugzeuge, um die selbst gesteckten Verkaufstermine in den USA halten zu können.

https://www.golem.de/news/pandemie-...102-154016.html
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