Energieträger für E-Mobilität (Akku vs. Wasserstoff) - Seite 14

Seite 14 von 17 - Forum: Benzinbrüder auf overclockers.at

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hachigatsu schrieb am 29.11.2019 um 12:20

Unser täglich Akku-Durchbruch gibt uns heute ;)

Meiner Einschätzung nach sind wir mal definitiv die nächsten 5 Jahre auf Lithium-Ionien Akkus. - wie es eben jetzt ist
In 5 Jahren wird sich dann bei den teureren Autos eine neue Technik dazu mischen, schneller laden, wesentlich höhere Energiedichte usw...
bis 2030 haben wir dann wohl eine Mischkultur bei den Akkuarten.... ab 2030 wird es dann wohl auch bei den günstigeren Autos mi den besseren Akkus anfangen.

Ich halte ja nach wie vor nicht viel davon, schnellere Ladezeiten sowie höhere Energiedichte pro KG sind für mein empfinden garnicht so wichtig.. Tesla sowie VW und PSA zeigen ja schon das man im normalen Boden des Autos mehr als genug platz für Akkus hat. 50-77kWh sind echt okay.

finde da andere punkte nach wie vor viel wichtiger
-> Effizienz (also nicht solche Ungetüme wie Audi E-Tron die sich auf der Autobahn mal eben 30kWh auf 100km genehmigen, wo andere nur 10kWh brauchen)
Durch mehr Effizienz minimiert man die Akkugröße sowie die Ladezeit. Daraus resultiert auch ein einfacherer ausbau des Stromnetztes.

-> Infrastruktur... Es muss einfach möglich sein das auch in der City täglich jeder Laden kann.. Das muss über die Nacht nicht mit 22kW und mehr sein, da reichen schon 3-4kW.. Aber die Möglichkeit muss einfach gegeben sein, in der Tiefgarage, auf der Straße usw... Dazu passend wird zum beispiel in Gebäuden mit vielen Wohnungen und eigener Tiefgarage ein Lastmanagement benötigt... Lastmanagement ist generell ein Thema von dem man noch viel zu wenig hört. Die Firma juice-technology ist da schon brav unterwegs, und die machen das auch noch intelligent indem sie die vorhandenen Geräte (mobile Wallbox) durch einfache adaption zu einer Wallbox macht und dazu passend ein Lastmanagement bietet... Macht einfach mehr sinn, weil sie dadurch die Stückzahl eines herkömmlichen Produktes erhöhen und damit bessere preise erreichen können (so macht es Tesla übrigens auch).


Ich erlebe es derzeit einfach sehr stark bei freunden das es ihnen als Mieter, oder sogar Wohnungseigentümer quasi unmöglich gemacht wird eine lademöglichkeit zu bekomme (sogar wenn sie einen eigenen parkplatz haben), und wenn, dann kostet die Bereitstellung der Leitung plötzlich +3000€ (Wallbox kommt da aber noch on the top drauf).

Also ganz offengesprochen, das Problem der Elektromobilität liegt definitiv nicht am derzeitigen Akkudesign, sondern an der Infrastruktur sowie der Gesetzgebung.

Gleiches Thema mit Schnellladern unterwegs, ja was soll denn der ganze Shit??? Ja sorry, ich kenne mich zwar aus, und komme entsprechend natürlich auch zurecht, aber es kann nicht sein das jemand der bereit ist ein E-Auto zu kaufen quasi eine Ausbildung zum Techniker braucht um damit von Tirol ins Burgenland zu kommen. Um halbwegs günstig von A nach B zu kommen brauche ich dafür 5 verschiedene Ladekarten, dazu funktioniert jede Abrechnung anders (einmal pauschal, dann nach kWh, beim nächsten nach Minute...).. Dann funktioniert jede Station anders, eine mit tasten, eine mit touch, bei der einen drückst du auf start und steckst dann an, bei der nächsten steckst du an und drückst dann auf start... das is doch alles hundemist. Großteils steht dann nichtmal am gerät was es kosten wird.. Ich will eine einfache Ladestation mit der jeder zurecht kommt, da gehört primär eine Zahlungsmöglichkeit per Bank/Kreditkarte, und dazu eventuell noch irgendwelche Ladekarten.

Hier ist meiner Meinung nach (wie es auch bei normalen Tankstellen bzw Zapfsäulen der Fall ist) eine gesetzliche Regelung her. Es gehört geregelt wie abgerechnet werden muss bzw darf, das Layout der Ladestation (Bedieneinheit) sowie der Inhalt der Daten die am Display angezeigt gehört auch festgelegt.


Sorry für den langen text, aber das ist ein Thema wo ich mich stunden lang auskotzen könnte :). Da werde ich direkt emotional weil mich das so wahnsinnig macht.


Castlestabler schrieb am 29.11.2019 um 13:00

3000€ für einen Starkstromanschluss finde ich gerechtfertigt, je nach Gegebenheit.
Jede Wohnung muss mit so und soviel Ampere versorgt werden, wenn ich jetzt die Summe überschreite, darf ich sogar die Hausanschlußleitung neu graben

Leitungen mit dem benötigten Querschnitt sind halt nicht mehr billig und einfach zu verlegen.


Master99 schrieb am 29.11.2019 um 13:10

Zitat aus einem Post von hachigatsu
-> Infrastruktur... Es muss einfach möglich sein das auch in der City täglich jeder Laden kann..

nope, der großteil der autos gehören raus aus der stadt und nicht durch elektro-autos ersetzt. das ist einfach eine ganz andere angelegenheit wie am land wo man nicht ohne auto auskommt. (was aber durchaus ein henne ei problem ist nachdem man die ganzen geschäfte in außerlich gelegene einkaufszentren verbannt hat und der ortskern ausstirbt)

@ Castlestabler: ich glaube nicht dass die notwendige Hausanschlussleistung unbedingt so viel nach oben gehen würde, weil in der Nacht ja sonst nicht viel passiert im Haus wenn mal alle im Bett sind oder nur noch Abends vorm Fernseher. Da kommt dann wieder das von hachigatsu angesprochene Lastmanagment ins Spiel das hier helfen könnte dass man die Autos zwar direkt nach dem heinkommen ansteckt, aber sie erst nach dem Abendpeak (Abendessen kochen usw.) zu laden beginnen. (22-7 Uhr)

es reicht ja dann eine einzelne 16Ampere Dose pro Stehplatz aus um in den 9 Stunden 200km Fahrleistung nachzuladen (womit der durschnittliche Tagesverbrauch mehr als leicht abgedeckt wird für die meisten)


Castlestabler schrieb am 29.11.2019 um 14:50

Für einen 1-Phasenlader wird aber hoffentlich keiner die 3000€ Anschlußgebühr verlangen.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass man mit einer intelligenten Steuerung die Last verteilen kann. Man muss halt auch gewillt sein mitzugehen und vielleicht mal eine Nacht nicht geladen zu werden.

Eine Lastmessung auf ein paar Anschlüsse zu installieren wird aber auch wieder etwas kosten und die Abschaltung muss einfach hingenommen werden.


hachigatsu schrieb am 29.11.2019 um 14:58

Zitat aus einem Post von Master99
nope, der großteil der autos gehören raus aus der stadt und nicht durch elektro-autos ersetzt. das ist einfach eine ganz andere angelegenheit wie am land wo man nicht ohne auto auskommt. (was aber durchaus ein henne ei problem ist nachdem man die ganzen geschäfte in außerlich gelegene einkaufszentren verbannt hat und der ortskern ausstirbt)

Achja, ich vergesse immer das Stadtbewohner keine Autos haben sollten... Ganz egal ob sie eventuell ständig Verwandte am Land besuchen oder gar am Land arbeiten, nur öffi ist das wahre....

Wie lang brauche ich nochmal mit dem öffi in die Arbeit? Achja, 1,5h pro Strecke... Ich kenne auch Leute aus der city die 30minuten öffi fahren müssen, obwohl es nur 5min mit einem Gefährt wären.
Salzburg eben...

Zitat aus einem Post von Castlestabler
Für einen 1-Phasenlader wird aber hoffentlich keiner die 3000€ Anschlußgebühr verlangen.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass man mit einer intelligenten Steuerung die Last verteilen kann. Man muss halt auch gewillt sein mitzugehen und vielleicht mal eine Nacht nicht geladen zu werden.

Eine Lastmessung auf ein paar Anschlüsse zu installieren wird aber auch wieder etwas kosten und die Abschaltung muss einfach hingenommen werden.

Geht nicht um eine Phase für 3000€, geht um die Anschlussleitung.
Derzeit wissen wir sowieso nicht wohin nachts mit dem Strom, deshalb gibt es Stromanbieter wo der Strom nachs von 0-6uhr nur 0-4cent statt 8-10cent kostet.

Lastverteilung war nicht aufs Stromnetz selber bezogen, sondern auf den gesamten Anschluss des Gebäudes.


Castlestabler schrieb am 29.11.2019 um 15:09

Deswegen hatte ich Anschlußgebühr erwähnt


Master99 schrieb am 29.11.2019 um 15:50

Zitat aus einem Post von hachigatsu
Achja, ich vergesse immer das Stadtbewohner keine Autos haben sollten... Ganz egal ob sie eventuell ständig Verwandte am Land besuchen oder gar am Land arbeiten, nur öffi ist das wahre....

Wie lang brauche ich nochmal mit dem öffi in die Arbeit? Achja, 1,5h pro Strecke... Ich kenne auch Leute aus der city die 30minuten öffi fahren müssen, obwohl es nur 5min mit einem Gefährt wären.
Salzburg eben...

Salzburger Öffis sind eine Katastrophe. Sowohl am Stadt als auch am Land. Auch Das Tarifmodell in der Stadt Salzburg ist btw. auch ein absoluter Graus.
Aber dass das besser geht sieht man ja in anderen österr. Städten. Von dem her bitte ich Salzburg nicht als das zu betrachten was mit Öffis mögich ist bzw. was die Alternative sein soll zu betrachten.

Das größte Problem in Salzburg Stadt ist ja der Platz und das deswegen auch die OBusse im Stau stehen. Wie könnte man das u.a. verbessern -> indem man die Anzahl der Privatautos die tagtäglich in der Stadt rumfahren reduziert und dann automatisch bessere Öffis bieten könnte.

Und ja, nicht jede Strecke lässt sich öffentlich sinnvoll zurücklegen, aber wenn man 5min mit dem Auto fährt könnte man die gleiche Strecke wohl auch in 10min mit dem Fahrrad fahren oder in 15min gehen. (oder die 5min sind einfach gelogen)

Aber es ist genauso wie Lademöglichkeiten in der Wohnhausgarage alles viel mehr ein 'wollen' und weniger ein 'geht nicht'.

Und wieso fühlst du dich angesprochen, wohnst ja nicht in der Stadt? Und die Leute die privat regelmäßig (zB Wochenende) in die Bezirksgaue fahren brauchen ja nicht zwangsläufig eine tägliche Auflademöglichkeit daheim, oder?
Meine Schwester wohnt in Salzurg Süd und fährt am Wochenende oft in den Pinzgau. Wenn die einmal in der Woche aufläd langt das (und beim Haus meiner Eltern im Pinzgau gäbe es inzwischen ne 22kW Wallbox seit der Untermieter einen Tesla3 hat)

Für die Leute die von der Stadt ins Land Pendeln könnten die Arbeitgeber ja Ladeinfrastruktur zur Verfügung stellen...
aber eigentlich sollte man sich zu erst mal anschaun wieso so viele für einen Bürojob eigentlich soviel durch die Weltgeschichte gondeln müssen. Zumindest ein paar Tage/Woche könnte man sich das wohl sparen.


edit:
du hattest ja geschrieben von "Es muss einfach möglich sein das auch in der City täglich jeder Laden kann.."

und da find ich, nope, muss es nicht. das heißt ja nicht das ich alle autos aus der stadt verbannen will. aber den großteil der es eigentlich eh nicht braucht, ja, die schon. oder besucht _jeder_ ständig verwandte am land oder arbeitet außerhalb der stadt :D


hachigatsu schrieb am 29.11.2019 um 17:26

Und wieder ein kleiner Fortschritt... Trockene liion-akkus die offenbar nicht brennen und mehr Kapazität haben.
https://t3n.de/news/keine-brandgefa...-bauen-1228806/


Bender schrieb am 21.12.2019 um 18:38

Der allwöchentliche Super/Wunderakku - diesmal von IBM

https://gizmodo.com/ibm-research-cr...-lit-1840535845
https://futurezone.at/science/ibm-k...eifel/400709364

https://www.engadget.com/2019/12/18...ry-cobalt-free/


XeroXs schrieb am 04.01.2020 um 09:19

Find ich ganz gut zusammengefasst.


Castlestabler schrieb am 04.01.2020 um 10:07

Was in dem Artikel wieder komplett ausgeblendet wird, wo wird die erneuerbare Energie gespeichert.

Wenn während der Rush Hour ein super Wind geht, kann ich zwar irgendeine Windsportart ausüben, ins Auto kommt er trotzdem nicht.

Die gleiche Schwierigkeit gibt es bei PV auch. Ich kann super in Nähe der Küste von Tunesien und Marokko PV bauen, der Strom kommt trotzdem nicht im Sackerl zu mir ins Auto.

Entweder es dürfen mehr Freileitungen gebaut werden oder es muss eine andere Lösung her.


Smut schrieb am 04.01.2020 um 11:01

Mit der erneuerbaren engergie kannst du zb. Wasserstoff erzeugen der dann in weitererfolge dann der Energieträger ist.
Ich sehe aber Energiegewinnung vs. Antrieb generell als zwei unterschiedliche Probleme die von komplett unterschiedlichen Industriezweigen angegangen werden.


XeroXs schrieb am 05.01.2020 um 14:03

Pumpspeicher haben wir auch einige..


Castlestabler schrieb am 05.01.2020 um 16:46

Zitat aus einem Post von Smut
Mit der erneuerbaren engergie kannst du zb. Wasserstoff erzeugen der dann in weitererfolge dann der Energieträger ist.
Ich sehe aber Energiegewinnung vs. Antrieb generell als zwei unterschiedliche Probleme die von komplett unterschiedlichen Industriezweigen angegangen werden.

Schlussendlich entscheidet der Preis.
Wenn der Strom unterwegs zum Laden zu teuer wird und dann Wasserstoff billiger, sieht die Sache wieder anders aus.
Es hängt ganz davon ab, was man will und wo die Leute sagen, dass ist vertretbar.
Effizienz interessiert keinen, wenn es um jemandes z.B. Ausblick geht.


Hubman schrieb am 05.01.2020 um 22:08

Zitat aus einem Post von Castlestabler
Was in dem Artikel wieder komplett ausgeblendet wird, wo wird die erneuerbare Energie gespeichert.
Ja, Speicher darf(muss) man sicherlich dazurechnen. Dazu gibt es etliche Berechnungsmethoden. Kommt immer drauf an, welche Art von Speicher man nimmt, wieviel Energie für die Herstellung/den Betrieb verbraucht wird, wieviele Jahr der Speicher läuft und auf wieviele Autos wir diese Energie dann aufteilen.
Nach meinen persönlichen Berechnungen müsste man relativ positiv gesehen 3-5kwh nochmal abziehen. Wenn man die Rechnung relativ negativ auslegt, wärens ca. 7-10kwh

Zitat aus einem Post von Castlestabler
Die gleiche Schwierigkeit gibt es bei PV auch. Ich kann super in Nähe der Küste von Tunesien und Marokko PV bauen, der Strom kommt trotzdem nicht im Sackerl zu mir ins Auto.
??? Warum in Tunesien und Marokko? Österreich wird über eigene PV versorgt werden. In kaum einem reichen westlichen Land ist der PV Ausbau so schleppend und wird skeptisch gesehen, wie in Österreich. Wird sich auch ändern.

Zitat aus einem Post von Castlestabler
Schlussendlich entscheidet der Preis.
Wenn der Strom unterwegs zum Laden zu teuer wird und dann Wasserstoff billiger, sieht die Sache wieder anders aus.

Absolut, schlussendlich entscheidet der Preis.

Mal eine aktuelle Vergleichsrechnung (Werte sind grobe Beispiele):
E-Batterieauto verbraucht 17kwh auf 100km
Bei 25cent/kwh kommen wir auf 4,25€, in den Betrag sind sämtliche Abgaben und Steuern enthalten!

E-Wasserstoffauto verbraucht 1kg H2 auf 100km
1kg H2 wird aktuell zu 9€ angeboten, ohne Abgaben oder Steuern!
(einen marktwirtschaftlichen Preis für grünen H2 gibt es aktuell noch nicht)

E-H2-Auto ist bei den Verbrauchskosten noch relativ weit vom Preisniveau der E-Batterieautos entfernt und es schaut momentan nicht so aus, als ob sich das in den nächsten 5 Jahren signifikant ändern wird. Evtl. bis 2030 könnte da schon etwas Bewegung reinkommen.




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