die ganze rückseite ist offen, auch zum ohr hin, zumindest bei allen offenen die ich hab/kenn, ausserdem haben offene von haus aus meistens luftdurchlässige pads aus stoff.
Moment - ja die Rückseite ist offener (nicht ganz offen - da gibts nur sehr wenige Ausnahmen, aber das spielt hier keine Rolle)
Zum Ohr hin ist der Treiber dazwischen - das ist egal ob Offen oder Geschlossen.
Wenn beim Treiber zwischen vorne und hinten kein Widerstand ist hat man einen akustischen Kurzschluss - das geht nur bei sehr großer Membranflächen und ausreichend Leistung (Das Prinzip gibt auch bei Lautsprechern, zB bei Elektrostaten oder Open Baffle)
Welche Pads man nimmt ist akustisch zwar wichtig, aber für den Luftaustausch egal. Solang diese nicht gut abdichten hat man Probleme mit dem Klang. zB als Brillenträger kennt man das. Weniger Bass und die Mitten klingen komisch. Bei In-Ear ist das recht häufig wenn die Tips zu groß oder zu klein sind.
Was man merkt ist natürlich der Hautkontakt dass sich Stoff länger Kühl anfühlt und zB die Gelpads diese Wärme von der Haut abführen (die AKG K712 wurden hier schon mal genannt). Das hat aber auf die Ohrtemperatur recht wenig einfluss (Selbstversuch mit Dekoni Lederpad und den originalen Gelpad) - Obwohl der Kopfhörer offen ist hat man das Gefühl dass es mit dem Leder wärmer wird. Mit einem IR Thermomenter die Ohrmuschel gemessen ist aber innerhalb der Schwankungsbreite.
Das selbe beim ~30min Probehören letztes Jahr mit den DCA Aeon2 Noire und Aeon Open (identer Treiber und restlicher "Aufbau", selben Pads, aber geschlossen vs offenes Prinzip) beide fühlten sich ident warm an (hatte das Thermometer nicht mit)
is das nicht common knowledge das offene kühler sind? warum weiß ich auch ned, kann ich auch nur vermuten.
Soll nicht heißen dass man das nicht hinterfragen darf aber gibts dazu messungen?
Eher urban Legend - es gibt ein paar Versuche aber keine echten Studien dazu. Ich hab dann bei mir mal gemessen, nach dem ich eine Studie in Nature(?) gelesen habe wie man mit wearables am Ohr das Temperaturempfinden verändern kann habe ich mir dazu Gedanken gemacht. Man findet ein paar wenige Foren Diskussionen zu ähnlichen Themen.
Ich kann mir den Hauptunterschied und warum es zu dem "common knowledge" nur erklären dass geschlossene Kopfhörer früher meistens kleinere Pads und Treiber verwenden (kleinere "vordere" Kammer) und mit höherem Anpressdruck arbeiten. Dazu wie von InfiX schon erwähnt dass man dort auf dichtere Lederpolster gesetzt hat.
Das hatte den Grund dass man geschlossene Kopfhörer spezifisch für mehr Bass designt hat.
im winter zieht man mehr schichten an damit weniger körperwärme verloren geht.
die erste schicht auf der haut ist wichtig aber nicht absolut entscheidend.
natürlich ist nicht jeder geschlossene automatisch wärmer und jeder offene automatisch luftiger. aber
wieso sollte dieses thermodynamische prinzip bei kopfhörern nicht gelten?
hausisolation funktioniert ja gleich.
Thermodynamik ist ein Axiom und gilt immer.
Ich kann aber deinem Beispiel "Pullover" und "Haus isolation" nicht ganz auf Kopfhörer umlegen.
Probieren wir mal ein Flow zu skizzieren:
Ohr/Haut | Membran | Cup
Bei offenen ist der Cup durchlöchert und bei geschlossenen zu (und meist nochmals extra bedämpft).
Ich hab mir damals mal eine Physikalischen Chemie Bücher hergenommen und versucht den Wärmeaustausch über die Membran zu rechnen. Je nach Material komme ich auf 8-30mW bei einem Temperaturunterscheid von 10°C (20° außen und 30° innen).
Es gibt zwar Vents in der Schallwand aber die sind so klein und extra bedämpft dass sie für den Wärmeaustausch keine Rolle spielen können (1-3mW).
Aber wenn wir uns ehrlich sind, sind wir hier wieder extrem Offtopic