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Amokfahrt in Graz

crumb 28.06.2015 - 17:57 9706 115 Thread rating
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Ultimus

Do you have T.P.?
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Richter können keine Erklärung abgeben, sondern nur die StA und der/die Angeklagte. Beide Seiten haben drei Tage Bedenkzeit.

Hansmaulwurf

u wot m8?
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Zitat von AdRy
Ist vl. offtopic aber warum sind Urteile fast immer "nicht rechtskräftig" weil der Richter keine Erklärung abgibt. Was hindert ihn daran eine Erklärung abzugeben und damit das Urteil rechtskräftig zu machen?
Das hat mit Einspruch der Verteidigung zu tun afaik. Du hast das Recht auf Einspruch oder nichtigkeit zu plädieren, als Verteidigung innerhalb einer gewissen Frist.

@Urteil : Find ich soweit korrekt. Zurechnungsfähig ist ja Grundbedingung für schuldig, oder? ( die genaue Argumentation der Psychologin würd mich echt interessieren)
Bearbeitet von Hansmaulwurf am 29.09.2016, 19:51

~PI-IOENIX~

Pappenschlosser
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laut medien warns ja drei psychologische gutachten wenn ich mich nicht irre

Hansmaulwurf

u wot m8?
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Zitat von ~PI-IOENIX~
laut medien warns ja drei psychologische gutachten wenn ich mich nicht irre
Ja, aber entschieden worden ist es vor Gericht durch die Laien wenn ich das richtig verstanden habe, nachdem die Psychologin argumentiere es ware eine Amokfahrt durch gekränkten ("männlichen") Stolz. Orf.at hat das recht ausführlich wie die Psychologin argumentiert (um mir selbst zu antworten :D)

eitschpi

alles wird gut
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Ziemlich org. Es gab zwei Gutachten und fünf Ärzte (Psychiater?), die ihn als unzurechnungsfähig gesehen haben.

xtrm

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Irgendwo muss die Grenze sein, sonst ist ja niemand zurechnungsfähig, weil er irgendeine Störung hat. Um ein Mörder zu sein muss man ja quasi schon per Definition eine Störung haben. Das Urteil passt.

~PI-IOENIX~

Pappenschlosser
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stell ich mir nicht einfach vor die arbeit. verrückt genug für die anstalt, nicht ganz verrückt gefängnis samt rattenschwanz an strafmaß was drannhängt. na servas

semteX

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Zitat von eitschpi
Ziemlich org. Es gab zwei Gutachten und fünf Ärzte (Psychiater?), die ihn als unzurechnungsfähig gesehen haben.
3 gutachten, 2 haben ihn als nicht zurechnungsfähig gesehen (mit teilweisen recht lustigen auswüchsen der marke "der kann der verhandlung keine 2h folgen"), der 3. war der meinung, dass er den ******* nur vorspielt und seine kollegn solln ned jeden mist glauben, den der angeklagte aus da wikipedia ablest.

edit: funfact am rande - die MRT untersuchung des Hirns gabs erst am 5. Verhandlungstag weil

ER

EIN

KASSN PATIENT

IST.

und da is halt 3.5 monate wartezeit :eek: :bash:

geht ja nur um gutachten und 3-fach mord verfahren
Bearbeitet von semteX am 29.09.2016, 22:06

eitschpi

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Ja, der Gutachter war ein "Psychiater" mit Schwerpunkt Neurologie. Dann gab's noch eine Psychologin!, die noch nie einen Schizophrenen behandelt haben kann.

Und der Richter fordert die Geschworenen auf, mit dem Bauch zu entscheiden und die Gutachten zu ignorieren...
Bearbeitet von eitschpi am 29.09.2016, 22:15

~PI-IOENIX~

Pappenschlosser
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Wie spezifisch kann ein Fachgebiet sein wenn kein Gutachtem dem anderen gleicht. Ich mein bei Hunz und Kunz wird ein Gutachten erstellt und das is dann dein Urteil. Na servas

Ich find das so schwammig was die jedes mal zammenmurksen. Für mich is Kbochen brochen oder nicht, Karies oder Nicht, etc. Das 'Fachgebiet' is ein Kaudawelsch ich würd verrückt werden

AdRy

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Die Psychologie ist eben nicht eindeutig. Da gibts sicher Zustände die biologisch nachweisbar sind ("chemie stimmt ned") aber vieles beruht einfach auf Erfahrungwerten (siehe die ganzen methoden/test die zur beurteilung verwendet werden) z.b. für schizophrenie gibts nicht eine allwirksame behandlungsmethode, weil man nicht mal zu 100% die Ursache kennt.

Es bleibt bei sowas also immer ein subjektiver Faktor dabei, abgesehen davon, dass der Patient simulieren kann.
Bearbeitet von AdRy am 29.09.2016, 23:23

eitschpi

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PsychologInnen dürfen psychisch Kranke weder untersuchen, dadurch natürlich auch keine Diagnose stellen und schon gar nicht therapieren.

Ja, Psychiatrie ist ein komplexes Fachgebiet, aber alle, außer der eine Gutachter waren sich einig, was es war. Und erfahrenen Gutachtern Schizophrenie vorspielen, vor allem weil er ja auch medikamentös behandelt wurde - ja klar, sehr wahrscheinlich.

Wo sind die Maninisten, weil die Psychologin gesagt hat: "Es war in seiner Männlichkeit gekränkt und deswegen wollte er gezielt Leute umbringen." oder was für einen Bullshit die genau von sich geben musste.

Starsky

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Zitat von eitschpi
Ja, der Gutachter war ein "Psychiater" mit Schwerpunkt Neurologie. Dann gab's noch eine Psychologin!, die noch nie einen Schizophrenen behandelt haben kann.

Und der Richter fordert die Geschworenen auf, mit dem Bauch zu entscheiden und die Gutachten zu ignorieren...
Deiner Meinung hätte Alen R. vielleicht sogar einen Freispruch verdient?

Hansmaulwurf

u wot m8?
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Zitat von AdRy
Die Psychologie ist eben nicht eindeutig. Da gibts sicher Zustände die biologisch nachweisbar sind ("chemie stimmt ned") aber vieles beruht einfach auf Erfahrungwerten (siehe die ganzen methoden/test die zur beurteilung verwendet werden) z.b. für schizophrenie gibts nicht eine allwirksame behandlungsmethode, weil man nicht mal zu 100% die Ursache kennt.
Biologische Marker gibt's keine in dem Sinn das man es aufs individuelle Level runterbrechen könnte, und sagen "hey bei dem ist dopamin dort und da niedriger, der hat Depression/Schizophrenie/..". Es wird auch teilweise davon ausgegangen das mehrere Faktoren die Entstehung begünstigen, das heißt es wird vielleicht nie eine allwirksame Behandlungsmethode geben und die eine Ursache. Das ist bei psychiatrischen Erkrankungen generell ein Problem, z.B. bei Depression gibt es schon bei der Medikamentengabe eine größere Auswahl, und welches Medi der Patient bekommt, kommt u.a. auch auf die Erfahrungen der Ärzte an was funktioniert und vertragen wird. Und wenn die Medikamente nicht wirken, gibt's andere Medikamente, wenn die noch immer nicht wirken andere Therapien.

Ich muss eitschpi teilweise zustimmen, ich finds schon komisch, das man mehrere psychiatrische Gutachten einholt, und dann lässt man am letzten Prozesstag vorm Urteil noch eine Psychologin "ihre" (andere) Theorie präsentieren. Im Sinne einer Wahrheitsfindung wärs vielleicht besser gewesen wenn sie eine Art Streitgespräch mit einem der Psychiater führt, der meinte er sei schizophren. Wie oben beschrieben kommt es oft auf das individuelle einschätzen und die Erfahrung des Arztes an, da ist es leichter eine schriftliche Diagnose zu zerlegen, wenn der Psychiater nicht argumentieren kann warum, und was er selbst gesehen hat. (Hier sei noch dazugesagt das Psychologen bei Psychiatern und in der Klinik "etwas" verschrien sind, ob gerechtfertigt oder nicht will ich nicht beurteilen. Ich will hier nicht das "Psychologen können nix"-Klischee reiten, aber das ist im Zuge der Diskussion vielleicht interessant zu wissen)
Bearbeitet von Hansmaulwurf am 30.09.2016, 09:01

eitschpi

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Nein. Der Meinung der Psychiater nach ist er unzurechnungsfähig. Die Geschworenen wurden dazu aufgerufen, Gutachten zu ignorieren, sie haben nach Bauchgefühl entscheiden sollen. Die haben sich ja auch kaum beraten.

Mir ist der Typ ja wirklich scheißegal, mir is auch wurscht ob der Lebenslänglich kriegt oder in einer Anstalt verrottet. Ich find das halt im Endeffekt juristisch und medizinisch nicht wirklich fair.

Ich kann mir gut vorstellen, dass da bei der Berufung etwas geht.

Ganz ehrlich, wenn der jetzt unzurechnungsfähig in eine Anstalt geht, zeigt's mir bitte den Richter, der die Verantwortung übernimmt den als reintegriert wieder rauszulassen, egal wann.

/edit: Ja hansmaulwurf, natürlich ist Psychiatrie iiirgendwas bei vielen Erkrankungen. Ich mein, die jagen therapieresistenten Depressiven und Katatonischen einfach Strom direkt ins Gehirn. Ich hab da einmal zugeschaut, und gefragt was der jetzt "100" reinhaut, und bei Austherapierten dann "200". Sind das Prozent von irgendwas, was ist das für eine Einheit? Und der Psychiater, der das Go gegeben hat hat mir geantwortet: "Das hab' ich befürchtet, dass Du das fragst." Dann frag' ich nach dem Wirkungsmechanismus und er erzählt irgendwas von "Brain derived irgendwas Faktor" (sic!). Es wirkt, keiner weiß wie, es richtet riesige Schäden an aber es ist allen wurscht, was der Wirkungsmechanismus ist.

Wennst einen Psychiater fragst, warum er dem Depressiven diese Antidepressiva gibt und nicht andere, gibt er dir entweder keine Antwort oder eine Antwort, die gar nichts mit Deiner Frage zu tun hat. Es ist halt größtenteils nicht viel mehr objektivierbar, das liegt an der komplexen multifaktoriellen Genese der Erkrankungen und an den riesigen Unterschieden in der Biologie der Individuen.

Das tut nichts zur Sache, dass Psychiatrie eine Wissenschaft ist und dass psychiatrische Behandlungen sehr viel Sinn machen. Und vor allem hat das nichts damit zu tun, welche Krankheitsbilder ein Gutachter feststellt. Die, die unzurechnungsfähig waren, waren sich ja bei der Schizophrenie einig.
Bearbeitet von eitschpi am 30.09.2016, 09:11
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