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Corona Virus und die Arbeit

semteX 25.03.2020 - 06:54 27528 451 Thread rating
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berndy2001

Komasäufer
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Bei uns in der Arbeit steht jetzt auch das Thema Kurzarbeit an bzw. die Vorgabe vom Management die Stunden leicht zu reduzieren.
Gibt es wo einen Rechner der ausrechnet wieviel man bei Gehalt x und zB 85% Arbeitszeit (und 15% Ausfall) bekommt? Der AMS Rechner zeigt ja nur die Mindestsumme an.

Jetzt gibts auch kritische Stimmen die sagen 85% arbeiten, aber nur 80% Gehalt bekommen geht gar nicht. Ist es nicht so, dass die 85% das Unternehmen voll zahlt und nur die restlichen 15% zu 80% der Staat? Ich weiß das wurde schon wo besprochen, aber ich finde es gerade nicht und eine offizielle Quelle wäre auch hilfreich.

ccr


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Es gibt die Nettoersatzrate, die ist das Minimum das Du bekommen musst, egal wie wenig Du arbeitest.
Das AMS zahlt dem Arbeitgeber die Differenz zwischen dem Gehalt, das er Dir für Deine Stunden zahlen muss, und der Nettoersatzrate.

Ist die Nettoersatzrate bei Deinem Gehalt 80%, und Du arbeitest 50%, würde das AMS die 30% Differenz zahlen.
Würdest Du aber 90% arbeiten, müsste Dir meines Erachtens nach der Arbeitgeber die 90% für die tatsächliche Arbeit zahlen, und würde auch keine Unterstützung vom AMS erhalten.

Ich hätte bisher noch nicht gehört, dass ein Arbeitgeber die Arbeitszeit nur um die paar Prozent senkt. Die Ersparnis ist zu gering, da weiterhin volle Abgaben zu zahlen sind, auch das Urlaubsgeld voll ausgezahlt werden muss, und das AMS eben auch nichts beiträgt.
Irgendwie ist das nur eine sehr theoretische Konstruktion.


Edit: der Kurzarbeitsrechner würde zwar das Gehalt auch bei 99.99% Arbeitszeit auf 80% kürzen, aber ich denke nicht, dass das so tatsächlich durchgehen würde.
Bearbeitet von ccr am 28.03.2020, 22:25

El_Barto

Big d00d
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Es soll wohl sehrwohl Firmen geben die das System recht mathematisch zu ihrem Vorteil angehen wollen und Kurzarbeit anmelden, daher die Zahlung an die Mitarbeiter auf 80% reduzieren und die Leute aber mit Maximalbeschäftigung von 90% weiterarbeiten lassen --> kaum Produktivitätseinbußen und durchs System müssen sie den Leuten nur 80% bezahlen... Auch wenn sie die 80% in dem Fall aus eigener Tasche zahlen müssen, erhoffen sie sich einen rechnerisches Plus daraus... Alles natürlich unter dem Deckmantel, dass hier jetzt jeder natürlich seinen Beitrag leisten muss damit so viele Beschäftigte wie möglich behalten werden können... (Das wird zu einem gewissen Teil auch sicher richtig sein, die Mathematik liefert bei so einem Beschäftigungssatz doch ein wenig einen fahlen Beigeschmack)
Betriebsrat gibts natürlich keinen, also lauter Einzelvereinbarungen die zu einem Zeitpunkt abgeschlossen wurden, als viele der Änderungen vom Kurzarbeitssystem noch nicht bekannt waren.

Soll auch Firmen geben, bei denen HomeOffice ohne Zeiterfassung geregelt ist. Ein HomeOffice-Tag entspricht dort dann einfach von Haus aus z.B. 7h, egal wieviel dann tatsächlich gearbeitet wird. Bin gespannt wie sowas geregelt wird bzw. kontrolliert wird...

Bin gespannt ob nach der Kurzarbeitsperiode ein wenig darauf geachtet wird / kontrolliert wird ob in dieser Zeit Firmen tatsächlich Umsatzeinbußen hatten oder ob Buchhalterisch getrickst worden ist und Umsätze vielleicht nur in andere Monate verschoben werden.

Eine Frage in Eigeninteresse hätt ich noch falls sich jemand damit auskennt:
Wie ist das mit monatlich berücksichtigter Pendlerpauschale und Pendlereuro im Home-Office und Kurzarbeit? Muss ich die abmelden oder darf ich die in vollem Ausmaß weiterbeziehen wegen Corona-Situation?

ccr


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Von einer Ausnahme habe ich bisher nichts gehört. Damit müsste die Drittelregelung gelten.
Zitat
Für das volle Pendlerpauschale müssen die Voraus­setzungen an mehr als der Hälfte der möglichen Arbeitstage eines Monats, also zumindest an 11 von 20 Arbeitstagen, gegeben sein.

Zwei Drittel können Sie seit 2013 absetzen, wenn Sie diese Voraussetzungen zwischen acht und zehn Tagen in einem Kalendermonat erfüllen.

Ein Drittel gibt es, wenn diese Voraussetzungen zumindest an vier, höchstens an sieben Tagen des Monats erfüllt sind.

Ausnahmen sind Feiertage, Urlaube und Krankenstände, die zu keiner Kürzung führen.

InfiX

she/her
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um auch mal eine andere perspektive zu geben nachdem sich das HO inzwischen eingependelt hat...

es hat sich nichts wirklich geändert - außer dass ich jetzt halt daheim sitz, manche sachen sind ein bissl komplizierter... aber im großen und ganzen geht die arbeit weiter wie vorher auch, stunden werden weiter normal erfasst, zmittag mach ich pause, meetings gehen über videochat... das büro läuft weiter.

manchmal ists ein bissl seltsam weil das "heimkommen" nach der arbeit fehlt... und diesen freitag hab ich unerwarteterweise viel länger gearbeitet als normal weil der druck heimzugehen nachdem schon alle ausm büro sind nicht da war ^^
Bearbeitet von InfiX am 29.03.2020, 03:50

chrisbaer

Bloody Newbie
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Also mich verwirrt diese ganze Rechnerei für das Nettogehalt eines Arbeitnehmers. In den Medien, auch AK, werden Beispiele gebracht...
Dort heisst es... zB bei 2500 Brutto, das sind 1748,65 Netto. Und davon 85%, das sind 1486,35 , bekommt der Arbeitnehmer im Monat.

Beim AMS Rechner https://www.ams.at/unternehmen/pers...fuer-kurzarbeit
heisst es aber... zB bei 2500 Brutto, es wird ABGERUNDET? auf 2451, das sind 1722,57 Netto. Und davon 85%, das sind 1464,18 bekommt der Arbeitnehmer im Monat.

Warum zum Teufel muss da abgerundet werden?
Was stimmt nun? Wenn in der Bundesrichtlinie steht das 85% vom letzten Nettoeinkommen gezahlt werden. https://www.ams.at/content/dam/down...01_kua_RILI.pdf

ccr


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Steht doch auf der AMS Seite eh dabei, dass auf 50 Euro abgerundet wird.

Ich habe noch nicht nachgerechnet, aber möglicherweise hat das damit zu tun, dass damit die Sprünge von 80 auf 85 und 90% geglättet werden. Weil sonst hätte ja jemand mit Hausnummer 1700 Euro und 85% Ersatzrate effektiv mehr als jemand mit 1701 Euro aber nur mehr 80% Ersatzrate.
Oder man wollte sich das Leben einfacher machen.

tialk

OC Addicted
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bei uns gabs nur 10-70% zur Auswahl (oder wie ich halt weiterhin 100...) - es gibt natürlich bei den meisten viel weniger zu tun bei uns.

es scheint leider wirklich Unternehmen zu geben die versuchen alle Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken, obwohl genug Arbeit da ist - bin gespannt wie die sich aus der Affäre ziehen.

HUJILU

Parkplatzrunner
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"Die meisten HQ Mitarbeiter werden ab 1. April auf Kurzarbeit angemeldet"

Keine genauen Infos, schön. Bis 1. April ist nicht mehr viel Zeit. Bin ja gespannt wann die HR das alles durchgehen will (mir ist bewusst, dass sie es auch im Nachhinein machen können).


Weiters werden seit letzter Woche immer mehr Personen "verabschiedet" (u.a. Personen die jetzt im April noch 100% Zielprämie bekommen - also es nicht der Arbeitsleistung geschuldet ist)...

SaxoVtsMike

R.I.P. Karl
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weil es in da Firma gerade wieder gefallen ist.
Wir sind offiziell auf "Teleworking" weil "Home Office" rechtlich anders ist.
Gibts hier zufällig jemanden jus bewandten der dazu was sagen kann ?
Wo liegen die Unterschiede in den beiden begriffen das sich (aussagen zufolge) unsere gesammte Rechtsabteilung dazu gerade den Kopf zerbricht und jede führungskraft aufgefordert wird den Ausdruck Home Office zu vermeiden und anstelle dessen Teleworking zu verwenden...

rad1oactive

knows about the birb
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Bin jetzt auch ab April auf 50% KUA.
Juhu...... Not.

PIMP

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Zitat aus einem Post von SaxoVtsMike
Wir sind offiziell auf "Teleworking" weil "Home Office" rechtlich anders ist.
Gibts hier zufällig jemanden jus bewandten der dazu was sagen kann ?
Wo liegen die Unterschiede in den beiden begriffen das sich (aussagen zufolge) unsere gesammte Rechtsabteilung dazu gerade den Kopf zerbricht und jede führungskraft aufgefordert wird den Ausdruck Home Office zu vermeiden und anstelle dessen Teleworking zu verwenden...

Keine Ahnung, ich vermute aber:
(Unfall)Versicherung am Arbeitsplatz?
Kosten(übernahme) der Ausstattung? (Bildschirm, Notebook, Internet, ...)

ccr


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Teleworking ist die temporäre Möglichkeit, ausserhalb des Büros zu arbeiten (kann dann auch bei Starbucks oder im Ferienhaus sein).
Home Office ist eine "permanentere" Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten - üblicherweise muß dann auch sichergestellt sein, dass die arbeitsmedizinischen Voraussetzungen erfüllt werden, der Arbeitgeber muß das Equipment zur Verfügung stellen, der Arbeitnehmer hat das Recht, für Aufwendungen entschädigt zu werden (Internet, Strom, AfA, etc.).

Im alltäglichen Sprachgebrauch wird das gerne verschwommen verwendet. Da aber neuerdings Arbeitnehmerinteressenvertreter trommeln, dass doch die Arbeitgeber jetzt auch auf ihre Dienstnehmer zu Hause schauen müssen, und dass Sessel und Tische etc. zur Verfügung zu stellen sind, bekommen manche Unternehmen verständlicherweise Streß.

sk/\r

sins of the fathers
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bezüglich sachbezug und kurzarbeit hat mich die firmenfinanz grad informiert, dass die leute vom FA auch nicht wissen, wie es zu rechnen ist.
wennst beim ams rechner den bruttobezug eingibst kommt logischerweise was höheres raus als einfach nur 80% vom letzten netto zu rechnen.

sobald es hier infos gibt werde ich selbst informiert. bin schon gespannt.
Bearbeitet von sk/\r am 30.03.2020, 15:13

WONDERMIKE

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Hanky Panky
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Also heute Montag war die Motivation im HOMO niedriger als sonst bei einem „typischen“ Montag. Habe jetzt auch 2 Wochen mehr oder weniger in Crocs und Trainingsanzug gelebt, lass mir den Bart wachsen, etc... wenn das noch knapp 2 Monate so weitergeht wirds schwierig mich wieder im Büro einzugliedern :p das Essen ist daheim natürlich auch gleich deutlich besser als in der Kantine und ich muss nicht den ganzen Tag Ö3 hören :p

Wie gehts euch so? Auch schon in der Verwandlung zum Big Lebowski angekommen?
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