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Corona Virus und die Arbeit

semteX 25.03.2020 - 06:54 37528 515 Thread rating
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semteX

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weiterführung, damit wir den andern thread ned so zumüllen!

semteX

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Zitat aus einem Post von Dimitri
Man stelle sich vor es gibt Leute die ihren Lebensstil an ihr Gehalt anpassen, damit ihren Haus/Wohnungskredit und ihr Auto zahlen, mehrere Kinder haben, usw ... wie man eben schön über die Runden kommt. Und plötzlich nimmst denen 1k€ Netto pro Monat weg, was glaubst wie lange die ihr Haus noch haben? (wenn sich das über mehrere Monate so hinzieht)

eh, dann haben die leute halt immer massiv über ihren verhältnissen gelebt, wenn sie keinen Gehaltsentgang von 3 Monaten überleben. Ich hab mir auch ein Haus gekauft, ich hab auch Reserven, damit ich noch 6-12 monate gleich weitermachen könnte wenn morgn mein einkommen auf 0 fällt. aber scheinbar bekommt heutzutage ja eh jeder an bailout.

Weinzo

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Zitat aus einem Post von Dimitri
Ich hoffe SEHR, dass es wirklich so ist!
Ansonsten würde jemand mit zB einem Bruttogehalt von 6000€ bedingt durch die Kurzarbeit netto um 1000€ weniger verdienen, siehe:

6000 Brutto = ca 3500 Netto

5300 Brutto (Obergrenze) = ca 3100 Netto, minus 20% = 2500 Netto

Das wäre nämlich schon sehr heftig ...



Man stelle sich vor es gibt Leute die ihren Lebensstil an ihr Gehalt anpassen, damit ihren Haus/Wohnungskredit und ihr Auto zahlen, mehrere Kinder haben, usw ... wie man eben schön über die Runden kommt. Und plötzlich nimmst denen 1k€ Netto pro Monat weg, was glaubst wie lange die ihr Haus noch haben? (wenn sich das über mehrere Monate so hinzieht)


Naja und was würde jemand mit nem 6k job bekommen, wenns die Firma nicht mehr gäbe? 1750 netto lt Arbeitslosengeldrechner.....
In meinem Fall verlier ich auch 500 netto lt. meinem Verständnis, ob die 250 netto Familienbonusplus auch wegfallen, kommt glaub ich drauf an, wienlang das ganze dauern wird. Wir sind glaub ich alle mit 10% eingestuft. Kann durchaus sein, dass hier auch noch was wegfällt.

Wird uns alle was kosten und wenns jemand mit einem 6k job nicht schafft, wer dann?!
Für uns alle können wir nur hoffen, dass es unsere Firmen danach noch gibt...

esit: und wenn jemand mit ndm 6k job nach wwi. 4 Monaten =-4000-5000 schon das Haus verkaufen muss, dann macht der aber auch was falsch...

KruzFX

Ans plus Zwa
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Zitat aus einem Post von semteX
eh, dann haben die leute halt immer massiv über ihren verhältnissen gelebt, wenn sie keinen Gehaltsentgang von 3 Monaten überleben. Ich hab mir auch ein Haus gekauft, ich hab auch Reserven, damit ich noch 6-12 monate gleich weitermachen könnte wenn morgn mein einkommen auf 0 fällt. aber scheinbar bekommt heutzutage ja eh jeder an bailout.

Naja, es ist trotzdem unschön geregelt. Lt. dem was man liest, muss mindestens 80-90%, je nach Gehalt, weitergezahlt werden. Was werden dann die Firmen bezahlen? Sicher nicht 100%. Sie hätten das Gesetz auch so gestalten können, dass 100% bezahlt werden muss, würde die Firmen jetzt nicht Unsummen mehr kosten. So wies jetzt ist, steigen die Firmen teilweise sogar positiv aus, wer draufzahlt sind die Arbeitnehmer mit Gehaltseinbußen von bis zu 20%. Natürlich besser als eine Kündigung, aber man sieht an wen hier vorrangig gedacht wurde und an wen nur zu einem geringerem Teil.

Zweitens muss man dazu sagen, wer sagt denn, dass das in 3 Monaten vorbei ist? Nachdem die Steuerung der Maßnahmen nicht für die gesamte EU einheitlich sind, sondern jedes Land und teilweise auch Bundesland, siehe Deutschland, ihr eigenes Süppchen kochen, können wir schon 2-3 Monate in Österreich dicht machen, aber danach können wir uns genauso wieder Infektionen von anderen EU-Ländern reinholen und es beginnt von neuem.

Drittens fängt gerade der Virus in den USA heftig zu wüten an, wo man garnicht weiß wie sich das dann wieder auf die Weltwirtschaft auswirkt. Beim letzten Crash ist zu Beginn nur Lehmann hops gegangen und das Kartenhaus hat schon ein paar Stockwerke verloren. Diesmal kann die gesamte US Wirtschaft innerhalb kurzer Zeit auf Talfahrt gehen.

D.h. der besagte Häuslbauer mit einem Kredit, der bis kurz vor der Pensionierung läuft, muss jetzt mal monateweise mit 20% weniger Gehalt leben und dann geht ev. noch die gesamte Wirtschaft mal wieder für ein halbes Jahr flöten, weil dann ev. noch eine Wirtschaftskrise kommt und die Zinsen dieses Mal wohl nicht nach unten gehen, wohin den auch noch.

sk/\r

sins of the fathers
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Zitat aus einem Post von Dimitri
Man stelle sich vor es gibt Leute die ihren Lebensstil an ihr Gehalt anpassen, damit ihren Haus/Wohnungskredit und ihr Auto zahlen, mehrere Kinder haben, usw ... wie man eben schön über die Runden kommt. Und plötzlich nimmst denen 1k€ Netto pro Monat weg, was glaubst wie lange die ihr Haus noch haben? (wenn sich das über mehrere Monate so hinzieht)

tja. willkommen in der welt eines JEDEN erwerbstätigen. ;)
nur das der rest von haus aus niedriger startet und es dann VIELLEICHT um absolute grundbedürfnisse wie essen und wohnen geht.
mein mitleid mit einem der soviel verdient und jetzt kleinere brötchen backen muss hält sich stark in grenzen.

natürlich gibt es überall ausnahmesituationen mit mehr kindern, alimentezahlungen usw. aber zB ist der kinderschnitt / paar bei 1,5 in AT.
dann kann man halt dieses jahr vielleicht nicht in urlaub fliegen / fahren und muss sich im "worst case" ein kleineres auto kaufen.

über diese luxusprobleme kann jemand der mit 2k BRUTTO heimgeht aber nur lächeln. ;)

Bender

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Zitat aus einem Post von semteX
weiterführung, damit wir den andern thread ned so zumüllen!

danke - wollte so was schon anregen

DKCH

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Zitat aus einem Post von sk/\r
natürlich gibt es überall ausnahmesituationen mit mehr kindern, alimentezahlungen usw. aber zB ist der kinderschnitt / paar bei 1,5 in AT.
dann kann man halt dieses jahr vielleicht nicht in urlaub fliegen / fahren und muss sich im "worst case" ein kleineres auto kaufen.

über diese luxusprobleme kann jemand der mit 2k BRUTTO heimgeht aber nur lächeln.

gewisse fixkosten hast du halt trotzdem, weil wohl nur die wenigsten mit 3,5 netto weiter so leben wie damals mit 300e stipendium zu studienzeiten, und die reduzierst halt nicht so schnell - es wird ned jeder direkt in den gemeindebau ziehen können. der mit 2k brutto hat das problem imho nicht (in der form) weil die ausgangsbasis eine andere ist...

sk/\r

sins of the fathers
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ja die ausgangsbasis ist eben niedriger. für den niedrig lohn hackler kostet die 80m2 Wohnung und das essen im supermarkt genau soviel wie für jemanden der mit 4k heimgeht.

und die reduktion wäre schnell möglich. mit ausnahme eines hauses kannst schnell wo einschränkungen machen.
gewisse sparformen auf eis legen, kleineres auto, nicht mehr bio und teuer sondern massenware beim hofer zB (wobei das ja auch nicht schlechter sein muss), urlaube stornieren, versicherungen vergleichen und was günstigeres nehmen, vielleicht auch ein paar abos wie Netflix, prime oder sonstige dienste zurückschrauben, etcetc...

all das sind dinge die man mit telefon und mail innerhalb von wenigen tagen erledigen kann, die einsparungen bringen.

springender punkt: ALLE sind zu bequem und wollen sich nicht einschränken. auf das läuft so eine diskussion hinaus. der rest sind nur billige ausreden warum etwas nicht geht imo.

der~erl

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Für die Härtefalle am Rande der Gesellschaft gibt es noch gofundme.

Teilweise frag ich mich schon...

Sagatasan

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Ich kenne genug Leute die netto wohl das doppelte von mir verdienen und sich trotzdem alles fremdfinanzieren müssen. Gespart wird wenig da eh keine Zinsen usw. man lebt nur einmal.

Wenn da der Knödel wegbricht - gute Nacht ....

Mitleid hab ich trotzdem keines

ccr


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Du stornierst die Versicherungen nicht innerhalb weniger Tage. Die haben Kündigungsfristen zur Hauptfälligkeit, da musst Du schon Glück haben, wenn Du gerade kündigen kannst. Manche Versicherungen kündigt man auch nicht leichtfertig, weil ein Neuabschluß enorme Mehrkosten verursachen könnte (zB wenn eine Krankenzusatzversicherung nun im höheren Alter und mit neuer Gesundheitsprüfung abgeschlossen werden muß).
Die Gemeindewohnung in Wien kostet weniger als das Reihenhaus in Perchtoldsdorf, und mitunter hätte man ja auch gar keinen Anspruch auf eine Gemeindewohnung.
Das Auto kannst derzeit auch nicht verkleinern, weil Dir keiner das alte Auto abkauft.
Wennst einen Firmenwagen fährst, darfst von den 2.500 Euro netto auch noch einmal die Steuer auf den Sachbezug abdrücken, dann bleiben wenn's blöd hergeht nur mehr 2.000 Euro netto über. Und die Diskussion über das derzeit nur ungenutzt rumstehende aber kostenverursachende Firmenauto hat es eh schon im anderen Thread auch gegeben.
Es ist auch nach wie vor so (mit Statistiken bestätigt), dass in Haushalten mit hohem Einkommen meist nur ein Partner so gut verdient, der andere Partner deutlich weniger verdient, und die Teilzeitquote bei diesem Partner überdurchschnittlich hoch ist. Sprich, wenn der Hauptverdiener die Hälfte vom Einkommen verliert, damit auch der wesentliche Teil des Haushaltseinkommens wegbricht. (klar es kennt auch jeder DINKIE Haushalte, die aus der Statistik ausbrechen, aber statistisch gesehen gibt es in Besserverdienerhaushalten immer noch das klassische Familienbild mit Mann der gut verdient und Frau die nur Teilzeit oder gar nicht arbeitet - entsprechend sind die Teilzeitquoten in Döbling und Hietzing auch höher als in Favoriten und Rudolfsheim).

Natürlich gebe ich jenen Recht, die sagen, dass man immer einen Notgroschen haben sollte, weil man ja auch als Gutverdiener nicht vor Jobverlust gefeit ist.
Dem stimme ich voll zu, von drei Monat Kurzarbeit sollte man noch nicht aus der Bahn geworfen werden.

Wir sind uns aber hoffentlich einig, dass 20% weniger Einkommen für Kurzarbeit ein "besserer Deal" ist, als 50% weniger Einkommen für Kurzarbeit.

edit: persönlicher "Härtefall": bei mir wäre im Sommer endlich Beginn der Sanierung vom Haus gewesen, wofür ich die Wohnung verkauft hätte - und das kann ich mir jetzt abschminken, weil die Wohnung wohl auf absehbare Zeit keinen sinnvollen Erlös mehr erzielen wird. Und sollte ich aus Solidarität in Kurzarbeit gehen, spielt es auch keine Kreditfinanzierung. Das wird dann lustig zu Dritt auf 50m². Da wohnt dann jeder Kurzarbeitshackler im Gemeindebau großzügiger ;)
Bearbeitet von ccr am 25.03.2020, 09:27

Sagatasan

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Wenn man von verkaufsprovisionen lebt / und oder diese einen großen Teil des Einkommens ausmachen wird es heuer auch spannend. Da brauchst gar keine Kurzarbeit. In meinem Fall ist 1/3 vom Brutto variabel. Wenn man unter 80% vom vereinbarten Ziel abschließt gibts nur das Fixgehalt. Dafür tust dir den Job aber nicht lange an. Das wird heuer viele meiner Kollegen erwischen...

ccr


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Wir haben die Konzern-Bonusziele vor 2 Wochen bekommen, als wir schon in der Vorbereitung von Home Office waren. :rolleyes:
Keine Chance, die heuer zu schaffen - macht bei mir auch ca. 1/3 meines Jahreseinkommens aus. Und das noch ganz ohne Einkommensverluste durch eine etwaige Kurzarbeit, die mein Kollege jetzt aus Solidarität andenkt (weil eigentlich Kurzarbeit nicht für geschäftsführende Organe gedacht ist).
Bedeutet für mich, dass der Gürtel 2021 deutlich enger geschnallt werden muß.

KruzFX

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Zitat aus einem Post von sk/\r
tja. willkommen in der welt eines JEDEN erwerbstätigen. ;)
nur das der rest von haus aus niedriger startet und es dann VIELLEICHT um absolute grundbedürfnisse wie essen und wohnen geht.
mein mitleid mit einem der soviel verdient und jetzt kleinere brötchen backen muss hält sich stark in grenzen.

natürlich gibt es überall ausnahmesituationen mit mehr kindern, alimentezahlungen usw. aber zB ist der kinderschnitt / paar bei 1,5 in AT.
dann kann man halt dieses jahr vielleicht nicht in urlaub fliegen / fahren und muss sich im "worst case" ein kleineres auto kaufen.

über diese luxusprobleme kann jemand der mit 2k BRUTTO heimgeht aber nur lächeln. ;)

Ich find es spannend, dass das schon wieder in der ewigen Neiddebatte endet. Man sollte halt hier nicht vergessen, dass das wahrscheinlich einen Grund hat, wenn einer 3-4-5k verdient. Der hat sich wahrscheinlich durch Fleiß und Ausbildung dort hingearbeitet und macht dann einen Job, der nicht gerade nach 8-16h und Freitags bis 12 aussieht. Ich hab ein paar Freunde, die das selbe studiert haben und deutlich mehr verdienen als ich, nur deren Arbeit möchte ich einfach nicht machen müssen, das ist das Geld imho nicht wert.
Die wirklichen, auf die man neidig sein soll, sind die, die einfach gut situiert geboren wurden, nicht normale Angestellte oder Arbeiter sind und eh von Papas Firma usw. finanziert werden. Die haben eh schon zuviel und müssen in der Krise sicher um keinen Cent bangen, weil das momentan eh vom Staat gestützt wird. Zahlen tun das Ganze nämlich wir Arbeitnehmer!

normahl

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Es kommt genau wie ichs dachte, zuerst habens uns 2 Wochen auf ZA heim geschickt (wir haben einen ZA Polster mit 80 Stunden für Krisenzeiten) und ab Montag sollen wir wieder in die Firma arbeiten kommen weil so viel arbeit da ist ;)
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