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Corona Virus und die Arbeit

semteX 25.03.2020 - 06:54 5657 124 Thread rating
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sk/\r

sins of the fathers
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Zitat aus einem Post von ccr
Du stornierst die Versicherungen nicht innerhalb weniger Tage. Die haben Kündigungsfristen zur Hauptfälligkeit, da musst Du schon Glück haben, wenn Du gerade kündigen kannst. Manche Versicherungen kündigt man auch nicht leichtfertig, weil ein Neuabschluß enorme Mehrkosten verursachen könnte (zB wenn eine Krankenzusatzversicherung nun im höheren Alter und mit neuer Gesundheitsprüfung abgeschlossen werden muß).
Die Gemeindewohnung in Wien kostet weniger als das Reihenhaus in Perchtoldsdorf, und mitunter hätte man ja auch gar keinen Anspruch auf eine Gemeindewohnung.
Das Auto kannst derzeit auch nicht verkleinern, weil Dir keiner das alte Auto abkauft.
Wennst einen Firmenwagen fährst, darfst von den 2.500 Euro netto auch noch einmal die Steuer auf den Sachbezug abdrücken, dann bleiben wenn's blöd hergeht nur mehr 2.000 Euro netto über. Und die Diskussion über das derzeit nur ungenutzt rumstehende aber kostenverursachende Firmenauto hat es eh schon im anderen Thread auch gegeben.
Es ist auch nach wie vor so (mit Statistiken bestätigt), dass in Haushalten mit hohem Einkommen meist nur ein Partner so gut verdient, der andere Partner deutlich weniger verdient, und die Teilzeitquote bei diesem Partner überdurchschnittlich hoch ist. Sprich, wenn der Hauptverdiener die Hälfte vom Einkommen verliert, damit auch der wesentliche Teil des Haushaltseinkommens wegbricht. (klar es kennt auch jeder DINKIE Haushalte, die aus der Statistik ausbrechen, aber statistisch gesehen gibt es in Besserverdienerhaushalten immer noch das klassische Familienbild mit Mann der gut verdient und Frau die nur Teilzeit oder gar nicht arbeitet - entsprechend sind die Teilzeitquoten in Döbling und Hietzing auch höher als in Favoriten und Rudolfsheim).

Natürlich gebe ich jenen Recht, die sagen, dass man immer einen Notgroschen haben sollte, weil man ja auch als Gutverdiener nicht vor Jobverlust gefeit ist.
Dem stimme ich voll zu, von drei Monat Kurzarbeit sollte man noch nicht aus der Bahn geworfen werden.

Wir sind uns aber hoffentlich einig, dass 20% weniger Einkommen für Kurzarbeit ein "besserer Deal" ist, als 50% weniger Einkommen für Kurzarbeit.

edit: persönlicher "Härtefall": bei mir wäre im Sommer endlich Beginn der Sanierung vom Haus gewesen, wofür ich die Wohnung verkauft hätte - und das kann ich mir jetzt abschminken, weil die Wohnung wohl auf absehbare Zeit keinen sinnvollen Erlös mehr erzielen wird. Und sollte ich aus Solidarität in Kurzarbeit gehen, spielt es auch keine Kreditfinanzierung. Das wird dann lustig zu Dritt auf 50m². Da wohnt dann jeder Kurzarbeitshackler im Gemeindebau großzügiger ;)

ich konnte meine lebensversicherung ohne kosten für ein halbes jahr stunden lassen. ;)
nichtmal der bonus fällt weg. liegt wohl auch am verhandlungsgeschick jedes einzelnen...
geht natürlich nicht bei jeder versicherung. sollte auch klar sein.

das alte auto wird dir schon wer abkaufen. vielleicht nicht um den preis den dir vorstellst oder der vor der krise drin war, aber der markt ist ja nicht komplett weg.
und um LAUFENDE kosten zu reduzieren muss man vielleicht auch hier in den sauren apfel beissen.

wohnung und Haus habe ich explizit ausgenommen da man nicht einfach mal ein haus verkaufen kann. ich glaub das steht außer frage. :D
aber es gibt viele andere dinge im täglichen leben wo man sich selbst einschränken kann. einige andere habe ich vorher schon genannt.

@kruzfx: komisch. ich sehe hier keine neid debatte (ich zähle wohl selbst zu den besserverdienern) sondern eine solidaritäts debatte. ;)
und die debatte haben wir, weil die oberen meinen, so eine krise darf sie nicht treffen. oder sollte sie nicht treffen. oder wie kommt man als geil ausgebildeter dazu einbußen hinzunehmen. oder oder oder.

finds toll das die politik nicht müde wird zu betonen, dass wir alle im gleichen boot sitzen, die leute das aber nicht so sehen. ;)

Viper780

Er ist tot, Jim!
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Zitat aus einem Post von normahl
Es kommt genau wie ichs dachte, zuerst habens uns 2 Wochen auf ZA heim geschickt (wir haben einen ZA Polster mit 80 Stunden für Krisenzeiten) und ab Montag sollen wir wieder in die Firma arbeiten kommen weil so viel arbeit da ist ;)

wenigstens im Schichtbetrieb und getrennt von einander?

ccr


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Zitat aus einem Post von sk/\r
finds toll das die politik nicht müde wird zu betonen, dass wir alle im gleichen boot sitzen, die leute das aber nicht so sehen.

Im ÖD kann man jetzt zum Urlaubskonsum gezwungen werden. Da kann der Basti gleich mal mit gutem Beispiel voran gehen, und sich dann auch gleich zur Kurzarbeit melden.

In Malta verzichtet der Präsident derzeit auf sein Einkommen, zugunsten des Fonds, der nun ein Mindesteinkommen garantiert.
Der darf berechtigt andere wohlhabende Malteser zu Solidarität aufrufen.

Bei den österreichischen Politikern sind das aktuell eher leere Parolen.


Ich arbeite derzeit 7 Tage die Woche, von 6 in der Früh bis gegen Mitternacht, und versuche, im Betrieb ohne Kurzarbeit durchzukommen. Während ein Teil der Belegschaft derzeit nichts, oder nur wenig arbeiten kann.
Ganz ehrlich, so ganz riesig ist meine Motivation nicht, da jetzt an meine Ersparnisse zu gehen ;)

SaxoVtsMike

R.I.P. Karl
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Ich bin derzeit auf Homeoffice daheim, Firma verhandelt vermutlich gerade wegen Corona Kurzarbeit. Vor der Viruskrise hatten wir aber schon eine Wirtschaftliche talfahrt der ganzen Branche zum aushalten, Auftragseingänge sind im bereich von -30% im vergleich den vorherigen Rekordjahren. Aktuell ist für das nächste Geschäftsjahr schon fix geplant das jede 2. Woche eine 4 Tage Woche sein soll. Gottseidank hatten wir in den letzten Jahren die chance diverse Krisenpufferkonten zu befüllen, mit diesen Zeitkonten wird das dann Finanziert.

Bin mir sicher das wenn in 6 Monaten die Corone Krise mal am abflauen ist, wir aber immer noch ein Wirtschaftliches Problem in unserer Branche haben werden. So schnell wirds da bei uns nicht bergauf gehen.
Meine Familie lebt hauptsächlich von meinem Gehalt, meine Frau geht nur 8h die Woche Arbeiten (selbe Firma) und baut aktuell überschüssige Zeitsalden ab. Kinder(5&10) sind derzeit eben zu Hause und der große wird momentan von ihr unterrichtet.

In der letzten Wirtschaftskrise hatten wir auch Kurzarbeit ich glaube 60% Arbeiten und 80% Lohn, nachdem ich keine Kredite oder Miete am laufen habe/hatte war das damals schon kein Problem, wenns jetzt 10% Arbeit bei 80% Lohn wird sehe ich dem Sommer jetzt schon mal sehr positiv gestimmt entgegen.

EDIT:Homeoffice bekommt aber nur ein großteil der non Productive sparten, Montage & Fertigung sitzt seit 1 Woche zu Hause, da das Werk an sich bis nach Ostern geschlossen ist. Für die wird die Kurzarbeit eine erlösung sein, da aus wirtschaftlichen gründen deren Salden schon seit längerer Zeit am sinken sind.
Bearbeitet von SaxoVtsMike am 25.03.2020, 10:55

sk/\r

sins of the fathers
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@ccr: gezwungen ist nicht richtig. nichtmal die wko schreibt das so auf ihre seite.
der basti ist sicher "systemkritisch". da geht nichts. :D
und es ging mir nicht explizit um die politiker sondern eben um ALLE. aber ja politiker gehören da auch dazu und sollten mit gutem beispiel voran gehen. ;)

solidarität darf eben keine einbahnstraße sein, sonst hast zB ganz schnell wieder einen rechtsruck in AT.

soviel darfst du doch garnicht arbeiten? :p

ccr


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Doch, der öffentliche Dienst darf seit ein paar Tagen gezwungen werden (sowohl Vertragsbedienstete als auch Beamte). Das ist Teil des 2.COVID 19 Gesetzes.
Die WKO ist da überhaupt nicht zuständig.
(mir ist aber natürlich schon klar, dass die Bundesregierung und der Nationalrat davon nicht betroffen sind, da es sich hierbei um Amtsträger handelt, und nicht um Angestellte)


Und für mich gibt es keine Zeiterfassung ;)
Zitat
Leitende Angestellte, denen maßgebliche Führungsaufgaben selbstverantwortlich übertragen sind, sind von den Bestimmungen des Arbeitszeitgesetzes (AZG) und des Arbeitsruhegesetzes (ARG) ausgenommen.
https://www.gesundheitskasse.at/cds...al=oegkdgportal
Bearbeitet von ccr am 25.03.2020, 11:07

salsa

So spät wie gestern.
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Verrennt ihr euch hier nicht in eine hättiwari Diskussion? Beispiel aus meiner "noch" Firma:

- ausnahmslos ALLE MA in Kurzarbeit, außer GF und Inhaber
- in .de liegt die Kurzarbeit BMG bei 6.900 brutto
- egal wie viel ein "Besserverdiener" verdient, sein Netto ist auf 60 bzw. 67% des Nettos von 6.900 brutto gedeckelt

Wo genau findet hier eine Bevorzugung der "Oberen" statt?


Edit zu meiner persönlichen Lage:
Ich habe im Dezember einen (unfreiwilligen) Aufhebungsvertrag aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage geschlossen und sollte eigentlich zum 01.04. beim neuen Arbeitgeber anfangen. Das wurde nun auf den 15.04. verschoben. Ergebnis: Arbeitslosengeld für die Zeit dazwischen. (01.04. - 14.04. :D)

Könnt also schlimmer sein, bin nun bis Ende März freigestellt bei vollem Bezug. Dann ALG und der zukünftige Laden ist auch jetzt in der Corona-Krise voll ausgelastet und nicht und Kurzarbeit. Glück im Unglück - es ist nicht unwahrscheinlich, dass die alte Firma ex geht.
Bearbeitet von salsa am 25.03.2020, 11:11

sk/\r

sins of the fathers
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@ccr: ah ok. ÖD steht für öffentlicher Dienst. ja der bereich ist ausgenommen.
und das mit deiner arbeitszeit hab ich mir schon so gedacht.

sk/\r

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Zitat aus einem Post von salsa
Verrennt ihr euch hier nicht in eine hättiwari Diskussion? Beispiel aus meiner "noch" Firma:

- ausnahmslos ALLE MA in Kurzarbeit, außer GF und Inhaber
- in .de liegt die Kurzarbeit BMG bei 6.900 brutto
- egal wie viel ein "Besserverdiener" verdient, sein Netto ist auf 60 bzw. 67% des Nettos von 6.900 brutto gedeckelt

Wo genau findet hier eine Bevorzugung der "Oberen" statt?

ich beziehe mich auf die ögb/ak seite, jobundcorona.at wo steht:
Zitat
Für Einkommensteile über € 5.370,- gebührt keine Beihilfe.

das heißt doch im klartext, dass ein arbeitgeber keinen finanziellen nutzen davon hat diese verdienstgruppe in kurzarbeit zu schicken.
warum sollte er es also tun?
die schlussfolgerung wäre dann, dass diese gruppe eben keinerlei finanzielle einbußen hat in dieser krisenzeit.

denkfehler?

salsa

So spät wie gestern.
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Vl. liegt es an mir und die österr. KA funktioniert grundlegend anders als bei uns. Das müsste ich dann nochmal gegenchecken.

ccr


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Zitat aus einem Post von sk/\r
das heißt doch im klartext, dass ein arbeitgeber keinen finanziellen nutzen davon hat diese verdienstgruppe in kurzarbeit zu schicken.
warum sollte er es also tun?
die schlussfolgerung wäre dann, dass diese gruppe eben keinerlei finanzielle einbußen hat in dieser krisenzeit.

Wie schon im anderen Thread geschrieben - wir haben dazu von drei Stellen zwei unterschiedliche Informationen bekommen.

Ursprünglich hat auch der Basti in der ersten Pressekonferenz zu dem Thema gesagt, dass die Unternehmen bei Besserverdienern das eben aus der eigenen Tasche zahlen sollen.

Zwischen AMS, GPA und WKO dürfte es da aber noch unterschiedliche Auffassungen dazu geben, und letztendlich müssen die aber alle drei zustimmen (bzw. je nach Branche nicht die GPA sondern eine andere Gewerkschaft).

Wir haben einmal die Info bekommen, dass die Stützung gedeckelt ist, aber der Mitarbeiter auch weiterhin mehr verdienen darf. Wobei man da auch nicht verbindlich sagen konnte, ob dieses "Mehr" dann auch nur 80% des bisherigen Nettos, oder auch 100% des bisherigen Nettos sein dürfen (was natürlich auch bedeuten würde, dass man dann ja auch allen anderen Mitarbeitern 100% zahlen dürfte, nur sollte man dann eigentlich auch nicht so bedürftig sein, dass Kurzarbeit überhaupt notwendig wäre).

Die andere Info war, dass bei Inanspruchnahme des Kurzarbeitgeldes das Gehalt der Besserverdiener auf den unterstützbaren Betrag gekürzt werden muß.
Das würde Mißbrauch eindämmen (ich zahle den Mitarbeitern 100%, lasse sie 100% hackeln, aber hole mir einen Teil vom AMS zurück).

Das ist nicht genau geregelt, und die unterschiedlichen Stellen dürften das (noch) unterschiedlich interpretieren.

Probmaker

1.0.0.721
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Zitat aus einem Post von sk/\r
das heißt doch im klartext, dass ein arbeitgeber keinen finanziellen nutzen davon hat diese verdienstgruppe in kurzarbeit zu schicken.
wies in großen firmen aussieht weiß ich nicht. in "kleinen" firmen rennts so, dass effektiv der GF auch in KA geschickt wird und "freiwillig" (weil firma sonst konkurs) auf den anteil seines höheren gehalts verzichtet.
wenn er nicht freiwillig verzichtet sondern trotzdem in KA geschickt wird (ohne verzicht), dann bekommt er trotzdem 80% aber die firma bekommt eben nur gedeckelt bis zu den brutto 5.370. leidtragender ist die firma (die es zahlen muss), nicht der GF (der bekommt eben auch nur 80%).

super neiddebatte übrigens. :rolleyes:

ccr


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"Geschäftsführende Organe" sind von der Kurzarbeit ausgenommen. Macht auch Sinn, weil die ja in einer Krise ihre Arbeitszeit nicht reduzieren können, bzw. mangels Zeiterfassung auch gar keine Reduktion dokumentiert werden kann.
Hier ist immer nur eine freiwillige Lösung möglich, eine Unterstützung durch das AMS gibt es nicht.

Probmaker

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sorry, ich meinte nicht GF sondern einfach personen mit einem brutto-gehalt größer 5.370.
Zitat aus einem Post von ccr
ihre Arbeitszeit nicht reduzieren können
wird in vielen fällen stimmen, aber nicht in den besonders hart betroffenen branchen wie gastro,...
oder kann sich wer vorstellen die lokalbetreiber am naschmarkt hackeln jetzt weiter ihre 60h im lokal?

//EDIT: WKO sagt btw bei GF was anderes - allerdings nur für ASVG versicherte (nicht selbstständige geschäftsführer).
https://www.wko.at/service/factshee...-kurzarbeit.pdf
bin gespannt ob das geht oder nicht.
Bearbeitet von Probmaker am 25.03.2020, 11:55

normahl

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Zitat aus einem Post von Viper780
wenigstens im Schichtbetrieb und getrennt von einander?

Nein 4 Leute auf 4 Maschinen und einer vom CAM Büro darf homeoffice machen...
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