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Sportschießen & Waffenrecht

Hansmaulwurf 26.04.2016 - 13:05 116019 1288 Thread rating
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NiL_FisK|Urd

Big d00d
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@Hornet: liegt wohl daran:
Zitat von StGB §23
(2) Von der Unterbringung ist abzusehen, wenn die Voraussetzungen für die Unterbringung des Rechtsbrechers in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher vorliegen.
Somit ist vor Anwendung des §23 zu prüfen, ob die Voraussetzungen des §21 erfüllt sind, und wenn ja, dann ist der 21er anzuwenden.

Hornet331

See you Space Cowboy
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Zitat aus einem Post von NiL_FisK|Urd
@Hornet: liegt wohl daran:

Somit ist vor Anwendung des §23 zu prüfen, ob die Voraussetzungen des §21 erfüllt sind, und wenn ja, dann ist der 21er anzuwenden.

Die sache ist, hier werden kommt es dann zu 2 wegen:
1) der typ geht immer wieder in gefängnis kommt ein paar monate raus, hat sich nicht im griff und drückt dem nächsten eine rein weil im sein gesicht nicht gefällt. Der ist aber nicht "geisteskrank" da er gescheit genug ist dem gutachter das zu sagen was er hören will und halt einfach nur ein brutales arschloch ist.
Die strafen werden zwar höher aber er kommt immer wiederraus.
2)Selbes szenario, der tryp ist eine "Leuchte" und sagt genau dass was der gutachter nicht hören möchte -> geistes krank -> einweisung. Nur das dauert eine weile.

Mit dem §23 wäre die möglichkeit da, nach schon nur 2 vorfällen ihn aus dem verkehr zu ziehen.
Der §21 verursacht enorme kosten, wir haben afaik schon knapp 1000 Insassen im Maßnahmenvollzug also knapp 12% aller Insassen. Die hälfte davon nach Absastz 1 also die wirklich festen deppen.
Der Maßnahmenvollzug ist eine katastrophe, und in keinem land der welt ist die justiz bzw. der strafvollzug für die betreuung von geisteskranken zuständing. Ein geschenk des Herrn Broda, das uns heute auf den kopf fällt.

In Deutschland gibt es z.b. keine unterbringung in JAs, sondern dort wird der nicht schuldfähige per weisung in eine psychiatre eingewiesen und hat mit dem strafvollzug nicht mehr viel zu tun.
Aber die konstelation ist recht günstig für das österreichische gesundheits system, so ist es möglich, dass patienten die etwas kosten würden, nun geld bringen, da sie von fachpersonal in den JAs betreut werden müssen, die lassen sich das einiges an geld kosten, weit mehr als die direkte behandlung in geeigneten pyschatrien kosten würde.
Die diskusion würde aber den rahmen sprengen und das thema sowieso...

um zu thema zurück zu kommen:

Zitat
Aufregung um Sturmgewehr im Zug

Darf man in einem Personenzug offen eine Waffe mitnehmen? Das haben sich Passagiere am Bahnhof in Bad Schallerbach gefragt. Anlass dazu gab ein Soldat mit Sturmgewehr im Waggon.

Für Verunsicherung in einem voll besetzten Reisezug sorgte der junge Bundesheersoldat, der am Bahnhof Bad Schallerbach in einen Zug gestiegen war. Am Montagmorgen fuhr der mit einem Seesack und Rucksack bepackte Soldat in Uniform vom Bahnhof Bad Schallerbach-Wallern Richtung Wels. Er trug gut sichtbar sein Sturmgewehr geschultert. Das bereitete den Mitreisenden des besetzten Zugs Unbehagen.

...

https://ooe.orf.at/stories/3015369/

Ich sag nur lol dazu, der Soldat, war in Unifrom und die Waffe hatte keine munition.
Ich kann mich noch an meine Kindheit erinnern, da hab ich öfters soldaten auf den bahnhöfen in wien gesehen wie sie mit voller montur aus den zügen gestiegen sind.
Wie ich beim Heer war sind wir voll montiert im Helenental und bei Pottenstein umanander gegagen (danke sternförmigen orientierungsmarsch).
Den meisten Leuten wars wurscht und ein paar (ältere) haben a bisl freundlich getratscht, keiner hätte da irgendwie "unbehagen" verspürt.
Ich frage mich ob diese Leute auch schon schweiß auf der stirn bekommen wenn sie einen polizisten sehen.

semteX

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plural richtig. wenn ich eine gruppe seh is es mir a wurscht. Wenn einer einzeln mit der gschulterten Stg herumsteht kommt es mir zumindest "schräg & ungewöhnlich" vor.

Dune-

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Geht mir genauso. Habe in Ländern gelebt wo Waffen wesentlich präsenter sind und allgegenwärtig im Alltag. Das ist bei uns einfach nicht der Fall.

Vor allem wenn's ein pickeliger 18j ist, der sich selber in der Situation nicht wohl fühlt, strahlt das nicht gerade "Ruhe und Sicherheit" aus.

wacht

pewpew
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Zitat aus einem Post von Hornet331
Ich sag nur lol dazu, der Soldat, war in Unifrom und die Waffe hatte keine munition.
Ich kann mich noch an meine Kindheit erinnern, da hab ich öfters soldaten auf den bahnhöfen in wien gesehen wie sie mit voller montur aus den zügen gestiegen sind.
Wie ich beim Heer war sind wir voll montiert im Helenental und bei Pottenstein umanander gegagen (danke sternförmigen orientierungsmarsch).
Den meisten Leuten wars wurscht und ein paar (ältere) haben a bisl freundlich getratscht, keiner hätte da irgendwie "unbehagen" verspürt.
Ich frage mich ob diese Leute auch schon schweiß auf der stirn bekommen wenn sie einen polizisten sehen.

Das BH sagt er darfs zwar prinzipiell, aber nicht auf der Strecke. Die OEBB -und die machen die Zugsregeln, nicht das BH- sagt er darfs prinzipiell nicht wenn offen getragen - und da isses dann wurscht ob die Box schwer ist oder nicht. Aka er hat unberechtigt diese Waffe offen getragen. Ob das jetzt wirklich berechtigt war oder nicht wird keinem bewusst gwesen sein - aeusserst unueblich ist es dort aber offenbar schon. Im Gegensatz zum Polizisten mit Pistole.
Wenn dich das wundert dass da Leute beunruhigt sind dann find ich das schon ein bisserl fraglich.

// ccr, ich glaub du verstehst mich da falsch - ich finds fraglich das man sich drueber wundert.
Bearbeitet von wacht am 17.10.2019, 09:17

ccr


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Zitat aus einem Post von wacht
Wenn dich das wundert dass da Leute beunruhigt sind dann find ich das schon ein bisserl fraglich.

Ich habe es in den Nullerjahren befremdlich gefunden, in NY in der Penn Station täglich an schwer bewaffneten Soldaten vorbei zu müssen. Ich habe es befremdlich gefunden, als in London zu den olympischen Spielen zu jeder Tages- und Nachtzeit schwer bewaffnete Spezialeinheiten durch meine Nachbarschaft patroulliert sind, in der sonst nicht einmal ein Hund auf den Gehsteig sch***. Auch bei meinen Reisen im arabischen Raum und afrikanischen Ländern fand ich die ständige Präsenz von Waffen eher beunruhigend.

Und ich bin da an sich nicht zimperlich, kenne Kroatien aus den Kriegsjahren, habe meine 8 Monate beim Bundesheer runtergebogen.

Aber im Alltag finde ich es eben befremdlich, mich zwischen schwer bewaffneten Personen bewegen zu müssen, weil das automatisch ein Bedrohungsgefühl auslöst, das in dem Moment eigentlich nicht da sein müsste, weil es rational kein Bedrohungsszenario geben sollte.

DAO

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ich fand es bisher in keinem land meiner vielen reisen befremdlich, wenn staatsdiener/staatsknechte bewaffnet ihren dienst in der öffentlichkeit versehen haben.

zb. das subjektive gefühl der sicherheit wenn fitte gut bewaffnete polizisten im norden europas durch die einkaufsmeilen patrollieren, ist nicht von der hand zu weisen.

haemma

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na voll, ich fühle mich auch immer VIEL SICHERER wenn die polizei schwerbewaffnet in einkaufsstraßen patrouilliert.

Wenn die nicht da wären würden sich ja sofort alle an die gurgel springen.

Sorry für diese Polemik aber merkst du nicht selbst dass da was nicht ganz stimmt wenn man sich nur durch bewaffnete sicherheitskräfte sicher fühlt? Überhaupt in Europa am helllichten tag, einfach so?

Dune-

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Zitat aus einem Post von DAO
zb. das subjektive gefühl der sicherheit wenn fitte gut bewaffnete polizisten im norden europas durch die einkaufsmeilen patrollieren, ist nicht von der hand zu weisen.

Jaja, es gibt so Leute die würden sich auch in George Orwells 1984 am Wohlsten fühlen. Oder in einem Stramm bewaffnetem Regime. Der Ordnung halber natürlich.

Waffen <=> Sicherheit bestätigt sich ja als Argument von Selbst, weltweit dort wo die meisten Waffen sind :rolleyes:

smashIt

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Zitat aus einem Post von WONDERMIKE
Aus der medialen Berichterstattung hatte ich immer eher den Eindruck, dass solche Taten nach vielen Jahren der Partnerschaft, womöglich mit gemeinsamen Kindern und Haus(samt Verbindlichkeiten) begangen werden, wo es davor vielleicht (Leidens)druck gab. Wo man vielleicht mutmaßen könnte, dass der Mann denkt er wäre in einer aussichtlosen Lage und dann zur Gewalt greift. Eigentlich ein trauriger Klassiker in den Chroniken der Tageszeitungen..

eine scheidung mit kindern kann sehr schnell existenzbedrohend für den mann werden
von dem her ist es durchaus verständich wenn sich da verzweiflung breit macht

mich wundert hier ehrlich gesagt mehr dass nur so wenig passiert...

wacht

pewpew
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Zitat
ich fand es bisher in keinem land meiner vielen reisen befremdlich, wenn staatsdiener/staatsknechte bewaffnet ihren dienst in der öffentlichkeit versehen haben.

Es geht da ja garnet um den bewaffneten Dienst von irgendwelchen Soldaten/Polizisten die ihren Job machen. Es geht darum das ein junger Soldat unberechtigt mit schwerer Waffe im Zug rumlaeuft und die Leute beunruhigt sind. Wenn man dazu nur sagen kann 'lol - warum denn das??' sagt das schon a bisserl was aus in einer Diskussion ueber privaten Waffenbesitz.

DAO

Si vis pacem, para bellum
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ob es als führen gilt weiss ich bei bh soldaten leider nicht.

die oebb bestimmungen sind hausregeln kein waffengesetz.

„schwere waffe“ ?

wacht

pewpew
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Beide - BH und OEBB sagen er darf es nicht. Damit ist er nicht berechtigt es zu tun, oder? Was das Waffengesetz dazu sagt ist eine ganz andere Frage.

OK dann isses halt keine schwere Waffe laut Definition. Nennen wirs halt 'nicht consumer grade' Waffe oder wie auch immer. Wenn du unbedingt nitpicken magst. Absolut wichtiger Punkt natuerlich in der Diskussion.

NiL_FisK|Urd

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Zitat aus einem Post von wacht
und da isses dann wurscht ob die Box schwer ist oder nicht.
Die StG-Transportbox ist für 10 Stk und von den Ausmaßen nicht als Gepäck in einem Personenzug geeignet. Allerdings passt das StG problemlos in den Rucksack, wenn man den Lauf ausbaut. Es gibt auch eine StG-Tasche von Essl, die 30€ kostet - so habe ich das ganze gelöst.
Ein Kamerad von mir hatte allerdings die glorreiche Idee, sein StG auf dem Weg zu einem Kurs in einer Wiener Straßenbahn in der Trageweise "Gewehr vor der Brust, Lauf tief" zu transportieren, und wurde dann halt von der WEGA eingesammelt und an die Militärstreife übergeben. Passiert ist ihm ausser einem ziemlichen Anschiss auch nichts, die MilStrf hat eher auf die WEGA geschimpft - der Kamerad hatte einen gültigen Marschbefehl mit Waffe (inkl. Waffennummer) und war am vorgegebenen Marschweg. Nur gescheit wars halt nicht. (Wir beide waren damals auch Angehörige der Militärstreife).

Zitat aus einem Post von wacht
Es geht da ja garnet um den bewaffneten Dienst von irgendwelchen Soldaten/Polizisten die ihren Job machen. Es geht darum das ein junger Soldat unberechtigt mit schwerer Waffe im Zug rumlaeuft und die Leute beunruhigt sind. Wenn man dazu nur sagen kann 'lol - warum denn das??' sagt das schon a bisserl was aus in einer Diskussion ueber privaten Waffenbesitz.
Eine schwere Waffe fängt beim Maschinengewehr bzw. dem Panzerabwehrrohr an. Man kann das StG77 aber problemlos als Kriegsgerät bezeichnen. Ob er seine Dienstwaffe wirklich unberechtigt transportiert hat, ist erst nach Abschluss der ÖBH-Internen Ermittlungen zu beantworten - ggf. wurde ein entsprechender Marschbefehl ausgestellt (aber eher unwahrscheinlich, da die Welser Kaserne näher am Welser Bahnhof liegt). Wenn er ohne gültigem Marschbefehl sein Gewehr spatzieren trägt, ist er natürlich entsprechend der gesetzlichen und dienstrechtlichen Vorgaben zu belangen.

semteX

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damit wär auch die frage beantwortet, wer in österreich eine waffe bekommt: jeder geisteskranke.
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