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Wien: Flächendeckendes Parkpickerl ab März 2022

WONDERMIKE 17.06.2021 - 22:18 9954 134
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WONDERMIKE

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Miracolo Michele
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Also vorweg: natürlich ist jede Form der Parkraumbewirtschaftung ein Kompromiss und stellt niemals eine perfekte Lösung für alle dar

Hier bin ich aber schon gespannt wie das in er Realität dort einschlägt, wo es weder ein Parkplatz- noch Verkehrsproblem gibt und gleichzeitig die Öffis kein attraktives Angebot darstellen. Hier bekämpft man irgendwie ein Problem, das garnicht existiert kommt mir vor.

Aus meiner persönlichen Sicht finde ich die 2 Stunden am Stück ärgerlich. Ich habe wirklich kein Problem damit für das Parken zu bezahlen. Überhaupt dann, wenn es zu einer verkürzten Parkplatzsuche führt. Aber 2 Stunden sind doch etwas weltfremd. Natürlich argumentieren jetzt einige, dass diese Regel derzeit nur auf dem Papier steht und kaum oder garnicht gelebt wird, aber natürlich wird das mal ein Thema werden. Gerade im Außendienst hatte ich öfter Termine, die über diese 2 Stunden gingen. Auch private Besuche will wohl kaum jemand unterbrechen um das Auto sinnloserweise um ein paar Meter umzuparken damit dem Recht genüge getan ist.

Ich denke die Dauerparker in den Parkhäusern werden dadurch stark zunehmen. Wer sichs leisten kann(oder wo der Arbeitgeber zahlt) wird sich dann den Luxus eines Parkplatzes gönnen "weils eh schon wurscht ist". Besonders bitter stelle ich es mir für innerstädtische Pendler vor, wo aufgrund der Lage/Öffis/Arbeitszeiten das Fahrzeug alternativlos ist... da wohnt man eh schon verhältnismäßig teurer in der Stadt und trägt noch die finanzielle Belastung eines Autos mit und steht dann vor diesem zusätzlichen Problem.

UnleashThebeast

Schade Bruder, wirklich
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Ich verstehe deinen Ansatz, das Problem ist aber: Wenn du jetzt nur die Hälfte des zB 22ten rund um Kagran etc be-parkraumwirtschaftest und die, wo nur einzelne Hittn stehen nicht, is dort ab dem zeitpunkt kein freier Platz mehr, weil alles voller SK RO CZ und MI KO GF vollgeparkt ist.

Auch muss man dazusagen: Gerade innerhalb des Gürtels ist (privater) motorisierter Individualverkehr nix anderes als pure Faulheit und absolut unnötig.

Auch muss man dazusagen: ja, das Öffiangebot gehört auch in Randlagen mehr ausgebaut, aber Autofahren schmerzhaft teuer zu machen ist die einzige Möglichkeit Autofahrten in der Stadt zu reduzieren.

WONDERMIKE

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Miracolo Michele
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Zitat aus einem Post von UnleashThebeast
Ich verstehe deinen Ansatz, das Problem ist aber: Wenn du jetzt nur die Hälfte des zB 22ten rund um Kagran etc be-parkraumwirtschaftest und die, wo nur einzelne Hittn stehen nicht, is dort ab dem zeitpunkt kein freier Platz mehr, weil alles voller SK RO CZ und MI KO GF vollgeparkt ist.

Denken wir das mal weiter, auch wenns nur den Blick auf Pendler gerichtet hat(die Tante in Stammersdorf oder Essling mit den Gschroppen zu besuchen soll ja genauso künstlich erschwert werden damit die Jungfamilie das lieber mit dem Autobus macht ;)).

Das Parkpickerl hat natürlich Hotspots freigeräumt oder die Pendler zum nächsten Hop eine Spur weiter draußen gedrängt. Der Pendler wird sich aber nicht beim Heeresspital in Stammersdorf oder beim Friedhof in Essling hinparken, damit er dort freudig die äußertes Öffioption in Form von Bim/Bus an der Stadtgrenze wählt. Ich glaube dieses Szenario wird nie eintreten, denn da passieren alle Dinge vorher bevor das eintritt wie

- anderen Arbeitsplatz suchen
- direkt zum Arbeitsplatz fahren und das Problem mit Geld lösen bzw sich eventuell sogar Lebenszeit dadurch "zurückkaufen"
- noch weiter reinfahren bis zum geilen Parkhaus bei der ersten U-Bahnstation(führt wieder zu Verkehr, wo er laut flächendeckendem Parkpickerl nicht sein sollte)

Jetzt werden manche sagen: Moment, du hast was vergessen! Was ist mit der Möglichkeit außerhalb von Wien in eine S-Bahn einzusteigen? Dazu kann ich jedem empfehlen sich mal den wirklich riesigen Parkplatz rund um den Bahnhof in Wolkersdorf um 8 Uhr anzuschaun. Wer da dann noch einen freien Parkplatz findet darf sich freuen. Die Kapazitäten werden aktuell ja bereits sehr gut ausgeschöpft. Auch weiter draußen in Mistelbach muss man weite Fußwege mögen oder schon um 6 in den Zug einsteigen. Ich befürchte, dass da nicht unbegrenzt Luft nach oben ist. Das Problem besteht ja auch in Wien, wo bereits 2016 Verkehrsexperten der U6, U3, 43er und 13A das Erreichen der Kapazitätsgrenze attestiert haben.

Aber wie gesagt, ich denke hier schneidet die Regelung eben auch schon recht fest ins eigene Wiener Fleisch wenn der Strebersdorfer auf einmal "für nix" 120 Euro im Jahr abdrückt und seinen Besuchern erklären muss, dass sie jetzt maximal 2 Stunden draußen auf der leeren Straße parken dürfen. Man traut es sich halt nur noch nicht auszusprechen, dass auch der Wiener sein Auto lieber nicht mehr fahren sollte und führt die Pendlerdiskussion weiter.

Snoop

Here to stay
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Wir leben ja in Gablitz und alle fürchten sich jetzt davor (bzw. hauptsächlich in Purkersdorf), dass hier der pendlerverkehr die autos bei uns abstellen wird. Das thema ist gar nicht so aus der luft gegriffen, weil wir haben vorher im 12ten gelebt, in der nähe von der bahnstation hetzendorf. Viele pendler aus dem süden sind bis zu uns gefahren und dann zu fuß zur bahn marschiert oder mit der straßenbahn direkt in den ersten bezirk gegondelt.
Vor dem parkpickerl habe ich teilweise unter tags stundenlang keinen parkplatz gefunden, wo ich nicht mindestens 10-15 minuten mit einkäufen und co zu fuß zur wohnung gebraucht habe. Mit dem parkpickerl hat sich das schlagartig aufgehört.
Auf der einen seite freude, auf der anderen seite halt auch frust. Weil wo sollst dein auto abstellen, wennst schlecht angebunden bist?
Park & Ride ist ansich eine gute sache, aber man darf die abnutzung des autos auch nicht außer acht lassen. Sobald du in parkgaragen parkst hast du (wie bei schrägparkerparkplätzen) tendenziell mehr schrammen und kratzer im auto, weil die leute sich durchzwängen zum einsteigen. z.B. unser ehemaliger x3 hatte so eine seitenführungslinie. Bevor das auto nach wien gekommen ist (war früher ein auto am land) hatte es keine einzige delle darauf. Nach nur 4 monaten hast bei starkem nebel und 2 dioptrien die einkerbungen in der linie von anderen autos erkennen können.

meine meinung ist, dass sie die einheitliche parkraumbewirtschaftung noch 1-2 jahre hätten verschieben sollen, bis wir wissen, ob die homeoffice situation dank corona auch weiterhin so bleibt oder nicht. weil wenn nicht, wird das für viele familien zu einem zusätzlichen zeitaufwand jeden tag werden.

xtrm

social assassin
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Könnte man vllt "Wien" in den Titel mitaufnehmen, damit er aussagekräftiger wird? Mir ist bewusst, dass ca. 1/4 aller Leute in Wien wohnen, aber 3/4 halt auch nicht und der Titel könnte durchaus national aufgefasst werden :D.

UnleashThebeast

Schade Bruder, wirklich
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Zitat aus einem Post von WONDERMIKE
Man traut es sich halt nur noch nicht auszusprechen, dass auch der Wiener sein Auto lieber nicht mehr fahren sollte und führt die Pendlerdiskussion weiter.

Oh nein, bitte meinen Post nicht (nur ;)) als sinnloses Pendlerbashing verstehen. Natürlich soll mit der Maßnahme auch der innerstädtische Verkehr eingeschränkt werden, das ist auch gut so.
Ich mag Pendler zwar nicht, weil ich der Meinung bis, dass das ein selbst zugefügtes Problem von jedem ist, aber: Niederösterreich verschlaft dieses Problem seit Jahrzehten und ruht sich drauf aus, dass Wien schon irgendwas machen wird. Und der Spin funktioniert auch, jeder von den armen Hascherln, die jetzt dann nichtmehr mit dem Bürgerkäfig nach Wien zu einem Gratisparkplatz und dann mit der Ubahn weiter in die Stadt fahren kann is grantig auf "den Wasserkopf", anstatt auf die NÖ LR oder die Bürgermeister, die meinen 4 Parkplätze vorm Bahnhof san eh mehr wie gnua. Und der Bummelzug, der da nach Mistelbach bzw Laa rausfahrt, is ja sowieso eine Frechheit.

Das Parkpickerl ist auch viel zu billig im Moment. Sinnvolle weitere Maßnahmen wären:

- Parkpickerl muss teurer werden. Der scheiss Blechkübel verbraucht Unmengen Platz, der auch sinnvoll genutzt werden könnte, also muss er halt teurer sein. Nur mit Geld kriegst die Leute dazu was zu ändern. Zach, Parkpickerl pro Monat 100e.
- Parkpickerl viel enger begrenzen. Parken mit Pickerl nur in ~3 Blocks Umkreis der Meldeadresse, nicht im ganzen Bezirk (oder in manchen Fällen sogar 2 Bezirken).
- Einfahrt in die Zone innerhalb des Gürtels gratis als: Anwohner, Lieferant, Handwerker, Rettungsdienst, Taxi.
- Einfahrt in die Zone innerhalb des Gürtels für oben nicht genannte: EUR 25,-- pro Stunde.
- Kurzparktarif EUR 25,-- pro Stunde.
- Reduktion der Fahrspuren auf den Straßen innerhalb des Gürtels um 50%.
- Vermehrter Bau von Tiefgaragen vor allem für Anrainer, danach Parkplätze um mindestens 50% reduzieren.
Bearbeitet von UnleashThebeast am 18.06.2021, 06:52

Dune

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Endlich :)

Snoop

Here to stay
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ich vermisse den "sarkasmus on" hinweis. Das kannst ja nicht ernst meinen oder?

LJ

the force is with me
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Und wenn wir das alles durch haben erhöhen wir wieder die Preise für die Fahrkarten, weil dann mehr Menschen darauf angewiesen sind :bash:

Dune

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Nein, völlig ernst gemeint. Standardisierung ist überfällig, der Übergang war schon viel zu lange und die Situation unübersichtlich.

Autofahren sollte imho vor allem binnenstädtisch so unattraktiv wie möglich gestaltet werden. Die Stadtentwickung weiß das ja auch, aber viele Leute sind trotz guten Öffinetz einfach zu bequem. Dann darfs halt nicht mehr so bequem und billig (Kraftstoff und Parken) sein, an anderen Schrauben kann man als Stadt eh nicht drehen.

Klar ist es unangenehm für Pendler, aber imho sollte es noch unbequemer für Pendler werden. Nicht weil ich sie persönlich nicht mag sondern weil Zersiedelung und Arbeitsweg mit PKW, den man oft alleine fährt, sozioökonomisch ein großes Problem ist. Politisch ist man da Jahre lang einen Irrweg gegangen in dem man Pendeln bestärkt und fördert, hat dann das Problem wieder auf die Straße gebracht.

Ist aber leider ein Tabuthema, was keiner ansprechen will, weil die Leute ausflippen.

Ich bin gespannt was sich da die nächsten 5-10j tut, ich hoffe doch einiges.

dosen

Here to stay
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Wenn man in Wien mit dem Auto fährt muss man auch die Kosten tragen. Flächendeckendes Parkpickerl ist unumgänglich. Sobald es eine Ausweitung gibt verlagert sich das Problem nur weiter nach aussen.

Die Parkgarage (wenn ein Platz frei ist) bei meiner Arbeit (1120) kostet 6€ pro Tag, die Parkscheine 17,6€
Wenn ich mir einen fixen Platz in der Garage mieten würde käme der auf 90€ im Monat.
Die Situation hab ich jetzt seit Jahren, früher gab es bei der Arbeit kein Parkpickerl. Dafür musste man öfter 20 Minuten Parkplatz suchen.

Zuhause (1020) merkt man bei der Parkplatzsuche stark die Uhrzeit oder das Wochenende. Vor 20:00 bekommt man zumindest in max. 5 Minuten Gehweite einen Parkplatz. Am Wochenende muss man auch mal 15 Minuten Parkplatzsuche und 10 Minuten Gehweite einrechnen.
Da ist aber auch unsere ehemalige Grüne Bezirksvorsteherin schuld. Parkplätze wurden gezielt verkleinert / verknappt. Was wir durch die grünen an unbenützte Radlständer in fast jeder Gasse haben. Als wäre bei uns jemand so blöd und hängt sein Radl auf der Strasse an. :o
Dafür haben sie uns Anrainerparkplätze versprochen.... vor Jahren.

Pendler trifft es entweder mit Zeit (Öffis) oder Geld (parken). Vorteil der Pendler ist das günstigere Wohnen ausserhalb der Stadt in der Natur.

Flächendeckendes Parkpickerl ist Ok, muss ich halt bei der Mama wenn ich auf Besuch bin (an der Grenze zu NÖ) auch einen Parkschein lösen. Ich würd aber bei der Sache noch weiter gehen und zumindest 1/3 der Parkplätze in Wien als Anrainerparkplätze widmen. Das würd den Individualverkehr eher einschränken.

Vinci

hatin' on summer
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Im Sinne der Fairheit war das schon lang ausständig. Wie kommt man in Bezirk X dazu zu peckn wenn 100m weiter nix zu zahln is.

Das einzige was mich stört is:
- Als Wiener sollte ich in andern Bezirken in denen ich kein Pickerl hab günstiger parken dürfen.
- Das Pickerl muss am WE auch gelten....

/edit
Und ja, Ausbau der Parkmöglichkeiten an den Rändern.
Bearbeitet von Vinci am 18.06.2021, 07:27

Dune

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Zitat aus einem Post von Vinci
- Als Wiener sollte ich in andern Bezirken in denen ich kein Pickerl hab günstiger parken dürfen.
- Das Pickerl muss am WE auch gelten....

Warum meinst du, dass da ein Bevorzugung fair wäre? Gerne wäre kann ich verstehen, aber was wäre die Rechtfertigung dafür?

Dass das WE ausgenommen ist, kann ich beim ersten Mal durchlesen auch nicht nachvollziehen. Kann mir auch nicht vorstellen dass am WE das aufkommen so groß ist, dass es relevant wäre. Vielleicht will man damit unterbinden dass man von 9. in den 7. auf die Mahue aus Beqümlichkeit fährt und dort alles zu parkt. So schlecht finde ich das gar nicht.

Vinci

hatin' on summer
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Zitat aus einem Post von Dune
Warum meinst du, dass da ein Bevorzugung fair wäre? Gerne wäre kann ich verstehen, aber was wäre die Rechtfertigung dafür?

Jemand der bereits für ein Pickerl zahlt leistet bereits einen Beitrag. Wie kommt jemand der das Auto nutzen muss(!) dazu vor der eigenen Haustür und vor da Hakn in vollem Ausmaß zu bezahlen.

Hint: Ein Versicherungshabschi auf Außendienst der seine 1.5kg Aktentasche spazieren führt muss nicht...

Dune

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Ok, macht Sinn, kann ich nachvollziehen
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