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Budget Multimonitoring: Drei Displays für kleines Geld!

by Joe_the_tulip - 9th May 2011 09:39 [Mission Briefing] 2 3 »
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Mehr ist immer besser. Das gilt nicht nur für Hubraum oder Taktfrequenz, sondern auch für PC-Monitore. Da das kostspielig werden kann, haben wir uns speziell mit preiswerten Lösungen für drei und mehr Bildschirme für euch beschäftigt.

Mission Briefing

Vorweg sei gesagt, dass wir uns hier auf günstige Multimonitor-Systeme und nicht auf Surround-Gaming konzentrieren wollen. Dafür braucht man neben einem großen Schreibtisch vorrangig eine passende Grafikkarte und die gewünschte Anzahl an Monitoren. Das zugrunde liegende System muss - außer einer für den Anwendungszweck passenden Menge an Arbeitsspeicher - sonst nicht viel können. Es reicht hier ein einfacher Dualcore-Prozessor, wie er in unserem verwendeten Testsystem arbeitet.

Bei der Planung muss grundsätzlich unterschieden werden, ob man ein altes System mit weiteren Monitoren ausrüstet, oder sich gleich für eine Neuanschaffung entscheidet. Wie wir später noch erläutern wollen, sind die Anschlüsse der Monitore nämlich durchaus wichtig. Bis zu zwei Monitore mit einer Auflösung von 1920x1200 funktionieren in allen erdenklichen Kombinationen von Anschlüssen mit jeder dedizierten Grafikkarte und sogar den meisten integrierten Grafikchips. Wer mehr als 1920x1200 Bildpunkte braucht, muss zu Dual-Link-DVI oder DisplayPort greifen; vereinzelt unterstützen auch VGA-Anschlüsse (D-Sub) 2048x1536.

Bei der Wahl der Monitore müssen wir auch klar von TN-Panels abraten. Nur (S-)PVA, MVA und (S-)IPS Panels eignen sich aufgrund der größeren Betrachtungswinkel für Multimonitoring. Wer in Betracht zieht, TFTs im Pivot-Modus aufzustellen, muss noch auf eine weitere Zahl achten: Die vertikale Auflösung. Sie sollte vorzugsweise bei mindestens 1200 Bildpunkten liegen, um für Webseiten und Dokumente im Pivot-Modus ausreichend Platz zu haben. 1080 Bildpunkte sind gerade noch akzeptabel, alles andere ist hier sinnlos. Damit fallen allerdings fast alle modernen Monitore unterhalb von FullHD hinaus. Ideal für den günstigen Pivot-Modus sind deshalb 4:3-Monitore mit 1600x1200 Bildpunkten; 16:10-TFTs mit 1920x1200 sind ebenfalls akzeptabel.

Vielleicht wundert sich hier so mancher, warum wir auf den Pivot-Modus pochen. Wenn man größere Texte oder informationshaltige Webseiten liest, wünscht man sich viel Bildhöhe, um das vertikale Scrollen möglichst zu vermeiden. Nicht umsonst sind Bücher eher länglich und in Zeitungen die breiten Seiten in mehrere Spalten aufgeteilt: Wir lesen wesentlich entspannter, wenn wir mehr Zeilen haben, die dafür kürzer sind. Leider eignet sich der Pivot-Modus nur wenig für alle anderen Bildschirmtätigkeiten oder auch nur den Vergleich von zwei Dokumenten. Dementsprechend bleibt es jedem selbst überlassen, wie er die Monitore schlussendlich anordnet. Dennoch empfiehlt es sich - zumindest bei neu aufgebauten Systemen -, zu Modellen mit Pivot-Funktion zu greifen, um es als Option dabei zu haben.

In weiterer Folge wichtig ist es, die (zusätzlichen) Monitore wenn möglich, vom selben Typ zu wählen. Das liegt mitunter daran, dass die Punktdichte in dpi möglichst gleich sein sollte. Wenn sich die Displays in diesem Punkt unterscheiden, sind Bildinhalte verschieden groß, wenn sie zwischen den Bildschirmen verschoben werden. Das ist ohne Frage sehr gewöhnungsbedürftig. Zur Erläuterung hier ein Beispiel: Ein 24"-Monitor in 16:10 mit 1920x1200 Bildpunkten hat 94 dpi. Ein 20"-Monitor mit 1600x1200 Bildpunkten hat 100 dpi. Dieser Unterschied ist deutlich sichtbar und störend, da ein 1000 Pixel breites Bild auf dem ersten Monitor 27,05 cm und auf dem zweiten 25,4 cm breit wäre. Stellt man nun aber einen 21,3"-Monitor mit 1600x1200 Bildpunkten daneben, ist das Bild 26,92 cm breit. Der Unterschied von etwas mehr als 1 mm hat in der Praxis keine Auswirkung.

Der zweitwichtigste Parameter für den Aufbau von asymmetrischem Multimonitoring ist die Helligkeit der Bildschirme. Diese sollte sich möglichst gut angleichen lassen, da man sonst beim Lesen auf einem Bildschirm vom anderen geblendet wird. Weniger interessant sind hingegen das maximale Kontrastverhältnis, der abgedeckte Farbraum oder die verwendete Hintergrundbeleuchtung. Auch äußerliche Merkmale wie dicke Ränder oder unterschiedliche Gehäusefarben sind nach einer gewissen Eingewöhnungszeit kaum bis nicht störend.

Zusammengefasst sollte ein Monitor als folgende Merkmale aufweisen:
  • Mindestens 1080, besser 1200 Pixel in der Höhe, sowie halbwegs gleiche Punktdichte bei Upgrades,
  • DVI oder besser DisplayPort,
  • optionaler Pivot-Modus,
  • Gut einstellbare Helligkeit
  • KEIN TN-Panel!

Aus diesen Kriterien ergeben sich einige Empfehlungen. Wer sein System möglichst günstig nachrüsten möchte kann über ebay für etwa 120 Euro einen HP LP2065 oder ab 200 Euro einen LP2465 gebraucht kaufen. Beide unterstützen Pivot, haben ein IPS-Panel und mehrere digitale Eingänge, sowie USB-Hubs. Natürlich kommen auch andere Business-Monitore beim Second-Hand-Kauf in Frage, die gerne in großen Stückzahlen die Versteigerungsportale beehren. Am besten einfach umschauen ...

Wollt ihr aber ein preiswertes Multimonitor-System neu aufbauen, kommen zusätzlich zu den beiden Monitoren vom letzten Absatz, auch die Dell U2211H/U2311H und der HP ZR22w in Frage. Oder ihr durchforstet diese Geizhals-Liste. Von den beiden Samsung-Monitoren F2080 und F2380 möchten wir trotz ihrer exzellenten Kontrastverhältnisse jedoch abraten. Leider haben sie eine so langsame Reaktionszeit, dass euch das bereits bei Office-Aufgaben stören könnte.

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Unser Testsystem: Der Hauptbildschirm LP2475 steht in der Mitte, flankiert von zwei LP2065 im Pivot-Modus. Mehr dazu auf Seite 2.


Neben dem Erwerb der passenden Monitore darf auch nicht auf eine entsprechende Grafikkarte vergessen werden. Integrierte Grafikchips und Laptops sind für Multimonitoring bis auf wenige Ausnahmen (z.B. HP Envy 17) nicht geeignet. Auch ist es (unter Windows) nur beschränkt sinnvoll, mehrere Grafikkarten zu kombinieren, um so zu zusätzlichen Anschlüssen zu kommen. Der Display-Zusammenschluss via AMD Eyefinity etwa funktioniert dann immer nur auf jenen Monitoren, die an ein und derselben Grafikkarte angeschlossen werden. Da NVIDIA bei der Anzahl der anschließbaren Displays nicht mithalten kann, wollen wir uns hier ausschließlich auf preiswerte Modelle aus dem Hause AMD beschäftigen.

Beinahe alle aktuell auf Geizhals gelisteten Grafikkarten haben drei oder mehr Displayanschlüsse. Leider können nur die wenigsten mehr als zwei gleichzeitig ansteuern. Und all jene, die mehr ansteuern können, benötigen üblicherweise mindestens einen Monitor mit Displayport dafür. Nach langer Recherche konnten wir aber ein paar Modelle auftreiben, die diese Limitierung nicht besitzen. Die günstigste Lösung stellt die brandneue HD 6450 dar. Sie hat je einen HDMI, DVI und VGA-Port und kann alle drei gleichzeitig ansteuern. Möchte man bis zu vier Displays digital ansteuern, ist eine Sapphire HD 5670 Flex die preiswerteste Lösung. Beide Karten haben auch genügend Leistung um ein 1080p-Video flüssig zu decodieren.

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Die HD 5670 unterstützt drei/vier Bildschirme ohne/mit DisplayPort(-Adapter)


Es gibt zwar noch wesentlich mehr Grafikkarten, die Eyefinity unterstützen, allerdings unterstützen sie alle nur bis zu zwei TFTs ohne Displayport. Jeder zusätzliche Bildschirm braucht entweder einen DisplayPort oder einen aktiven DisplayPort-Adapter. Diese Adapter sind leider sehr teuer. Der günstigste uns bekannte aktive Adapter auf Single-Link-DVI (bis 1920x1200) kostet 19 Euro. Braucht ihr eine höhere Auflösung und damit Dual-Link-DVI, kostet der Adapter gleich mindestens 80 Euro. Passive Adapter dürft ihr nur für maximal zwei Displays verwenden, wenn ihr kein HMDI oder DVI verwendet. Diese Einschränkungen gelten leider auch bei den speziellen Eyefinity-Editionen diverser Hersteller. Diese werden wir aufgrund der hohen Kosten hier aber nicht behandeln - nicht zuletzt soll dieser Artikel ja preiswerte Lösungen aufzeigen.
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