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WTF is nur los bei uns - politics at its best

questionmarc 28.06.2015 - 17:57 428481 3943 Thread rating
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t3mp

I Love Gasoline
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Zitat aus einem Post von bsox
Genau so sehe ich das auch. Das Zusammengehen mit einer großen Airline (LH) hat sie nicht gerettet und im Endeffekt dürfen wieder wir Steuerzahler sie raushauen. Dann lieber eine kleinere Airline, aber in öffentlicher Hand. Von mir aus auch in europäischer Hand.
Dann musst du aber das Lohn- und Sozialdumping bei den Billigairlines abstellen. Oder wir akzeptieren das einfach und nur die bleiben übrig.

dosen

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Zitat aus einem Post von Dune-
Finde ich als Forderung utopisch. LH baut selber sehr stark ab. Wieso sollten sie so viel investieren in eine Firma die gerade mal die schwarze Null schafft?!

Und genau das ist der Punkt. Die AUA ist vor der Krise auch nicht besonders gut dagestanden.

@WM: Die Lufthansa hat doch damals eine 500 Mio. € Mitgift bekommen als Steuererleichterung.

Die AUA hat den Steuerzahlen knapp eine Milliarde Euro in den letzten 10 Jahren gekostet. Ob sie das als Wertschöpfung für Österreich wirklich wieder zurückverdient hat bezweifle ich...

davebastard

Vinyl-Sammler
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genau, und um eine Relation zu bekommen: es gibt doch die sogennannte Nahverkehrsmilliarde oder Öffi Milliarde. Wärs nicht sinnvoller gewesen daraus 2 Milliarden zu machen als eine Airline zu retten wos nur ums prestige geht, weil Arbeitsplätze und belebung der Wirtschaft hast durch ausbauen von Öffis auch. Nur wäre das Ganze wesentlich nachhaltiger.

Dune-

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So das sprengt jetzt den Rahmen, aber meine Gedanken dazu möchte ich noch los werden :)

Zitat aus einem Post von ccr
@Dune-: Die Piloten erklären uns doch eh seit Jahren, dass sie in China und den Emiraten mit Geld überschüttet würden und nur mehr gnadenhalber in Europa fliegen

Dann sollen sie doch bitte nach China oder in den Sandkisten um dort einen A380 unter menschenfeindlichen Lebensbedingungen zu bedienen - viel Spaß denen!

Die AUA hat meiner Meinung nach ihre großen Probleme in den 90ern und 00ern aufgebaut. Das Management unter Ötsch war eine Katastrophe, der Betrieb wurde als Prestigeprojekt mit Aushängeschild geführt und sollte Österreich ins Rampenlicht stellen. Die Widebody-Flotte mit A332 und A343 war viel zu groß, es gab Destinationen wie Kapstadt die den Bedarfen einfach nicht gerecht waren. Hier wurden viele Entscheidungen getroffen, die einfach nicht wirtschaftlich waren und Umwelt war sowieso kein Thema.

In den 00ern hat sich dann massiv die Politik eingemischt und das Desaster nahm seinen Lauf. Als Lauda seine erste Airline an die Wand gefahren hat, hat die Regierung entschieden dass die AUA die Lauda unter ihre Fittiche nehmen muss. Das war eine völlige Katastrophe weil hier Produkt, Angebot und Bestände überhaupt nicht zusammengepasst haben. Lauda war auf Tourismus spezalisiert und hatte eine Boeingflotte mit teilweise exotischen Einzelstücken wie der B736, ein paar wenigen B737. Die B767 waren damals schon recht alte Mühlen, einzig die B777 hat irgendwie zur AUA gepasst. Aber die hatte damals schon eine recht moderne Airbus-Flotte. Man hatte nach dem Zusammenschluss eine Airline die unter 100 Flugzeuge besaß, dafür aber mehr als Typen (A319, A320, A321, A332, A343, B736, B737, B738, B763, B772, Dash8, CRJ2, F70, F100). Das ist kostentechnisch eine Katastrophe, sowohl von der Technik als auch von den Crews die notwendig sind so eine Schmetterlingssammlung zu betreiben.

Die Lufthansa hat seit sie eingestiegen ist sehr viel richtig gemacht. Der Zusammenschluss mit Tyrolean ging relativ problemlos, auch wenn es betrieblich ein paar Gemeinheiten bezüglich alten und neuen Verträgen bei den Mitarbeitern gab, ich denke so etwas lässt sich kaum vermeiden wenn man zu den Nachbarn schaut, wie es dort zugeht (Fragt mal in der LH-Group wie es den EWD Piloten im Vergleich zu EWE, GWI, LH und LHC geht. Die letzten drei haben den tollen alten KVT, bei den ersten drei möchte ich nicht arbeiten für das Geld und den Job. Aufstiegschance ist zur Zeit auch nicht vorhanden). Die Flotte wurde harmonisiert und modernisiert. Das Angebot ist besser geworden, der Osteuropa-Fokus ging auf, viele alte Prestige-Projekte wurden endlich gekippt. Und es ist wieder zu einem langsamen Wachstum gekommen.
[/OT off]

Zitat aus einem Post von davebastard
genau, und um eine Relation zu bekommen: es gibt doch die sogennannte Nahverkehrsmilliarde oder Öffi Milliarde. Wärs nicht sinnvoller gewesen daraus 2 Milliarden zu machen als eine Airline zu retten wos nur ums prestige geht, weil Arbeitsplätze und belebung der Wirtschaft hast durch ausbauen von Öffis auch. Nur wäre das Ganze wesentlich nachhaltiger.

Ich bin selbst als leidenschaftlicher Flieger für eine CO2- und Kerosinsteuer. Ich bin auch für den Ausbau der Öffis und des Nahverkehrs, ich sehe nicht ein warum unsere Infrastruktur teilweise sehr stark auf den privaten KFZ Gebrauch zugeschnitten ist. Ich glaube aber die AUA Rettung hat nichts direkt damit zu tun bzw. muss nicht direkt damit im Zusammenhang stehen.

Letztlich musste die Politik entscheiden ob der Betrieb und die Arbeitsplätze rettenswert sind oder nicht. Persönlich würde ich sagen eher schon, aber eben unter Auflagen. Ich hätte die Auflagen gerne härter gesehen und mir erhofft dass die LH mindestens mit 50% einsteigt, aber das war mit den letzten Geschäftszahlen der AUA vermutlich nicht drinnen.

Damit werde ich jetzt viel Hass auf mich ziehen, ich riskier's aber trotzdem das Thema anzuschneiden. Die Luftfahrt erzeugt nicht nur direkte sondern auch indirekte und induzierte Arbeitsplätze und wertet damit auch den Standort auf. Es gibt dazu sehr viele Studien, ich poste diesen Link das BDLweil ich die Darstellung am Besten finde. Jeder stationierte Flieger hat erzeugt 30-120 direkte Arbeitsplätze für Besatzung und Technik. Da kommen dann noch Abfertigung, Bodenpersonal, Zoll, Sicherheit, Gastro, uswusf am Boden dazu. Dann hast wieder Touristen, die man ins Land zerrt die konsumieren, nehmen das Kulturangebot war und müssen auch irgendwo schlafen, essen und trinken. Für die Betriebe sind Flugangebote wichtig für Dienstreisen, Konferenzen, dass Angebote unterzeichnet werden und Aufträge überhaupt zustande kommen. Das alles ist im Wandel und wird nach Corona vielleicht ein bisschen anders aussehen als vorher (Gruselwort: Digitalisierung), aber völlig verschwinden und unwichtig sein wird es auch nicht. Wien hat z.B. für internationale Konzernsitze wesentlich bessere Karten als Bratislava, wegen den Anbindungen.

Natürlich fließt da wieder Lobby-Money in solche Thesen und nicht alles was glänzt ist Gold, aber ich denke im großen und ganzen hat das schon irgendwo seine Berechtigung. Ich finde also die Rettung geht schon in Ordnung, hätte aber natürlich besser sein können. Mit der Umweltpolitik hängt das für mich nur peripher zusammen, hier muss sowieso _SEHR_ viel passieren. Da stehen die Grünen mit ihren Ideen unter Druck die ÖVP zu überzeugen diese umzusetzen, aber das hängt für mich nicht direkt damit zusammen ob man diese Fluglinie erhalten will oder nicht.

ENIAC

Do you Voodoo
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Angeblich, gehört von einem Vater eines Freundes welcher damals im mittleren Management bei Austrian tätig war, war der erste große Fehler der AUA, dass sie der Star Alliance und nicht dem Sky Team beigetreten sind...

Somit wäre die AUA auch weiterhin die Drehscheibe in Richtung Osten geblieben. Von diesem lukrativem Geschäft wurde sie in der Star Alliance immer mehr von der Lufthansa vergedrängt...

Dune-

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Das ist auch ein guter Punkt, das ist aber damals schon der Verbandlung mit LH geschuldet. Der ganze DACH Raum ist in Star Alliance Hand, da kanibalisieren sich alle gegenseitig weil LH, LX und OS drinnen sind.

Skyteam wäre mit Hubs in CDG, AMS und den USA damals strategisch viel besser gewesen für das Wachstum.

Probmaker

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Dune-

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Und die ÖVP torpediert schon wieder die Koalation. Edtstadler mischt sich in Justizthemen ein und argumentiert Datenmonopol des Staates u.A. Mit Corona...

Wäähhhh, es is so grauslich

ccr


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Haaaa Haaaa :D

Zitat
Vizekanzler Kogler kündigte einen Mindestflugpreis von rund 40 Euro ein, in dem alle Gebühren, Steuern und Abgaben künftig im Ticketpreis enthalten sein müssen. Mit diesen Anti-Dumping-Regeln schiebe man „gewissen Exzessen“ und deren sozialen und ökologischen Folgen einen Riegel vor.

Bei 40 Euro fürs Ticket inklusive aller Nebengeräusche sind wir in Europa eh fast schon unter 0 Euro für die Fluglinie - und das nennt sich dann ökologisch und sozial :rolleyes:

https://orf.at/stories/3168803/

Vinci

hatin' on summer
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Zitat aus einem Post von ccr
Haaaa Haaaa :D



Bei 40 Euro fürs Ticket inklusive aller Nebengeräusche sind wir in Europa eh fast schon unter 0 Euro für die Fluglinie - und das nennt sich dann ökologisch und sozial :rolleyes:

https://orf.at/stories/3168803/


[X] Nie wieder grün. Damit reiht sich die ganze Bagage in den rückgratlosen Reihen einer Glawischnig ein. Was für ein elendiges Gsindl... so, und ich hör jetzt lieber auf zu posten und geh frische Luft schnappen.

Dune-

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Stimmt jetzt nicht ganz, wenn er sich damit WIRKLICH auf den Ticketpreise bezieht. Es gibt durchaus auch 9,9e plus Steuer und Flughafentaxe oder so. Also im Endeffekt macht's grad bei den Billigflieger schon was aus, mit den teureren Tickets landet man dann im Schnitt bei ner vollen 320er wahrscheinlich bei 150e im Durchschnitt. Das finde ich relativ fair und realistisch.

Jackinger

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Bartwurst!
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ist vermutlich das, was die türkisen gerade noch zugelassen haben.. mehr gibts halt nicht von der großspenderpartei.. im ach so perfekten freien markt waren 9€ fürs ticket auch noch ok, non?

ccr


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Zitat aus einem Post von Dune-
Stimmt jetzt nicht ganz, wenn er sich damit WIRKLICH auf den Ticketpreise bezieht. Es gibt durchaus auch 9,9e plus Steuer und Flughafentaxe oder so. Also im Endeffekt macht's grad bei den Billigflieger schon was aus, mit den teureren Tickets landet man dann im Schnitt bei ner vollen 320er wahrscheinlich bei 150e im Durchschnitt. Das finde ich relativ fair und realistisch.


Zitat
Mindestflugpreis von rund 40 Euro ein, in dem alle Gebühren, Steuern und Abgaben künftig im Ticketpreis enthalten sein müssen


Also ich hätte das so interpretiert, dass niemand mehr ein Ticket um unter 40 Euro buchen darf - und dort alle Gebühren inkludiert sein müssen.
Das wird mit 9,90 Euro für die Fluglinie knapp, wenn da auch noch Steuern, Flughafen- und Sicherheitsgebühren, etc. reinfallen sollen.


Sollten es 40 Euro nur für die Fluglinie sein, bist schnell auf 100 Euro - oder 200 Euro hin und retour.
Das wäre ziemlich radikal, und ist daher eher unwahrscheinlich ;)

Dune-

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Wird man sehen, Ticketpreis ist oft das was die Linie für die Beförderung verlangt, Ryanair nutzt den Schmäh gerne. BTS-BRE zB sehr oft mit 4,9e geflogen und dann doch knapp 100e bezahlt (Student und hatte kein Geld :))

Bevor ich mich da drüber aufreg möchte ich lieber wissen und verstehen was genau gemeint ist.

Das genaue Rettungspaket ist imho doch recht gut ausgefallen. 150M vom Bund sind lediglich die Gehälter, die LH halt auch bezahlt und der Rest Kredit. Hätte schlimmer kommen können unter den Rahmenbedingungen:
https://www.derstandard.at/story/20...gspaket-fixiert

Und das wichtigste, zwei begehrte Posten im AR können vergeben werden :p
Bearbeitet von Dune- am 08.06.2020, 18:19

ccr


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Mir soll's recht sein. Bei 40 Euro plus Steuern und Gebühren plus der neuen "Kurzstrecken-Ticketgebühr" wird man bei 100-150 Euro landen - und das dann mal zwei, wenn man auch wieder heimkommen möchte. :p
Damit sind wir bei Flugpreisen aus den 90ern - hoffentlich kommt dann auch das Service von damals wieder zurück :D
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