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NVIDIA GeForce GTX 780 und GTX 770

oanszwoa 30.05.2013 17350 28
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Wenn wir uns wirklich ehrlich sind, dann war die GTX Titan mit ihrem Preis von fast 1000 Euro nur für die wenigsten Spieler eine Kaufoption als neue Grafikkarte. Das ändert sich diese Tage, denn NVIDIA stellt gerade Schritt für Schritt ihre GTX 700-Serie vor, allen voran die GTX 780 als kleiner Bruder der Titan und die GTX 770 als günstiger Nachfolger zur GTX 680. Wir überprüfen in einem kurzen Test, ob die neuen Modelle von NVIDIA für ein Upgrade in Frage kommen.

Mission Briefing


GTX 780: Hersteller-Webseite | Geizhals-Preisvergleich
GTX 770: Hersteller-Webseite | Geizhals-Preisvergleich

Wie bei einem NVIDIA-Launch üblich ist, war die Gerüchteküche in den letzten Wochen am brodeln und konnte bereits einen Großteil der Informationen vorab ans Tageslicht schaffen. Deshalb erwarten uns bei den beiden Topmodellen der GTX 700-Serie auch keine Überraschungen.

NVIDIA GeForce GTX 780

Bei der GTX 780 handelt es sich um eine abgespeckte GTX Titan mit 12 statt 14 SMX-Blöcken. Das reduziert zwar die CUDA-Cores um 384 Stück, sowie analog dazu die Texture Units und ROPs, dafür senkt sich auch der Preis entsprechend. Damit befindet sich der GK110 der Titan erstmals in einem Produkt mit rechtfertigbarem Preis/Leistungsverhältnis.

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GTX 780 im Referenzdesign: 2 SMX-Blöcke fehlen ihr auf die Titan

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NVIDIA GeForce GTX 770

In nur wenigen Worten lässt sich die GTX 770 erklären: Sie ist schlicht und ergreifend eine GTX 680 mit höheren Taktraten. Und zwar wurde der GPU- bzw. Boost-Takt des Referenzmodells von 1006/1058 MHz auf 1046/1085 MHz angehoben. Ebenso läuft der GDDR5-Speicher nun mit gut 1 GHz (4 * 251 MHz) mehr und überspringt erstmals die 7-GHz-Marke (4 * 1753 MHz). Zusätzlich verwendet die 770 nun auch GPU Boost 2.0 zum automatischen Übertakten der GPU und lässt damit auch die GPU-Temperatur zur Berechnung des Takt-Spielraums einfließen (Details dazu in unserem Artikel zur Titan). Ob und welche weiteren Verbesserungen sich in der Revision des GK104 für die GTX 770 befinden, konnten wir weder anhand des Samples, noch durch den Reviewer's Guide herausfinden.

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GTX 770 im Referenzdesign: GTX 680 mit neuem Referenzkühler, höheren Taktraten und GPU Boost 2.0

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Spezifikationen

Hier noch einmal ein Übersicht zu allen Testkandidaten, die sich in unserem Test gegenüberstehen:



Testsystem und -methode



Da wir die Möglichkeit für diesen Test sehr kurzfristig erhalten haben, konzentrieren wir uns auf die wichtigsten Aspekte dieser Grafikkarten: die Performance in aktuellen 3D-Spielen mit DirectX 11. Um auch wirklich realistische Framezahlen messen zu können, verlassen wir uns nicht auf integrierte (und gerne über den Treiber manipulierte) Benchmarks, sondern führen die Messung in einem von uns ausgesuchten Abschnitt des Spiels mittels Fraps durch. Unser Testsystem basiert auf Intels Ivy Bridge mit einer stark übertakteten CPU, womit wir eine Limitierung durch fehlende Rechenpower weitestgehend vermeiden wollen.

Das Testsystem:

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Weiter geht's mit den heiß ersehnten Spiele-Benchmarks!

Spiele-Benchmarks



Metro 2033

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Far Cry 3

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Max Payne 3

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Upgrade sinnvoll?



In unseren Tests lassen wir auch immer einige Vorgänger und Konkurrenten mitspielen, um zumindest einen groben Referenzpunkt für einen Vergleich mit dem eigenen System zu schaffen. Durch die große Auswahl an Grafikkarten im Handel kann die Frage nach einem sinnvollen Upgrade allerdings oftmals nicht so leicht beantwortet werden. Deshalb wollen wir mit folgender Tabelle eine kleine Orientierung geben, ob sich die Anschaffung einer neuen GTX-Grafikkarte lohnt:

Upgrade-Optionen für neue GTX-Grafikkarten
Ein Überblick der sinnvollen Upgrade-Optionen für die GTX 760, GTX 770, GTX 780 und die Titan


Abwärme und Lautstärke



Wir haben beide Modelle im Referenzdesign von NVIDIA getestet. Diese sind mit demselben Vapor-Chamber-Kühler ausgestattet, der bereits die heiße Luft der Titan aus dem Gehäuse geblasen hat. Mittels eines Radiallüfters soll die Abwärme fast vollständig über die Blende abgegeben werden. Dennoch hinterlässt der Referenzkühler bei unseren Tests nicht ganz diesen Eindruck, da sich allein das PCB auf der Rückseite der Grafikkarten während der Benchmarks auf weit über 70 °C erhitzt hat. Wir raten deshalb bei beiden Modellen zu einer zusätzlichen Gehäuselüftung, die bei der Kühlung des Systems mithilft.

Durch die Nutzung des gleichen Kühlers verhält sich auch die Lautstärke sehr ähnlich. Sowohl die GTX 780 als auch die GTX 770 ist im 2D-Modus bei Idle-Taktraten so gut wie lautlos. Erst beim Start eines fordernden 3D-Spiels dreht der Lüfter schneller und wird hörbar, aber für unsere Ohren nicht störend. Dennoch ist eine ASUS GTX 680 mit DirectCU II-Kühler unterm Strich im Betrieb leiser. Dafür fällt dem Design ein dritter PCIe-Slot im Gehäuse zum Opfer.

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Mit dem Referenzkühler sind wir nicht ganz glücklich. Custom-Versionen wie zB die ASUS DirectCU II helfen gerne aus.


Äußerst positiv ist uns aufgefallen, dass beide Testkandidaten kein Spulenfiepen bei hohen Frameraten verursachen. Das kann weder die GTX 680 noch die HD 7970 der Konkurrenz von sich behaupten. Wobei hier dazugesagt werden muss, dass ein niedrigeres Frametarget bei den GTX-Karten bzw. VSync als Notlösung bei AMD das Problem ebenfalls beseitigen kann.

Fazit



NVIDIA GeForce GTX 770

Mit dem wenig attraktiven Aufhänger, dass es sich hier um ein Rebranding aus der Vorgängergeneration handelt, wird man hier kein interessantes Produkt vermuten. Das ist aber ganz und gar nicht der Fall! Allerdings nicht weil die angehobenen Taktraten für einen kleinen Leistungssprung sorgen. Nein, der Preis ist hier entscheidend und erweckt ein ohnehin noch aktuelles Produkt mit Kepler-Architektur erneut zum Leben. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 394,80 Euro inklusive Ust ist die GTX 770 nicht nur billiger als jede am Markt befindliche GTX 680, sondern zieht auch im Preis/Leistungsverhältnis mit der deutlich lauteren weil heißeren Radeon HD 7970 gleich. Wer also nach einem vernünftigen Upgrade in die grafische Oberklasse sucht, ist hier genau richtig. Wir empfehlen zu einem leiseren Modell mit alternativem Kühler zu greifen.

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NVIDIA GeForce GTX 770: Günstige GTX 680 mit angehobenen Taktraten und GPU Boost 2.0 zum vernünftigen Preis!


NVIDIA GeForce GTX 780

Die abgespeckte Titan hält, was sie verspricht: Sie lässt die GTX 680/770 bzw. den nicht wirklich im Wege stehenden Konkurrenten mit seiner Radeon HD 7970 weit hinter sich zurück und füllt damit ein keineswegs kleines Leistungsspektrum in der oberen Leistungsklasse erfolgreich aus. Nur zu welchem Preis? Um die 600 Euro (Stand: 30.5.2013) muss man derzeit locker machen, um die zweitschnellste Single-GPU-Grafikkarte sein Eigen nennen zu können. Dafür bekommt man bei maximalen Details in Full HD gut und gerne durchschnittlich 10 Frames/Sekunde mehr als mit der 200 Euro günstigeren GTX 770 - manchmal sogar mehr. Wem das der Aufpreis wert ist, der kann hier bedenkenlos zugreifen.

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NVIDIA GeForce GTX 780: Greifbare Version einer GTX Titan

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