"Christmas - the time to fix the computers of your loved ones" « Lord Wyrm

In Your Face Friday #5

karlstiefel 11.03.2011 18850 31
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Jedes Jahr kommen tolle Spiele heraus - die Anzahl der Pflichttitel steigt und steigt. Dabei wird besonders bei Blockbustern leider immer öfter auf eine Fortsetzung spekuliert, statt die einzelnen Spiele wirklich sauber auf den Markt zu bringen. Sind Serien mittlerweile wichtiger als Qualität bei Einzeltiteln?

Bald ist es so weit: DUKE NUKEM FOREVER (Caps-Lock-Fail beabsichtigt!) wird tatsächlich spielbar sein. Bis es wieder "Hail to the King, Baby" heißen konnte, sind ja gerade mal 14 Jahre vergangen. Allerdings hat es nicht jeder Spieleentwickler so mit der Gemächlichkeit. Bei Call of Duty sehen wir mittlerweile jedes Jahr einen neuen Titel in den Läden. Während anfangs zwei Studios, Treyarch und Infinity Ward, parallel im 2-Jahres-Rhythmus gearbeitet haben, um abwechselnd die gegenseitigen Verkaufszahlen zu toppen, arbeiten an CoD: Modern Warfare 3 schon drei Studios - Sledgehammer, Infinity Ward und Raven! Mark Rein von Epic sagte neulich in einem Interview, dass ihm der Gedanke von einem jährlichen Gears of War gefällt, jedoch das Studio dafür nicht groß genug ist. Damit haben die Besitzer von all den Sportlizenzen wie Fifa, NFL oder NHL wohl kein Problem bzw. sind groß genug. Genauso auch die Entwickler hinter Spielen aus der neuerdings so beliebten Kampfsport-Sparte a la UFC, sowie die Auspresser von Need for Speed, Final Fantasy und dergleichen. Das sind alles Franchises mit jährlich einem neuen Computerspiel. Da stellt sich doch irgendwie die Frage: Wer soll das alles spielen?

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Das geht noch ...


Denn ich wette, ich bin nicht der Einzige, der sich schon ein Mal gewünscht hat, dass sich die zahllosen Entwickler und Publisher einfach ein halbes Jahr Kreativitätsurlaub nehmen. Das würde uns Zockern die Möglichkeit geben, alle bisher verpassten Titel nachzuholen und den Entwicklern ein wenig Freiraum für neue Ideen geben. Und vielleicht würde dann auch mein Stapel an Spielen schrumpfen, die ich noch unbedingt spielen muss. Luxusproblem, klar - aber als Nerd pflegt und hegt man diese schließlich. Versteht mich bitte nicht falsch, ich freue mich über jedes gute Spiel, bei dem die Qualität stimmt. Bisher hat mir noch jedes Call of Duty und sogar Fifa Spaß gemacht! Nur sind es oft eher "Upgrades", die sich von der Vorjahresversion nur wenig unterscheiden. Da kommen einem DLCs oft ganz recht, denn statt einen neuen Vollpreistitel stehen einem laufend besagte Erweiterungen zur Verfügung. Natürlich können diese Add-Ons auf Raten auch nach hinten los gehen und das Hauptspiel zerteilen, sodass man ohne DLCs gerade mal die Hälfte der Kost vorgesetzt bekommt. Ihr wisst auf welches Spiel ich hier abziele, oder? Ja, genau dieses.

Hier ein Gedanken-Experiment: Ein neues Spiel kostet 50 bis 60 Euro, abhängig von der Plattform. Nehmen wir an, Besitzer des letzten Teiles einer erfolgreichen Serie würden die Fortsetzung zu einem günstigeren Preis erhalten. Statt dem Vollpreis gäbe es das neue Spiel bereits für gerade mal 40 Euro. Würdet ihr euch den neuen Teil eher kaufen, wenn ihr den Vorgänger habt? Oder sogar den alten Teil im Sonderangebot kaufen, um den neuen Teil günstiger zu erhalten? Vielleicht im Aktions-Doppelpack?

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Ok, das wird schon mehr...


Aber mal zurück zum Jammern auf höchstem Niveau. Es gab Zeiten, da war die Auswahl lang nicht so groß. Ja, ich meine die Zeiten, in denen Previews, Reviews, Trailer und Demos noch spärlich gesät waren. So um 1990 herum, plus/minus 5 Jahre. Die Titel, die damals erhältlich waren, wurden oftmals nur aufgrund von Screenshots auf der Packung und dem Cover gekauft. Ob es ein Instant-Klassiker oder doch eher ein Griff ins Gaming-Klo war, stellte sich erst zu Hause heraus. Heute bekommen wir gefühlte 90% vom Spiel bereits Monate vor dem Release gespoilert. Mit der Industrie ist nämlich auch die Marketing-Maschine gewachsen, die uns ständig mit Futter versorgt. Da bekommt man schon mal alle Bethesda-Spiele geschenkt, wenn man sein Kind, das direkt am Release-Tag von The Elder Scrolls: Skyrim (11.11.2011) geboren wird, nach dem Protagonisten Dovahkiin benennt. Abartig? Im Vergleich dazu nicht wirklich: Bei der Games Developer Conference stellte THQ einen gefälschten Anti-Nordkorea-Protest auf die Beine, um den Shooter Homefront zu promoten. Alles nur im Namen der Aufmerksamkeit! Meiner Meinung nach nimmt all der Medienrummel den Spielen sogar die "Magie". Anstatt vom einem viel zu begeisterten Freund die glorreichen Lobreden über den zuletzt gekauften Titel mit Spannung zu verfolgen, grasen wir heute unsere Lieblingsseiten ab und bekommen laufend vorgefertigte Marketing-Kost. Nicht unbedingt mein Ding.

Aber vielleicht eures? Ja, vielleicht sind es sogar auch all die kleinen Spoiler, Gerüchte, Demos und Video-Reviews, die erst richtig Lust auf ein Spiel machen. Hier ist diesmal eure Meinung gefragt, denn da kann nur jeder nur für sich sprechen. Was meint ihr, kommen mittlerweile schon zu viele Spiele heraus? Ist der Rummel noch gesund? Oder bin ich schon zu frustriert ...

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Jep, it's huge!
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