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Equipment für Produktfotographie

lagwagon 08.02.2026 - 12:48 802 6
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lagwagon

bierfräser
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Ich bitte um Tipps und Anregungen für professionelle Produktfotographie.
Meine bisherige Arbeitsweise bringt zwar saubere Ergebnisse, ist aber noch verbesserungswürdig.

Ich bekomme Produkte... nehmen wir nur mal als verbildlichendes Beispiel einen fi'ktiven Vibrator "Pleasuremaster 3000"...
Der wird von mir im unpacking-Prozess von allen Seiten fotografiert. Das Produkt selber auch so detailliert wie möglich.
Danach wird dieses Produkt in seine einzelnen Bestandteile zerlegt und jedes Einzelteil nochmal fotografiert.

Das Ganze findet bei mir in der Werkstatt, momentan auf einem mit Photopapierbahnen (weiß) ausgelegtem Boden statt.
Momentan behelfe ich mir mit einer recht unpassenden Fujifilm X100VI für statische Fotos, für reine Zerlegedokumentation nehme ich mein iPhone (das reicht) Ich habe jedoch noch eine EOS R, derzeit aber keine Objektive (ich habe alle EF Objektive verkauft)... da würde ich in ein Makro und ein Nahbereich Zoom investieren wollen. Lichtquelle(n) sind behelfsmässig 2 LED-Strahler, die ich gerne gegen ordentliche Schirme tauschen möchte.

Meine Grenzen liegen bei der Zusammenstellung von Fotomontagen und das fängt schon beim Aufnehmen an.

Ich fotografiere zwar jedes Einzelteil von einem Stativ weg am gleichem Raster und Abstand... aber für eine Explosionsdarstellung habe ich die Einzelteile bisher auch immer genau so komplett auflegen müssen und kann sie im Nachhinein (Photoshop) nicht mehr umordnen, da es perspektivisch einfach nicht mehr passt. Fotografiert wird in 3 Winkel, deshalb ist es mit der Perspektive auch so schwer.

Wunsch:
Ich möchte schneller und sicherer werden...
- Ich habe die Produkte nicht ewig bei mir, nach-fotografieren ist oft nicht möglich, ich brauche sofort das perfekte Foto
- Ich möchte ein vorbereitetes Setup, welches ich immer wieder gleich verwenden kann
- Ich brauche den Freiheitsgrad, dass ich zu einem späteren Zeitpunkt die Einzelteile im Gesamtbild anordnen kann
- Ich möchte einen Monitor in der Nähe, wo ich (wir) das live Bild (aus der Kamera, also auch Fokusbereich) auch sehen können

Ich habe von anderen schon gehört, dass sie ein perspektivisches Raster mittels Projektor auf den Untergrund werfen, der dann mit Blitzlicht ausgeblendet wird... ich würd mir jetzt ungern eine Blitzanlage zulegen wollen... Dauerlicht wär mir lieber.

Ich habe die Möglichkeit div. Rails an Wand und Decke zu montieren und kann alles so gestalten, wie es am besten passt. Es sollte jedoch so flexibel sein, dass ich für kleine Bauteile eine Arbeitsplatte darunter schieben kann und für große Teile den ganzen Boden verwende. Fremd-Lichtquellen kann ich wegdämmen. Neu Investition ist kein Problem, wenn es sich halbwegs in Grenzen hält.

Nun die Frage an oc.at: was würde euch an Equipment (RF-Objektive und Licht) und Vorgehensweise vorschweben um so etwas umzusetzen?

Viper780

Elder
Er ist tot, Jim!
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Das sind viele Wünsche auf einmal.

Wie groß ist der Pleasuremaster 9000? Oberfläche ist matt oder glänzend?
Am einfachsten geht's mit Lichtzelte. Weißer Hintergrund ist meist schwieriger als ein Grauer (oder farbiger wenn möglich)
"Layflat" sind schwerer als in Szene gesetzt.

Viele Produktfotos, speziell wenn sie Kompositionen sind, sind oft Renderings (oder Fotos mit viel CGI).

Perspektive wird leichter wenn du mehr Abstand hältst.
Mach trotzdem mehrere Positionen auch wenn du nur 3 benötigst - beim Scaling kannst dann teile daraus kombinieren. Auf einem Tisch ist es deutlich einfacher als am Boden (denke an eine Hohlkelle beim Übergang zur Rückseite)

Licht ist dein Freund! Viel Licht ist besser (und damit Blitz)
Je nach Größe und Abstand reichen Aufsteckblitze, aber auch einfache Studioblitze kosten nicht die Welt (gute Lichtformer kosten auch ca so viel). Kann sein dass du mehr Lichtquellen brauchst als nur zwei

Der große Rest ist Übung und ggf ein passender Workshop als Starter.
Erfahrung kann man nicht lernen - die muss man machen.
Gerade dafür gibt's beim WiFi, Bfi, Lfi und lokale VHS regelmäßig 2-3 Tage Workshop (schau dass mindestens 1 Tag die Bearbeitung im Fokus liegt)

Ich hab das RF 100 2.8 Macro und es ist perfekt scharf. Man kommt sogar auf 1,4x Vergrößerung. Gebraucht vom Händler um ca 1000€
Wenn dir 2:1 reicht sind auch die STM Festbrennweite sehr geeignet (zB das 35 1.8). Aber da man eh stark abblenden muss vom Stativ arbeitet und manuell scharf stellen kann gehen auch alte Makros (zB das EF 100 2.8 USM - ohne L oder Is findet man um ~230€, Vorgänger um die Hälfte)

Bei Produktfotos denke ich zuerst an Eberhard Schuy

Pyros

fire walk with me
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Lichtzelt/Würfel - Größe nach Bedarf
Godox Studioblitze und Lichtformer nach Bedarf - Bsp.: https://geizhals.at/godox-ms300v-a3441539.html?hloc=at
Mehrere Stative/Halterungen damit du nur die Kamera "umstecken" musst und bei Bedarf mehr Kameras (Top-Down-Shot)
Tether Tools Kabel

Karl Taylor (https://karltaylor.com/objects) bietet Online Trainings:
https://visualeducation.com/photogr...tent=header_nav

lagwagon

bierfräser
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so viele Wünsche sinds nicht... viele Tipps und Meinungen sind gefragt...

Hintergund ist in allen Farben machbar, werds auch demnächst mal in Grellgrün probiern, ob das wirklich besser funktioniert. Hohlkelle ist natürlich Pflicht, hab ich jetzt schon so, obwohl oft gar nicht benötigt, weil die Fläche eh so groß ist.

Licht wär mir wirklich ein Dauerlicht um so viel lieber... man kann die Komposition besser steuern und auf einen ggf. gut plazierten Monitor live sehen. Ich habe keine Angst, ordentliche Lichtformer an die Decke und Wände zu knallen.

Ich stelle mir meine durchgehende 5m Wand mit Rails an der Decke und an der Wand vor, wo ich mir Licht und Kamera clampen kann. Top-Down und Perspektivisch, Stativ steht ja zur Not noch zur Verfügung. Dazu schieb ich mir, wenn benötigt, einen Tisch dazu... Hintergrund über eine Rolle, die an der Wand/Decke befestigt ist und nach Bedarf ausgerollt wird. Strom und Kabel sind kein Problem und mach ich Aufputz hin, wo benötigt.

Mir fehlt grad noch bissl das Gefühl für die Hardware (Rails, Licht) und ob ich mir noch was spezielles für die perspektivischen Ansichten ausdenken muss... zB. einen kleinen Projektor, der mir ein Raster in ähnlicher Farbe wie Hintergrund wirft und somit leicht zum AI-Hintergrund entfernen (Photoshop) tut...

Es wird paar Schleifen brauchen, bis es perfekt ist, eventuell mal paar Fails, aber ich bin da für Vieles offen...

GrandAdmiralThrawn

Lord of Derailment
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Ich hab zwei Taglichtlampen mit Reflektorschirmen, zwei Stative für eine weiße Leinwand, ein altes Manfrotto X055PROB Stativ, eine uralte Canon EOS 60D und ein paar Objektive, fertig.

Sicher aaaalles andere als perfekt, aber hier ist ein Resultat:

click to enlarge
Nur ein Beispiel (Klicken zum Vergrößern)

Umlüx

Huge Metal Fan
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Meine "Photobox" besteht aus 2 Blitzen mit China Remotetriggern und einem großen Karton :D Wird jetzt vermutlich deinen Anforderungen eher nicht gerecht, aber vielleicht lösts ja Ideen aus?

Papierhohlkehle, die Seiten ausgeschnitten und mit Papierbögen verschlossen.
Kameramässig hab ich aktuell eine Fuji X-T3 die per USB kabel am PC hängt und das 60mm Macro.
Die allererste Version bestand aber noch aus einer EOS 60D (welche nun Thrawn dient) und zwei Halogen Baustellenstrahlern.

click to enlargeclick to enlarge

Klein aber fein. Und ich hab noch diverse Buntpapier Bögen für andere Hintergrundfarben.

Viper780

Elder
Er ist tot, Jim!
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Zitat aus einem Post von lagwagon
so viele Wünsche sinds nicht... viele Tipps und Meinungen sind gefragt..
Es reicht ein Wunsch, solang man sich unendliche Wünsche damit wünschen kann.

Zitat aus einem Post von lagwagon
Hintergund ist in allen Farben machbar, werds auch demnächst mal in Grellgrün probiern, ob das wirklich besser funktioniert. Hohlkelle ist natürlich Pflicht, hab ich jetzt schon so, obwohl oft gar nicht benötigt, weil die Fläche eh so groß ist.
Probier einfach herum wie es für dich leichter passt. Mit Giftgrün hab ich keine Erfahrung
Das mit der Fläche macht für mich gerade keinen Sinn. Entweder du fotografierst senkrecht von Oben oder das Objekt ist soooo mini und flach dass man keinen Hintergrund sieht.

Zitat aus einem Post von lagwagon
Licht wär mir wirklich ein Dauerlicht um so viel lieber... man kann die Komposition besser steuern und auf einen ggf. gut plazierten Monitor live sehen. Ich habe keine Angst, ordentliche Lichtformer an die Decke und Wände zu knallen.
Lichtformer kosten viel (sehr viel!) Licht. Um so größer und aufwändiger um so mehr Licht.
Mit Dauerlicht wird es dann recht warm (auch mit LED)
Wenn du die Komposition und Lichtsetup einmal hast wirst du sie immer wieder verwenden. Mit der digicam kannst unendlich oft probieren und hast das Ergebnis in <1s
LED würde ich nur bei Video nehmen.

Alza hat gerade ein Godox Angebot
Zb den Trigger für deine Canon https://www.alza.at/godox-x-3-fur-canon-d12395361.htm

Gebraucht bekommt man regelmäßig Studioblitze für wenig Geld zB https://www.willhaben.at/iad/kaufen...s300-1564050205

Zitat aus einem Post von lagwagon
Ich stelle mir meine durchgehende 5m Wand mit Rails an der Decke und an der Wand vor, wo ich mir Licht und Kamera clampen kann. Top-Down und Perspektivisch, Stativ steht ja zur Not noch zur Verfügung. Dazu schieb ich mir, wenn benötigt, einen Tisch dazu... Hintergrund über eine Rolle, die an der Wand/Decke befestigt ist und nach Bedarf ausgerollt wird. Strom und Kabel sind kein Problem und mach ich Aufputz hin, wo benötigt.

Ich habe nur mal in einem Studio mit Rail Systemen und Pantografen gearbeitet. Ist super clean und nicht kann man mehr umschmeißen oder über Kabelstolpern
Das war ein kleines Einsteiger Schienesystem von Hensel um 4000€ (Aussage vom Studiovermieter, ich hab nicht nachgefragt). Wenn du keine Menschen Fotografierst und platz hast würde ichs bei Lichtstativen belassen.

Positionen markieren, Höhe und Neigung in die Notizen.

Zitat aus einem Post von lagwagon
Mir fehlt grad noch bissl das Gefühl für die Hardware (Rails, Licht) und ob ich mir noch was spezielles für die perspektivischen Ansichten ausdenken muss... zB. einen kleinen Projektor, der mir ein Raster in ähnlicher Farbe wie Hintergrund wirft und somit leicht zum AI-Hintergrund entfernen (Photoshop) tut...

Das mit dem Raster hab ich nie gebraucht, dazu kann ich nichts sagen.
Hardware würde ich einfach Willhaben absuchen. 3-4 Lichtsative, Hintergrundsystem, je ein schweres Kamerastativ pro Perspektive, Blitze aus einem System, Trigger

Deine EOS R kann tethering mit Lightroom, Smart Shooter oder der Canon eigenen Lösung.
Theoretisch auch über WLAN - das hab ich aber nur am Handy / Tablet probiert.

Zitat aus einem Post von lagwagon
Es wird paar Schleifen brauchen, bis es perfekt ist, eventuell mal paar Fails, aber ich bin da für Vieles offen...

inspect and adapt. Du wirst viele Schleifen drehen und manchmal am selben Punkt aber mit unterschiedlichen Ausgängen stehen.

@GAT und Umlüx
super Ergebnisse, nettes Setup.
Hintergrund kann man auch bunt Blitzen (hellgrau klappt besser als mit rein weiß.)
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