Bevor wir uns ins eiskalte Vergnügen stürzen, müssen wir unseren neuen Freund
Maximus III Formula kennenlernen. Und das war auch dringend nötig, denn uns war von vornherein klar, dass der
wichtigste Faktor zum Übertakten von Lynnfield eine
hohe BClock ist und daher ein gutes Mainboard zum Hauptkriterium wird. Deshalb finden wir in unserem ersten Schritt heraus, was uns das
Maximus III Formula diesbezüglich bieten kann:
ASUS Maximus III Formula: Mehr als 225 MHz BClock war unter Luft nicht drinnen!Bei einer
BClock von 225 MHz müssen wir leider schon das Handtuch werfen. Das liegt unserer Meinung nach daran, dass wir die IMC-Spannung die eine hohe BClock dringend braucht, nicht höher als 1,3 Volt bringen. Jede höhere Einstellung verwehrte uns das Booten. Unsere Vermutung: Die BClock braucht mehr IMC-Spannung, was allerdings nicht möglich ist, da damit der IMC selbst unter Luft zu heiß wird. Daher wird unsere
maximale Taktfrequenz bei einem Multiplikator von 20 auf
4,5 GHz limitiert, die wir nicht gerade berauschend finden. Genau da kommt unser alter
, neuer Freund
Speed-Stepping ins Spiel, denn dieser könnte uns mit den Multiplikatoren 21 und 24 versorgen und, wenn nötig, der Retter in der Not sein.
Noch wollen wir allerdings nicht zu pessimistisch sein, weshalb wir uns erst einmal mit allen vier Kernen gleichzeitig spielen. Erste Tests geben uns Hoffnung, denn der
Core i5 kommt
problemlos auf 4 GHz bei einer VCore von ungefähr 1,34 Volt. Die Prozessortemperatur stieg bei einer Zimmertemperatur von 21 °C nie über 75 °C, wobei wir anmerken müssen, dass unser System sich
natürlich nicht in einem Gehäuse befand.
4 GHz schafft der Core i5 750 noch recht lockerViel mehr war dann Prime-stable allerdings nicht mehr drinnen. Deshalb haben wir uns gleich an
3DMark06 gemacht, der ja bekanntlich ein wenig netter zur CPU ist, auch wenn der Benchmark die Megahertz dringend für hohe Punktezahlen braucht:
4,05 GHz für knapp 25.000 3DMarks mit einer nicht übertakteten GTX 295Bei 4,05 GHz war jedoch leider schon wieder Schluss. Trotz einer akzeptablen VCore von knapp 1.4 V, ist die Wärmeabgabe der vier Kerne zu viel für Luftkühlung, weshalb wir es nicht weiter probiert haben. Ein bisschen spannender war
SuperPI, bei dem wir uns nicht so schnell entmutigen lassen: Mit nur einem Core und (deshalb) einem Multiplikator von 24 ist genügend Spielraum vorhanden, um innerhalb unserer maximalen BClock dennoch einen guten Wert auszufassen. Mit einem halbwegs optimierten
Windows XP erreichen wir schon bei 4,2 GHz eine Zeit von unter 10 Sekunden. 4,45 GHz bringen dann schon unter 9,5 Sekunden, wobei wir langsam die Fenster der Redaktion öffnen und die Lufttemperatur der Dunkelheit der Nacht anpassen. Jetzt heißt es ruhige Hände bewahren, denn nach einem Boot mit 4,2 GHz müssen wir die restlichen Megahertz mit dem
Turbo Evo, dem OC-Tool von ASUS zurücklegen. Um die BClock erfolgreich zu erhöhen, weisen wir nach jedem einzelnen MHz die Einstellung zu. Nach ungefähr fünf Schritten probieren wir jeweils auch einen 1M-Lauf, um den Prozessor nicht zu schocken. Spannungsänderungen lässt das OC-Tool übrigens kaum zu. Die VCore schafft maximal drei Schritte nach oben, das Ändern der IMC-Spannung hat dieselbe Funktion wie ein Reboot-Knopf.
Das OC-Tool Turbo Evo von ASUS im EinsatzMit ein wenig Herumspielerei und einer verdammt hohen VCore von 1,58 V ist es schließlich soweit:
8,985 Sekunden mit 4,67 GHz. Dazu müssen wir sagen, dass die Durchläufe angenehm stabil sind. Teilweise kann wirklich sehr viel ausprobiert werden - mehr BClock, weniger BClock, Prozesse schließen, Explorer töten und wieder auferstehen lassen - und trotz grenzwertigen Taktraten hält sich der i5 mit Abstürzen zurück. Entzückend!
SuperPI Sub-9 mit 4,67 GHz bei einer unerbittlichen VCore von 1,58 Volt!Zum Abschluss unserer Luftkühlungsorgie haben wir das Glück, den
Sweet Spot bei einem aktivierten Kern zu ergattern: Bei
4,45 GHz und 1,52 Volt ist unser i5 750 nicht klein zu bekommen. Wir können sogar problemlos
3DMark06 durchlaufen lassen. Obwohl es punktemäßig nichts bringt, da eine höhere CPU-Score mindestens zwei Kerne benötigt, ist es doch nett anzuschauen:
Der Sweet Spot unserer CPU lernt 3DMark06 kennen - leider nur mit einem Kern!