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Microsoft Touch Mouse

oanvoanc 25.09.2012 17847 17
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"Mit natürlichen Gesten bietet die Microsoft Touch Mouse die flüssigste Art der Navigation unter Windows 7." So lautet der Werbeslogan für die neue Touch-Maus, das Aushängeschild unter den Touch-Produkten von Microsoft. Dank Fingergesten soll das Navigieren durch die geöffneten Programme unter Windows 7 erleichtert werden. Ob sich durch die Neuentwicklung wirklich mehr Arbeit schneller erledigen lässt und ob man wirklich nur mit einer Maustaste auskommt, finden wir für euch heraus.

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Microsoft Touch Mouse - Mission Briefing


Tatsächlich befindet sich auch nach unserem zweiten prüfenden Blick nur eine Maustaste unter der gut verarbeiteten schwarzen Kunststoffschale, die aus einem Guss besteht und sehr edel wirkt. Das Touch-Scrollpanel nimmt die gesamte vordere Hälfte der symmetrischen Maus ein. Somit haben wir genug Platz für die Eingabe unserer Fingergesten, sowohl für Rechts-, als auch Linkshänder. Der kabellose Nager wiegt ohne den zwei beigelegten AA Alkaline Batterien 80 g und zählt mit den Abmessungen von 120x62x37 mm (Länge, Breite, Höhe) eher zu den schmalen und flachen Vertretern seiner Art. Mit 1000 dpi tastet sie ihre Position mit bis zu 8000 Bilder pro Sekunde ab, und das bei einer maximalen Mausgeschwindigkeit von rund 1,8 m/s. Die Datenübertragung zum winzigen USB-Empfänger funktioniert, wie für viele Peripheriegeräte üblich, auf Basis der 2,4 GHz Wireless-Frequenz-Technik. Dank der BlueTrack Technology soll sich die Touch Mouse auf allen Oberflächen einsetzen lassen - außer auf durchsichtigem Glas oder etwa spiegelnden Oberflächen. Auf der Unterseite findet sich nicht nur Platz, um den USB-Empfänger zu verstauen, es gibt auch einen Ein- und Ausschalter, um die Batterien bei Nichtbenutzung zu schonen.

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Stylish ist sie allemal, die Microsoft Touch Mouse


Verpackung und Zubehör, Installation, Gesten



Microsoft präsentiert ihre Touch Mouse gut verpackt im stabilen Hartkarton. Der Aufdruck verrät bereits beim ersten Blick, worum es geht: eine Maus exklusiv für Windows 7 - was das in der Praxis bedeutet, erläutern wir im nächsten Kapitel. Das Testobjekt ist im Inneren fest mit einer Platte verbunden und somit gut gesichert. Nachdem wir die Maus aus der Verpackung nehmen, werfen wir einen Blick auf das mitgelieferte Zubehör. Die zum Betrieb notwendigen AA Alkaline Batterien liegen genauso bei, wie der USB-Empfänger inklusive einem 130 cm langen USB-Verlängerungskabel. Ein Installationsmedium ist nicht im Lieferumfang enthalten. Um in den Genuss aller Funktionen zu gelangen, muss der passende Treiber aus dem Netz geladen werden.

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Microsoft Touch Mouse - Exklusiv für Windows 7 - Multitouch - Bluetrack Technology - das verrät der erste Blick auf die Verpackung

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Alles dabei, was dabei sein muss...

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Den winzigen USB-Empfänger heißt es nicht zu verlieren. Die beiliegende Anleitung beschreibt alle Touch-Gesten auf einer Seite.

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Und das Objekt der Begierde.


Die Installation unter Windows 7 gestaltet sich recht einfach. Auf der Herstellerseite findet man das neue Maus und Tastatur Center, das sämtliche Treiber für alle neueren Peripheriegeräte von Microsoft beinhaltet und somit den IntelliPoint-Treiber ablöst. Nach der Installation und dem darauffolgenden Neustart öffnet sich ein Fenster, wo die möglichen Gesten gleich einstudiert werden können. Das Maus- und Tastatur-Center dient auch dazu, diese Gesten gegebenenfalls zu deaktivieren, die Scrollgeschwindigkeit anzupassen und für Linkshänder die Belegung der Tasten zu ändern.

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Microsoft zeigt es im Tutorial vor, wir machen es nach.

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Im Maus- und Tastatur-Center können nicht benötigte Features deaktiviert werden.


Obwohl die Mausgesten laut Hersteller nur unter Windows 7 funktionieren, mussten wir trotzdem ausprobieren, wie sich die Touch Mouse unter Windows XP und Windows 8 verhält. Erwartungsgemäß lässt sich der Treiber unter XP nicht installieren, trotzdem funktionieren die grundlegenden Funktionen wie das Scrollen und der rechte und linke Mausklick. Für Windows 8 haben wir uns Besonderes erwartet. Hierfür verspricht Microsoft eine angepasste Steuerung der Zwei-Finger-Gesten speziell für ihr neues Betriebssystem: "Streichen Sie mit zwei Fingern, um Apps zu verwalten. Streichen Sie nach links, um Windows 8-Charms anzuzeigen: Suchen, Teilen, Geräte, Einstellungen. Streichen Sie nach rechts, um zwischen geöffneten Apps zu wechseln. Streichen Sie vor und zurück, um App-Befehle anzuzeigen." Leider hat das bei uns trotz passendem Treiber und der Windows 8 - RTM - Version - Build 9200 - nicht funktioniert, stattdessen werden einfach die gleichen Gesten wie schon unter Windows 7 ausgeführt.

Praxis



Handling

Die Maus macht einen sehr guten ersten Eindruck. Sie greift sich wertig an - nichts knarzt oder wackelt - und liegt trotz niedrigem Rücken angenehm in der Hand. Im Gegenzug bringt die Touch Mouse ein ordentliches Gewicht mit und verfügt dadurch in Kombination mit ihren 0815-Plastikfüßen nicht über die besten Gleiteigenschaften. Sehr positiv fällt uns hingegen der gute Sensor auf. Egal ob auf einem Blatt Papier, am Teppichboden oder unserer behaarten Brust: Die BlueTrack Technologie funktioniert tatsächlich so gut wie überall, und das sogar überaus präzise. Nur der Glastisch hält uns von weiteren Spielereien ab, hier muss sich die Maus wohl oder übel geschlagen geben. Erstaunlich ist dafür die Reichweite des sehr kompakten USB-Empfängers. In unseren Büroräumen übermittelt er die Daten problemlos über eine Distanz von etwa sechs Meter.

Wenden wir uns nun den Maustasten zu, wobei man nicht vergessen darf, dass es sich hier nur um eine einzige, die komplette Maus umfassende Taste handelt. Während der Linksklick in allen getesteten Lebenslagen anstandslos funktioniert, hatten wir mit dem Rechtsklick so unsere Probleme. Der will nämlich nur dann, wenn zeitgleich der Zeigefinger angehoben wird. Auch eine mittlere Maustaste suchen wir leider vergeblich, dank "Strg" + Linksklick kann man sich hier allerdings aus der Patsche helfen. Der Druckpunkt der Taste ist für unseren Geschmack fast ein bisschen zu hart ausgefallen, besonders im Vergleich zu einer Gaming-Maus. Allerdings liegt ja die ganze Hand auf der Maustaste auf, insofern könnte durch den zusätzlichen Druck sonst unbeabsichtigt ein Klick durch den Handballen ausgelöst werden. Wir möchten jetzt nicht aus einer Mücke einen Elefanten machen, jedoch sind wir schon der Meinung, dass das unnötig stylische Design hier die Verantwortung für diese Problematik übernehmen muss. Die Monotaste müsste nicht über den gesamten Mausrücken gehen, wodurch der Druckpunkt dann wieder ausschließlich auf die Finger ausgelegt werden könnte.

Obwohl unser Zeigegerät ausschließlich für Office-Arbeiten beworben wird, wollen wir zur Abwechslung ein kurze Partie Battlefield 3 riskieren. Das Scrollen durch das Waffenarsenal hakt hie und da, aber es funktioniert - im Gegensatz zum Zielen und dem gleichzeitigen Schießen. Wir visieren mit der rechten Maustaste an, mit der linken sollte sich ein Schuss lösen, tut es aber nicht. Hier liegt also der Hund begraben: Das Betätigen beider Maustasten zur gleichen Zeit ist offensichtlich nicht möglich und verdammt uns wieder zurück in den Redaktionsalltag.

Gesten

Kommen wir nun zum eigentlichen Killer-Feature der Touch Mouse, den Mausgesten. Das Positive zuerst: Sie lassen sich fast intuitiv erlernen, so einfach sind sie.

  • Ein-Finger-Gesten:

    Hier hat Microsoft noch einiges an Arbeit vor sich. Zu unpräzise wirkt die Navigation beim Surfen im Browser oder im Explorer. Obwohl mit ein wenig Übung das Handling etwas besser wird, kann die gewohnte Genauigkeit eines Scrollrades leider nicht erreicht werden. Unserer Meinung nach liegt der Ursprung des Problems darin, dass diese Geste erst nach einer Fingerbewegung von mindestens einem Zentimeter erkannt wird, um ungewollte Eingaben zu verhindern. Immerhin funktioniert das Scrollen auch im UEFI-BIOS.

  • Daumengeste:

    Im Gegensatz zum Scrollen bietet die Daumengeste eine sehr schnelle Möglichkeit, im Browser oder Windows-Explorer rasch nach vor oder zurück zu navigieren. Da diese Funktion sehr natürlich von der Hand geht, stellen wir hier erfreut eine deutliche Steigerung der Arbeitsgeschwindigkeit fest.

  • Zwei-Finger-Gestenn:

    Damit können offene Fenster unter Windows 7 maximiert, minimiert sowie rechts oder links mit halber Bildschirmgröße angedockt werden. Unser Problem dabei: Manchmal müssen wir einem Fenster hilflos zusehen, wie es scheinbar ganz von allein in die Taskleiste verschwindet. Hier arbeitet die Maus anscheinend zu genau, leider lässt sich die Empfindlichkeit der Touch-Oberfläche nicht verstellen, also müssen wir laufend aufpassen, keine unbewussten Eingaben zu machen. Wir empfehlen, diese Option im Maus-Center zu deaktivieren und dafür mit den entsprechenden Tastaturkürzeln zu arbeiten (Win + Pfeiltasten).

  • Drei-Finger-Gesten:

    Ähnlich der Exposé-Funktion unter Mac OS werden beim Wisch nach oben alle geöffneten Fenster gezeigt - willkommen zum Microsoft Instant Viewer. Schneller als mit "Alt+Tab" oder "Win+Tab" sind wir damit zwar nicht, aber uns gefällt diese Funktion deshalb viel besser, weil die Darstellung übersichtlicher wirkt. Wem die Windows-7-Funktion "Desktop anzeigen" über den rechten Button in der Taskleiste zu mühsam ist, kann dies auch mit einem kurzen Wisch nach unten erledigen. Das funktioniert zwar ganz okay, kommt aber in der Praxis so selten vor, dass wir lieber beim Tastaturkürzel "Win+D" bleiben.
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Der Microsoft Instant Viewer - wir finden ihn übersichtlich.


Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit kommen wir zu dem Schluss, dass einige Funktionen doch ganz nützlich sind. Die Daumengesten können uns genauso überzeugen wie der Instant Viewer. Deutliche Abstriche gibt es dafür beim Scrollen - blöd nur, dass gerade die Funktion, die uns im Büroalltag auf Schritt und Tritt begleitet so schlecht umgesetzt wurde. Ein weiteres Manko ist die fehlende Möglichkeit, Gesten frei konfigurieren zu können.

Fazit


Nachdem uns von verschiedensten Herstellern immer mehr Geräte, wie etwa Notebooks oder Mobiltelefone mit Touch-Display vorgesetzt werden, dürfte offenbar kein Weg mehr an dieser Eingabemöglichkeit vorbeiführen. Alles andere scheint wie ein Rückschritt in der Entwicklung zu sein. Kein Wunder also, dass Microsoft ebenfalls den Schritt in das Touch-Zeitalter wagt und mit der Touch Mouse eine vereinfachte Navigation mittels Mausgesten ermöglichen will. Dass dieser Weg nicht immer der richtige sein muss, zeigt unser Test.

Wir können dem Testobjekt durchaus Positives abgewinnen, wie zum Beispiel der BlueTrack Technology, deren Einsatz auf fast jeder Unterlage möglich ist. Genauso der Instant Viewer gefällt uns sehr gut. Trotzdem schaffen es die wenigen gelungenen Features in Summe leider nicht, die schlechte Umsetzung der Gesten auszubügeln. Wir sind der Meinung, dass gerade jene Funktionen, die täglich zur Anwendung kommen - wie etwa das Scrollen - einfach zuverlässiger funktionieren müssten. Außerdem stört uns die fehlende mittlere Maustaste, die in unseren Augen definitiv einen Rückschritt darstellt. Da bereits ein Nachfolger speziell für Windows 8 in den Startlöchern steht, können wir nur hoffen, dass es Microsoft schafft, die nächste Generation der Touch Mouse soweit zu verbessern, um das eigentliche Ziel zu erreichen: "die flüssigste Art der Navigation unter Windows".

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Derzeit ist die Microsoft Touch Mouse laut Geizhals für rund 40 Euro verfügbar, wir empfehlen möglichen Interessenten dringend, das Gerät vor dem Kauf ein wenig auszuprobieren - insbesondere mit Fokus auf die Mausgesten. Das ist beispielsweise beim Media Markt möglich, der die Maus auch in den Filialen ausgestellt hat.

+ Beidhändig einsetzbar
+ Schnelle Eingewöhnungszeit
+ Schnelleres Navigieren bei vielen geöffneten Windows-Fenstern

- Keine mittlere Maustaste
- Fehleranfälliges Scrollen
- Mausgesten nicht frei konfigurierbar
- Manchmal unabsichtliche Eingaben
touchup Links
Link Jump:

Partners:
» Gamers.at

Friends:
» Notebookcheck.com
» oc-lab.si
» ocaholic.ch

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