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Hands On Playstation Move

Locutus 13.10.2010 12442 4
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Mit dem Release der Wii hat Nintendo bereits vor geraumer Zeit Couch-Potatoes den Kampf angesagt. Dass dieses Genre ertragreich ist, hat nun auch Sony erkannt und Playstation Move veröffentlicht. Mit diesem kleinen Bericht möchten wir euch einen Einblick geben ,was euch so bei dem neuen Spielzeug erwartet.

Was bekomme ich mit dem Starter-Pack?

Den Einstieg in die Welt von Move bildet das sogenannte Starter-Pack. Für alle die noch kein Playstation Eye ihr Eigen nennen, ist dieses Paket die richtige Wahl. Es enthält:
  • Playstation Move Controller
  • Playstation Eye Kamera
  • Demo Disc
  • Anleitung
Für knappe 60 Euro bekommt man also alles, was man so zum Spielen braucht. Nun ja, fast alles, denn man erhält kein vollwertiges Spiel. Lediglich eine Disc mit einigen Demos ist im Paket enthalten. Einerseits traurig, andererseits hat man so aber auch die Möglichkeit, die diversen Move-Games zu testen und schlussendlich das richtige zu kaufen, ohne automatisch mehr für das Bundle zahlen zu müssen.

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Der Inhalt des Starter-Packs auf einem Blick


Der erste Start

Bevor man loslegen kann, muss zuerst das System für Move vorbereitet werden. Dazu gehört die Installation der aktuellste Firmware, sowie das Platzieren der Kamera oberhalb (oder unterhalb) vom TV. Beim ersten Mal muss der Move-Controller noch per USB ans System angeschlossen werden, ab dann funktioniert es wie ein normaler Playstation-Controller. Nun ist eigentlich alles bereit, um das erste Spiel in Angriff zu nehmen. Hat man nur die Demo-Disc zur Hand, drängt sich zuvor noch eine recht ausgedehnte Installations-Session dazwischen, denn jeder Titel muss auf der Festplatte installiert werden und kann auch erst dann gespielt werden.

Die Demo-Disc

Mit der Demo-Disc erhält man einen recht guten Eindruck, welche Spiele es aktuell bereits für Move gibt. Folgend möchten wir eine kleine Übersicht über die enthaltenen Games geben:

Sports Champions

Wie schon auf der Wii gibt es auch für Move eine Sportsammlung. Hier dürft ihr in verschiedenen Disziplinen euer Können unter Beweis stellen, darunter Disc-Golf, Gladiatorenduell und Bogenschießen. Einige der Disziplinen können mit zwei Move-Controllern gespielt werden, wodurch das Handling realistischer wird. Beim Gladiatorenduell ist beispielsweise ein Controller für das Schwert zuständig, während mit dem anderen das Schild gesteuert wird. Aber auch mit einem Controller kann man Spass mit den verschiedenen Disziplinen haben. Natürlich sind nicht alle Sportarten toll umgesetzt, aber dafür ist keine davon ein totaler Flop.

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Eine der besseren Disziplinen: Bogenschießen


Beat Sketcher

Beat Sketcher ist kein Spiel im eigentlichen Sinne. Kurz zusammengefasst ist es ein Malprogramm für die Playstation 3 und euer Wohnzimmer bildet dabei den Hintergrund für euer Projekt. In der Demo kann man leider nur den Kreativmodus testen. Hierbei handelt es sich um einen Modus ohne Ziel, dafür dürft ihr auch malen was ihr wollt. Gesteuert wird natürlich mit dem Move-Controller, der leuchtende Teil bildet die Spitze eures Stiftes oder Pinsels. Man kann eine Reihe verschiedener Farben auswählen, aber ebenso den Farbton aus dem Hintergrund holen und so für sein Meisterwerk verwenden. Das Menü verrät noch, dass es in der Vollversion einen Aufgabenmodus und Matchmodus gibt. Letzter soll den Mehrspielerpart des "Spiels" mimen. Grundsätzlich funktioniert das Malen recht gut, gute Resultate werden nur von unserem fehlenden Talent verhindert. Eine kleine Verzögerung ist zwar vorhanden, macht sich bei dieser Art von Spiel aber kaum bemerkbar.

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Malen nach Zahlen - oder doch nicht?


Echochrome II

Viele von euch kennen sicherlich das Geschicklichkeitsspiel Echochrome. Bei diesem muss eine Figur zum Ausgang geführt werden, während im Weg stehende Barrieren durch Drehen der Welt verschwinden müssen. Alles frei nach dem Motto: Was ich nicht sehe, ist auch nicht da! Echochrome II ist nun die Fortsetzung des recht erfolgreichen Spiels und ändert (daher) die Spielweise nur wenig. Man dreht noch immer die Welt, um seine Figur ans Ziel zu bringen, doch dieses Mal befindet sich diese in der Schattenwelt. Es gibt in jedem Level eine Lichtquelle, Ziel ist es die Welt so zu drehen, dass der Schatten einen Weg zum Ausgang findet. Was Anfangs noch recht einfach beginnt, wird von Level zu Level immer schwieriger und damit es nicht langweilig wird, geht das ganze auch noch auf Zeit. Ein spaßiges Spiel, das sich mit dem Move-Controller gut steuern lässt - nicht mehr, aber auch nicht weniger!

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Licht und Schattenspiele in Echochrome II


Eye Pet: Move Edition

Leider können wir diese Version nicht mit der normalen Vergleichen, da uns das Original fehlt. Wir befürchten aber, dass es nicht allzu viele Unterschiede geben wird. In dieser Version steuert man die Gerätschaften, wie zum Beispiel den Fön, mit dem Move-Controller. Ebenso übernimmt man das Zeichnen und dergleichen mit ihm, mit dem Eye Pet interagiert man aber immer noch mit den Händen. So ist der neue Controller eine nette Erweiterung für das Spiel, aber nicht mehr. Putzig ist das Eye Pet nach wie vor und die Move-Unterstützung klappt auch hier einwandfrei.

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Das knuffige Eye Pet in Action


Start the Party

Wie der Name schon erahnen lässt, handelt es sich bei Start the Party um ein Party-Spiel, welches zusammen mit Freunden (wahrscheinlich) am meisten Freude bereitet. Aber auch allein darf man auf Highscore-Jagd gehen, also war es nicht nötig kleine Geldscheine an fragliche Passanten auszuteilen, um es testen zu können. Diese Art von Spielen kennen wir allerdings in Wahrheit schon seit der Playstation 2. Damals hieß das ganze Eye Toy. In der Demoversion stehen zwei Minispiele zur Auswahl. Ersteres führt euch in die Pflichten eines Kammerjägers ein, indem ihr Käfer mit einer Fliegenklatsche bearbeitet, und in Nummer 2 geht es darum, innerhalb eines Zeitlimits so viele verschiedene Formen wie möglich auszumalen. Bei beiden Spielen funktioniert die Move-Steuerung problemlos, obwohl auch hier eine Verzögerung vorhanden ist.

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Haben wir so etwas nicht schon in Eye Toy gesehen?


Tiger Woods PGA Tour 2011

Wieder ein Titel, der nicht speziell für den Einsatz mit Move konzipiert wurde. Dennoch kommt man mithilfe des Move-Controllers dem echten Golf schon sehr nahe und gibt der Simulation damit das gewisse Etwas. Die Steuerung funktioniert sehr gut, Eingaben werden akkurat umgesetzt. Das Spiel erkennt wie stark man seinen Controller schwingt, dementsprechend wird auch der Schlag auch Ingame ausgeführt. Die grafische Umsetzung ist (anders als beim profanen Nintendo-Pendant) sehr gut gelungen. Das einzige was man dieser Demo ankreiden muss, ist die Tatsache, dass man sich bei EA Online anmelden muss, um sie spielen zu können. Nichtsdestotrotz eine schöne und gut umgesetzte Move-Version vom Tiger Woods-Franchise.

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Tiger Woods PGA Tour 2011 kommt dank Move echtem Golf sehr nah


The Shoot

Bei The Shoot handelt es sich um einen klassischen Rail-Shooter a la Time Cops und die American McGee-Games. In der Demo hat man die Möglichkeit wenigstens eine Welt zu spielen und diese versetzt euch - wie sollte es sonst auch sein - in den Wilden Westen. Das ganze ist aber eher wie eine große TV-Produktion aufgemacht und man schießt nicht auf echte Menschen, sondern Holztafeln, die wie Cowboys und Indianer aussehen. Man muss sich allerdings nur aufs Ballern konzentrieren, der Weg den man gehen muss, ist wirklich vollkommen vorgegeben. Grafisch ist das ganze recht nett und auch über die Eingabe mussten wir uns nicht ärgern. Man kann schnell und exakt genug zielen, um seine Gegner rechtzeitig zu erledigen. Ich könnte mir vorstellen, dass man mit einem anständigen Lightgun-Aufsatz noch mehr Spaß an dem Titel haben könnte.

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The Shoot: Americsn McGee lässt grüßen!


Tumble

Endlich ein sehr schönes Geschicklichkeitsspiel bei dem Move seine Stärken zeigen kann. In diesem Titel müsst ihr aus Bausteinen möglichst hohe Türme bauen. Vergleichbar ist das ganze mit Boom Blox auf der Wii bzw. dem Brettspiel Jenga. Spielerisch verlangt Tumble einiges an Kontrolle ab. Anfangs beginnt es noch eher einfach mit kleinen Türmen, die aber im Laufe des Spiels immer höher und ausgefallener werden. Dabei stehen euch verschiedenste Bauteile zur Verfügung, um die geforderte Höhe zu erreichen. Die Move-Steuerung ist in diesem Spiel sehr genial: Eure Handbewegungen werden wirklich präzise übernommen, sodass ihr beim Stapeln bei jedem einzelnen Stein sehr behutsam vrogehen müsst, denn sonst fällt der Turm in sich zusammen und das Level ist gescheitert. Behilflich ist dabei die tolle Steuerung, die euch ermöglicht den Baustein auch tatsächlich sanft auf den Turm zu legen. Unserer Meinung nach ein wirklich toller Titel, der viel Geschick benötigt, ohne dabei unfair zu sein.

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Jenga in der Move-Variante: In Tumble werden Türme gebaut, aber auch zerstört


TV Superstars

Wenn nicht alle mitgelieferten Spiele so überzeugend gewesen wären, müssten könnten wir diesem Spiel sicherlich mehr abgewinnen. So hat allerdings auch der Launch von Move ein schwarzes Schaf, das nicht empfohlen werden kann. Es hört auf den Namen TV Superstars. Eure Figur ist ein Teilnehmer an einer TV-Show, die euren Weg vom Niemand zum Superstar zeigt, während ihr verschiedenste Minispiele absolviert. In der Demo darf muss man zwei dieser Shows bestreiten. Zuerst geht es in der Show frockstar auf den Laufsteg. Mit dem Move-Controller müsst ihr dabei vorgegebenen Linien auf dem Bildschirm folgen. Diese variieren in Sachen Geschwindigkeit und Form, wobei es am Ende Haltungsnoten für eure Balance gibt. Anschließend geht es in der Show Let's get Physical zur Sache. In diesem Minigame müsst ihr euren Avatar mithilfe einer Schleuder durch verschiedene Fenster schießen und dabei gewisse Figuren halten. Im Großen und Ganzen eine Spielesammlung, die man getrost im Regal stehen lassen kann.

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TV Superstars: Minispiel-Sammlung, wie sie unserer Meinung nach nicht sein sollte


Fazit

Mit Playstation Move hat Sony das Genre zwar nicht neu erfunden, dafür aber ordentlich aufgeräumt. Ob sich Move auf dem Markt behaupten kann oder zu einem Nischenprodukt wie damals das Eye Toy verkommt, muss die Zeit trotzdem zeigen. Technisch gesehen, hat das Produkt auf jeden Fall Potenzial - es steht und fällt aber dennoch mit den Spielen, die dafür rauskommen müssen.

Nach unseren ersten Erfahrungen war der Move-Controller ausgereift und konnte von der Kamera ohne Probleme erkannt werden. Ohne Verzögerung kommt allerdings auch Sonys Bewegungserkennung nicht aus, obwohl sich diese bei den bisher erhältlichen Titel nicht negativ zu Buche schlägt. Bei Core-Games, wie zum Beispiel dem angekündigten Killzone 3, können wir uns jedoch vorstellen, dass ein Lag bei der Steuerung zu Unstimmigkeiten im Handling führen könnte. Aber wir wollen hier nichts Schwarzmalen, den Sony hat hier eine ganze Menge richtig gemacht. Auch was den Preis betrifft ...
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