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Noctua NH-U12P

Smut 20.11.2007 40867 70
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Viel zu tun!
Lange Zeit war es ruhig um den österreichischen Kühlerspezialisten Noctua. Umso interessanter die Tatsache, dass in den letzten Tagen ein neuer 120mm-Lüfter und eine neuentwickelte Wärmeleitpaste vorgestellt wurden.

Als drittes Produkt im Bunde veröffentlicht Noctua heute einen neuen Kühlkörper, der nebenbei auch noch alle Neuvorstellungen im Gepäck hat. Wie die Produktbezeichnung NH-U12P bereits vermuten lässt, handelt es sich um einen Nachfolger des renommierten NH-U12F.

Spezifikationen & Lieferumfang



Spezifikationen:
  • Kompatibilität: Intel Socket LGA 775, AM2(+)
  • Gesamtmaße (ohne Lüfter): 126(B) x 71(T) x 158mm(H)
  • Lüftermaße: 120mm x 120mm x 25mm @ 1200 RPM
  • Gewicht: 770g (inkl. 1x 120mm)

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Lieferumfang
  • Kühlkörper
  • Montagekit: Socket LGA775, AM2(+), Xeon (Optional)
  • 4x Klammern für 120mm Lüfter
  • 4x Antivibrationsstreifen
  • 1x Noctua NF-P12 120mm Lüfter
  • 1x Tube Wärmeleitpaste NT-H1
  • 2x (U.)L.N.-Adapter
  • Anleitung

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Große Rotorblätter: v.l. S-Flex, Std. Scythe, NF-P12, NF-S12


Ausgeliefert wird Noctuas NH-U12P mit einem Montagekit für Sockel LGA775 sowie AM2(+), auf ältere Sockel wird dabei verzichtet. Wie auch beim Vorgängermodell liegen zusätzlich noch 4x Antivibrationsstreifen, 4x Lüfterklammern (für 2x 120mm Fans), und ein U.L.N.-Adapter bei. Neu hinzugekommen ist ein zusätzlicher L.N.-Adapter, eine großzügige Portion der neuen Wärmeleitpaste NT-H1 und der von uns bereits getestete NF-P12 120mm-Lüfter.

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Common Parts
Wer sich jetzt fragt was genau ein U.L.N.A. sein soll – Ultra-Low-Noise-Adaptor verbirgt sich hinter der Abkürzung und ist nichts anderes als ein Widerstand, der zwischen Lüfter und Mainboard gehängt werden kann. Der Unterschied zwischen L.N.A. und U.L.N.A. bezieht sich lediglich auf den Widerstand, welcher bei letzterem größer ist. Zwar kann man beinahe auf jedem Mainboard die Drehzahlen automatisch über das BIOS oder per Zusatzsoftware regeln lassen, dies kann aber zu „Problemen“ bei CMOS-Clear, BIOS-Update oder Neuinstallation des Betriebsystemes führen. Kurz: der U.L.N.A. lässt die Lüfter in jeder Situation konstant lautlos drehen, allerdings selbstverständlich zu Lasten der Performance.

Verarbeitung & Montage:



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4x Dual-Heatpipes
Optisch wurde der Gesamteindruck durch verchromte Heatpipes und einen ebenfalls verchromten Kupferboden abgerundet. Die Verarbeitung hinterlässt allgemein einen sehr guten und sauberen Eindruck. Um die Mainboardkompatibilität zu erhöhen, wurde der Sitz der 36 Kühlrippen auf 40mm erhöht, dadurch ist der Kühlkörper insgesamt 3mm höher als in der F-Version. Neu ist auch das geprägte Noctualogo auf der ersten Aluminiumlamelle. Nebenbei soll erwähnt sein, dass die Lamellen bei weitem nicht so filigran wie bei manch einem Konkurrenzprodukt sind und auch einen etwas raueren Umgang in der Hitze des Gefechts zulassen.

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verbesserte Kompatibilität


Montiert wird Noctuas NH-U12P mithilfe des beigelegten Montagematerials. Dabei wird der Kühlkörper mit Federschrauben am „SecuFirm“ Mounting System, welches zuvor gemeinsam mit einer Backplate am Mainboard angebracht wird, verschraubt. Obwohl das Gewicht des Heatpipekühlers im Vergleich zum Vorgänger um 20 Gramm gesenkt wurde, handelt es sich mit fast 800 Gramm um kein Leichtgewicht. Eine „bombenfeste“ Befestigung ist also auf keinen Fall von Nachteil. Sowohl auf Intel- als auch AMD-Sockets ist eine 4-Way-Montage möglich - nur bei AMD müssen die Befestigungswinkel gewechselt werden.

Praxistest



Testsystem
  • Core 2 Duo E6300
  • Asus P5B Vanilla
  • 2048 MB Ram Supertalent, DDR2-800
  • ATI X1950XT
  • 320 GB HDD
Wichtig: Um das Konzept des neuen Kühlkörpers mit den anderen Testmustern vergleichen zu können, haben wir die beigelegte Wärmeleitpaste nicht verwendet!

Testaufbau

Getestet wurde in einem BTX-Gehäuse mit einem 120mm-Lüfter an der Vorderseite (blasend) und einem 120mm-Lüfter an der Rückseite (saugend). Neben dem Standardtakt wurden auch im 70% übertakteten Zustand Messwerte abgenommen. C1E/EIST waren während des Tests deaktiviert, Vcore im Stockbetrieb auf 1,275v und im übertakteten Zustand auf 1,325v fixiert. Idle liegt die Gesamtleistungsaufnahme bei 150 Watt, unter CPU-Last 195 Watt und 260 Watt bei 3D-Anwendungen (für diesen Test nicht relevant).

Um die typische Verlustleistung unter Last zu simulieren, wurde Orthos (Dual-Prime) Small FFTs verwendet - dies diente zugleich als Stabilitätstest. Die Temperaturen der beiden Cores wurden mit Intels TAT, sowie Core Temp ausgelesen. Für eine übersichtlichere Darstellung haben wir das arithmetische Mittel aus den angezeigten Temperaturen berechnet.

Um faire Testbedingungen zu garantieren, haben wir im übertakteten Zustand zusätzlich die saugende Gehäusebelüftung demontiert, da diese speziell Noctuas NH-U12F/P und Scythes Mugen zugute kommt und deshalb kaum noch Unterschiede zum Push-Pull Betrieb mit 2x 120mm messbar sind. Darüberhinaus werden die Kühler auch auf ihre Leistung unter Silent-Bedingungen getestet, dazu wird der ~1200 RPM Lüfter auf 5v reguliert wodurch sich ca. 800 RPM ergeben.

c2d_6300.png
Rot: Testkandidat
Gelb: außer Konkurrenz


Bei Standardtakt kann sich Noctuas NH-U12P sowohl mit normaler als auch gedrosselter Drehzahl an die Spitze setzen. Wie zu erwarten unterscheiden sich die Temperaturen im Leerlauf nicht.

c2d_6300_3200mhz.png
Rot: Testkandidat
Gelb: außer Konkurrenz


Die Kühlleistung entspricht dem Vorgängermodell mit 2x 120mm. Auch bei reduzierter Lüfterdrehzahl ist die Leistung in Anbetracht des absoluten Silentbetriebs sehr gut.

6300_3200mhz_ohnecase.png
Rot: Testkandidat
Gelb: außer Konkurrenz


Bei schlechter Gehäusekühlung fällt unser Testkandidat minimal hinter die Kühlleistung des Thermalright SI-128 SE. Bei geringerer Drehzahl ist er mit Scythe's Mugen und seinem Vorgänger gleich auf.

Fazit



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Der NH-U12P ist ein gelungener Nachfolger und kann unseren Test für sich entscheiden. Wie auch beim Vorgänger ist neben der erstklassigen Performance auch die Ausstattung ein großer Pluspunkt. Gepaart mit dem NF-P12 und der neuen Wärmeleitpaste NH-HT1 hat Noctua ein tolles Eisen im Feuer, das im Premiumbereich erneut ganz vorne mitmischt und bereits eine ernsthafte Alternative zu einer Wasserkühlung darstellt. Wer bereits einen NH-U12F besitzt, der hat allerdings nur wenig Gründe umzusteigen - ein Lüfter-Upgrade auf einen NF-P12 erscheint uns hier als sinnvoller.

All jene die noch keinen Heatpipekühler in dieser Leistungsregion besitzen und zukünftig ein geräuscharmes System an seine Grenzen schicken möchten, die können bedenkenlos zugreifen. Neben einem zukunftssicheren Montagesystem, sprechen 6 Jahre Garantie für sich.

editor Award
Der Noctua NH-U12P ist ein robuster Heatpipekühler, der in Sachen Performance, Lautstärke und Ausstattung zu überzeugen weiß!
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