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Frust ablassen: AMS

uP4anK 02.10.2012 - 10:02 109349 538 Thread rating
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mr.nice.

endlich fertig
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Ich denke da bereits mehrfach ein finanzieller Schaden entstanden ist, kann man einen Beraterwechsel gut argumentieren. Erfahrungen mit der Ombudsstelle habe ich nicht. Ich würde eine Art Gedächtnisprotokoll der Leidensgeschichte verfassen, die sich idealerweise mit den vorhandenen Unterlagen deckt und dann sollte das schon gehen, könnte aber sein, dass es etwas länger dauert.

NL223

RoHS-konform
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Zitat aus einem Post von __Luki__
Hat jemand Erfahrung mit der AMS Ombudsstelle? ...

Ja hab ich, hat sinn gemacht, nachdem in Traun tagelang niemand zu einem Gespräch über die Probleme bereit war haben sich die dann von selbst gemeldet - die Geschäftsführung - und das Gespräch hat begonnen mit "war das nötig?" - Aber danach hat alles weitaus besser funktioniert :D - der mM eindeutig asoziale Berater wurde ausgetauscht und dann ists auch recht vernünftig weitergegangen...

EDIT: ich meine jetzt die Ombudsstelle in Wien der Bundesgeschäftsstelle - die Ombudsfrau in Traun war wenig bis gar nicht hilfreich...

-> ok, kein Namen :D war da vom hass getriggert :D
Bearbeitet von NL223 am 05.11.2022, 00:29 (Klarname entfernt -WM)

Garbage

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The Wizard of Owls
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@NL223: Bitte entferne den Klarnamen, wir wollen da kein Risiko als Forum haben. Wer den Namen wissen möchte, kann dich ja per PM anschreiben. Danke für dein Verständnis.

WONDERMIKE

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kenough
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Freund aus der Erwachsenenbildung hat mir jetzt erzählt, dass das AMS für 2024 einen neuen Schwerpunkt plant. Nein, nichts für Langzeitarbeitslose. Nein, auch die vielen 50+ stehen nicht im Fokus. Es wird um junge Migranten gehen, die zB als Friseur keiner Frau die Haare schneiden wollen oder Pfleger, die keine Frauen waschen möchten.

2024 ist ja immerhin Wahljahr.

Damit man das zahlenmäßig halbwegs einordnen kann:

click to enlarge

-niedrigste Arbeitslosigkeit bei den 15-24jährigen seit zumindest 2012
-in Relation und absout deutich mehr ältere Arbeitslose

Wieviele von den 25.500 sind da jetzt wohl tatsächlich aufgrund ihrer Ansichten so schwer vermittelbar, dass das AMS und seine Zulieferer da einen Schwerpunkt dafür machen? Ich bin gespannt.

ccr


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Ich glaub, das Thema ist doch ein bisserl komplexer.
Die Arbeitslosenquote ist bei Ausländern in Wien fast doppelt so hoch wie bei Inländern. Und während sie bei Inländern gesunken ist, ist sie bei Ausländern weiter gestiegen.
Da gibt es also definitiv Handlungsbedarf, und der wird rein demographisch bedingt eben eher jüngere Bevölkerungsschichten treffen.
Bei Inländern sind wir in Summe mittlerweile bei einem Prozentsatz angelangt, der "Vollbeschäftigung" bedeutet - einen gewissen Prozentsatz Arbeitslose wird es immer geben, zB durch Arbeitsplatzwechsel, Saisonarbeit, und einem kleinen Grundstock tatsächlich Unwilliger bzw. Unvermittelbarer.
Aber natürlich sind auch die Inländer keine homogene Gruppe, und das divergiert mit dem Alter.
Aber man muss halt auch ein bisschen realitätsnah bleiben: es gibt keinen guten Grund, wieso gesunde 18-30jährige arbeitslos sein sollen, während bei langzeitarbeitslosen 55+ jährigen das AMS die Jobs nicht so einfach aus dem Ärmel schütteln kann.
Es sollte auch aus anderen Gründen unserem Interesse sein, dass die Jungen nicht unterbeschäftigt und gelangweilt am Praterstern herumlungern und auf blöde Ideen kommen, und in Folge nie den Weg in den Arbeitsmarkt finden. Bei denen geht es nicht um 5 oder 10 Jahre bis zur Regelpension, sondern um 40 Jahre die sie sonst vom Staat durchgefüttert werden müssen.

Das mit den Friseuren die keine Frauen schneiden, oder den Pflegern die keine Frauen waschen, ist natürlich ein schas Argument (aber auch nur Hörensagen, oder?). Es ist aber tatsächlich ein reales Problem, nur sicher nicht in relevanter Größe.
Bearbeitet von ccr am 26.06.2023, 15:40

22zaphod22

chocolate jesus
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Zitat aus einem Post von ccr
oder den Pflegern die keine Frauen waschen, ist natürlich ein schas Argument (aber auch nur Hörensagen, oder?)

geht ja nicht nur um Waschen - z.B. in der Altenpflege geht es sehr viel um Kultur / Wertschätzung / Verständnis, etc. ...

ccr


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Das ist vielleicht falsch angekommen. Das Thema gibt es, das weiss ich auch selbst aus gesicherten Quellen.
Dass das aber ein Schwerpunkt beim AMS werden soll, ist aber nur Hörensagen, und nicht aus irgendwelchen offiziellen Unterlagen, oder?
Weil bei aller Problematik, denke ich doch, dass das Einzelfälle sind, die die Arbeitslosenstatistik nicht nennenswert beeinflussen.

ferdl_8086

Here to stay
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Zitat aus einem Post von WONDERMIKE
Es wird um junge Migranten gehen, die zB als Friseur keiner Frau die Haare schneiden wollen oder Pfleger, die keine Frauen waschen möchten.

2024 ist ja immerhin Wahljahr.

Jep, das hört sich ganz klar nach powered by Wahljahr an.

Bin gespannt welches Wahlprogramm dem DSN 2024 einfällt. Paar Kids werden sicher noch ein paar Airsofts unterm Bett haben.

sk/\r

i never asked for this
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Zitat aus einem Post von ccr
Weil bei aller Problematik, denke ich doch, dass das Einzelfälle sind, die die Arbeitslosenstatistik nicht nennenswert beeinflussen.

sowas ist den politischen verantwortlichen völlig egal. wahrscheinlich sogar gewollt. period.

das sommerloch ist mit einem sinnlosen thema gestopft wo sich der stammtisch gegenseitig fest auf die schulter klopfen kann "weil jetzt was gegen de faulen hund" getan wird.

WONDERMIKE

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kenough
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Zitat aus einem Post von ccr
Das mit den Friseuren die keine Frauen schneiden, oder den Pflegern die keine Frauen waschen, ist natürlich ein schas Argument (aber auch nur Hörensagen, oder?). Es ist aber tatsächlich ein reales Problem, nur sicher nicht in relevanter Größe.

Das sind die "Kracher", die man eben von den Leuten in den Beratungsjobs so hört. Ich vermute ja eher, dass so kulturelle oder religiöse Argumente in erster Linie dann aufkommen, wenn jemand einfach die Arbeit nicht mehr machen will. Klar wirst du auch Personen dabeihaben, die tatsächlich so denken, aber denen würde ich lieber erst mal eine Sperre zukommen lassen als einen Sozialarbeiter.

Generell hört man allerhand wenn man sich mit Leuten aus dieser Beratungsindustrie unterhält. Da wird den 50+ generell empfohlen das Alter im CV wegzulassen. Und wenn du mit Nachnamen Abdullah heißt wird eine Namensänderung thematisiert.

Jedenfalls würde ich mir natürlich wünschen, dass die Probleme entsprechend ihrer Größe bekämpft werden. Wenn man jetzt das Budget einer großen betroffenen Gruppe wegkürzt, um sich vor allem medial aufgeblasen auf Fälle zu stürzen, die natürlich zu Recht Empörung auslösen, dann finde ich das halt unsachlich.(oh Gott was für ein Satz, sorry) Wenn man ernsthaft in die Integration junger Migranten investiert bin ich natürlich nicht böse. Aber ich traue dieser Regierung und vor allem mit Kocher als Handlanger nicht über den Weg. Die leben politisch davon, dass ein Mahrer durch Wien rennt und von No-Go-Areas schwafelt, aber nicht von guter Integrationsarbeit.

HaBa

Legend
Dr. Funkenstein
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Zitat aus einem Post von ccr
Es sollte auch aus anderen Gründen unserem Interesse sein, dass die Jungen nicht unterbeschäftigt und gelangweilt am Praterstern herumlungern und auf blöde Ideen kommen, und in Folge nie den Weg in den Arbeitsmarkt finden. Bei denen geht es nicht um 5 oder 10 Jahre bis zur Regelpension, sondern um 40 Jahre die sie sonst vom Staat durchgefüttert werden müssen.


Warum eigentlich?

ich weiß natürlich dass Eigeninitiative in weiten Teilen des Vollkaskonachwuchses abhanden gekommen ist, aber um Erwachsenenunterhaltung soll sich doch bitte Hollywood kümmern...

Wie konnten sich da frühere Generationen entwickeln, in denen es nicht so war wie jetzt = geburtenschwache Jahrgänge = riesen Jobangebot im Vergleich zu früher (c)(r)?


Und ja, es ist nicht jeder Mensch gleich und nicht gleich "leistungsfähig", und die Anforderungen an den Arbeitsplätzen steigen usw., das sehe ich ja alles ein.

Aber dass 40% der Kinder nach 8 Jahren Schule nicht Rechnen und/oder Schreiben können liegt ja wohl auch nicht nur an den Schulen, oder?


Wie kommt man da raus? Damit meine ich nicht "Zucht und Ordnung", damit meine "Eigeninitiative statt Generation "andere sind mir was schuldig""
Bearbeitet von BiG_WEaSeL am 27.06.2023, 13:48 (tags fixed)

whitegrey

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Ich arbeite in einem Bereich der davon lebt, dass Leute für einen Hungerlohn arbeiten (Event-Branche, aber ansich läuft das einfach unter 'Arbeitskräfteüberlassung' mit dementsprechenden Löhnen bei fixer Anstellung in Teilzeit und vieles wird zusätzlich mit fallweiser Beschäftigung und über Subfirmen abgefedert, speziell in der Hochsaison). Der Großteil sind Migranten, der Großteil wird direkt vom AMS vermittelt bzw. 'geschickt' und auch gefördert, kommt der Firma also erstmal zusätzlich 'billiger'. Die drop-out Rate ist hoch, die Bandbreite von 'brauchbar' bis 'komplett unbrauchbar' ist genauso hoch (man möge mir diese 'Beurteilung' nachsehen, in der Praxis stellt es sich nun mal so dar).

Manchmal ist die Sprache (bzw. Sprachbarriere) ein Problem aber das ist meistens etwas das man kompensieren kann ('Hände und Füße' bzw. 'zeigen'), was man kaum kompensieren kann ist fehlende Motivation, fehlender Wille, fehlendes Durchhaltevermögen.

Die Religion ist es inzwischen kaum mehr. Es wird darauf Rücksicht genommen wenn jemand eine Pause für das Gebet braucht, es wird darauf Rücksicht genommen was Essgewohnheiten anbelangt wenn Verpflegung gestellt wird.

Auf 'ich kann gemeinsam mit einer Frau nicht arbeiten' - ja, das ist schon vorgekommen; aber es ist wirklich selten. So selten, dass ich es absolut nicht als generelles Problem sehen würde (da kommt 'Ausländerfeindlichkeit generell und im speziellen wesentlich öfter vor) - wird nicht Rücksicht genommen, das ist ein Ausschlussgrund.

Wenn ich etwas lobend erwähnen kann wären das auf jeden Fall die Ukrainer (da arbeiten doch vergleichsweise viele bei uns), dass denen im Moment wenig Steine in den Weg gelegt werden ist insgesamt sehr positiv - die Frage ist natürlich ob das gegenüber anderen die theoretisch auch die selben Voraussetzungen hätten aber nicht aus der Ukraine sind 'fair' ist aber das kann ich schwer beurteilen.

Zum Thema selbst; der 'Gewinn/Unterschied' von AMS-Geld gegenüber 'vom AMS zwangsvermittelter Arbeit' ist teils so gering, dass ich es absolut nachvollziehen kann, wenn man sich das nicht antun will. Da liegen oft nur 100€ pro Monat zusätzlich zwischen 'nix tun' und '30-35 Wochenstunden 'Leistung' bringen'. Also faire Löhne bzw. generell ein Ausdünnen des Billiglohn-Sektors wäre für mich ein besserer Hebel als das über 'Arbeitszwang via AMS' zu lösen. Anreize statt Zwang. Dass das nicht für alle gleich funktionieren wird ist auch klar aber so wie es sich jetzt darstellt verlieren alle wegen einer Minderheit die das System ausnutzt.
Bearbeitet von whitegrey am 26.06.2023, 21:38 (Formatierung/RS)

WONDERMIKE

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kenough
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Zitat aus einem Post von HaBa
Wie kommt man da raus? Damit meine ich nicht "Zucht und Ordnung", damit meine "Eigeninitiative statt Generation "andere sind mir was schuldig""

Wir sind schon länger eine egoistische Konsumgesellschaft und in dieser wachsen die Menschen jetzt im Gegensatz zu dir und mir auf. Es wird derjenige gefeiert, der „clever“ schön lebt und derjenige verhöhnt, der das mit Fleiß zu erreichen versucht.

„Alles richtig gemacht“ hört man nicht nur ironisch vorgetragen, wenn jemand moralisch fragwürdig oder sogar rücksichtslos am Ende erfolgreich den eigenen Vorteil durchbringt. Vergleich Trump. Und wer braucht Bildung und Anstand, wenn er auch mit Prank Videos und Werbung für teuren Ramsch reich werden kann?

Aber zur Verteidigung: Die jungen stehen vor unlösbaren Aufgaben, die wir ihnen aufgebürdet haben und verbringen ihr kurzes Leben bereits in einer Dauerkrise. Früher erreichbare Ziele a la Austrian Dream mit Haus und Familie sind deutlich schwieriger zu erreichen und lassen sie daher wohl zusätzlich resignieren. Das ganze kannst du dann noch mit Faktor X multiplizieren, wenn dir als Migrantenkind klar wird, dass es für dich nochmal härter wird.


Ganz passend dazu, wenn man sich überlegt wie wir wem Chancen geben - oder auch nicht.

HaBa

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Dr. Funkenstein
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Wie viele Österreicher wohl in Afghanistan, Syrien und "anderen Staaten" eine Arbeit finden würden?

Wie konnten sich unsere Eltern den Traum vom Haus in Zeiten von >10% Kreditzinsen leisten?


Ja, auch zu unserer Zeit wurden Streber verhöhnt.
Aber das dürfte sich stark nach unten verschoben haben, war in einem Zeitungsbericht, Kinder die rechnen können kommen da schon dran.

Solang im breiten gesellschaftlichen Konsens die Opferolympiade so angesagt ist wird sich das vermutlich nicht ändern, das ist aber für mich nicht absehbar, es sollen ja wieder andere richten...

that

Hoffnungsloser Optimist
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Zitat aus einem Post von HaBa
Wie konnten sich unsere Eltern den Traum vom Haus in Zeiten von >10% Kreditzinsen leisten?

Mit viel Arbeit zu angemessener Bezahlung.
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