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Asetek WaterChill - The Review

Redphex 12.10.2003 19335 14
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Asetek ist seit einiger Zeit nicht mehr ausschließlich mit seinen Evaporator-Kühlern der Reihe VapoChill auf dem Markt, sondern bietet auch komplette Wasserkühler-Sets an.
Wir stellen das Komplettsystem in einem umfangreichen Review vor ...

Einleitung


Einleitung:

War die dänische Firma Asetek bis zum letzten Frühjahr einzig für die Produktion ihrer VapoChill Evaporator-Kühlsysteme für PCs bekannt, haben die Kühlspezialisten ihre Produktpalette im vergangenen Mai um ein zweites Standbein erweitert.

Mit dem WaterChill Cooling-Kit schickt Asetek ein umfangreiches und in der Ausstattung variables Wasserkühlung-Set in den mittlerweile teilweise heftig umkämpften Massenmarkt.
Vorbei sind die Zeiten, in denen nur "Hinterhof-Hersteller" eine an den Fingern abzählbare Menge an Bastlern mit ihren Kühlern zufrieden stellen mussten und konnten. In Zeiten wie diesen, in denen sich CPUs der 100 Watt Marke nähern und auch Mainboard- sowie Grafik-Chipsets diesen kaum mehr in der produzierten Verlustwärme nachstehen, ist eine Tatsache mittlerweile mehr als klar: Die gute alte Luftkühlung wird großteils von auf Wasserkühlungen basierenden Systemen abgelöst werden.

Genau hier tritt schon jetzt Asetek auf den Plan und bietet mit WaterChill ein WAKÜ-Komplettsystem aus einer Hand an, das wir im Folgenden vorstellen möchten.


waterchill.png


Die Komponenten


Vorstellung der Komponenten:

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Asetek liefert seine WaterChill Sets in verschiedenen Zusammenstellungen - dabei können die gewü
nschten Kühl-Komponenten als frei kombinierbar angesehen werden. Jeglicher Bedarf an Chipset- und VGA- und CPU-Kühlern oder am kompletten Package bestehend aus allen Dreien inklusive Zubehör kann umfassend gedeckt werden. Darüber hinaus besteht natürlich auch die Möglichkeit, jedes Element auch separat zu erstehen.

Hier nun die Vorstellung der einzelnen Komponenten, beginnend mit den Kühlkörpern selbst:
  • WaterChill CPU Kühler für Socket-478, Socket-A & Opteron
  • WaterChill VGA Kühler für GeForce 2, 3, 4, FX und Radeon 9700 & 9800
  • WaterChill Chipset Kühler für AMD, VIA, SiS und Intel Chipsets
  • Hydor L20 220V Pumpe
  • WaterChill Reservoir/Ausgleichsbehälter
  • Black Ice Pro Radiator
  • 120mm Sunon Lüfter
  • WaterChill Control Unit
  • Polyethenschlauch
  • Anti-Algen Lösung
  • Montagematerial
  • Installationsanleitung


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Die Wasserblöcke werden in bewährter Sandwich-Bauweise gefertigt. Die Basis besteht aus einem 60 x 65mm Kupferblock mit 9mm Höhe, aus dem per CNC eine Wanne und die Innenstruktur herausgefräst werden. Als effektive Bodenstärke bleiben dadurch 2mm - annähernd die optimale Dicke für die Wärmeweitergabe von der CPU ans Wasser. Asetek verzichtet bei der Gestaltung der wasserführenden Innenfläche auf großartige Obenflächenstrukturierung, sondern zwingt das zentral einströmende Wasser hauptsächlich durch einen teilenden Bogen ebenso simpel wie effizient in die komplette Kammer und sorgt so für eine gleichmäßige Durchflutung.

Der durchsichtige, aus 10mm dickem PMMA (Polymethylmethacrylat - im Volksmund als Plexiglas bekannt) gefertigte Oberteil des Kühlers beherbergt die Anschluss-Stutzen und stellt mit seinen 10 Bohrungen gleichzeitig die Druckplatte für die Schraubbefestigung dar. Jeweils vier davon dienen zur Fixierung des Kühlers auf Socket-478 und Socket-A Mainboards - die zwei entlang der Längsachse sind für die Opteron-CPUs vorgesehen.

Als Alternative zur universellen 10-Loch Platte liefert Asetek auch eine eigene AMD-Only Version die voll auf die zur Befestigung auf Socket-A Boards benötigte Größe optimiert ist. Dieses unscheinbare Teil des Sets ist unverzichtbar, um Kompatibilität zu allen AMD-Boards zu gewährleisten!

Den dichtenden Zusammenschluss der beiden Hauptkomponenten übernehmen eine exakt passende Gummidichtung sowie 4 Inbusschrauben, was die Zerlegung für allfällige Innenreinigungen des Wasserblocks sowie dessen Reassemblierung zum Kinderspiel macht.



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Die im Vergleich zum CPU-Kühler kleiner und einfacher gehaltene Kupferplatte ist bei VGA- und Chipsetkühler identisch. Auch sie bietet mit ihren 2mm effektiver Dicke nahezu optimale Wärmeweitergabe von der Hitzequelle ans Wasser.

Die Deckplatte des VGA-Kühlers hebt sich des Einsatzbereiches entsprechend vom Chipset-Kühler ab - sie ist mit 25mm erheblich dicker, um den seitlich austretenden Anschluss-Stutzen Platz zur Befestigung zu bieten.
Wie schon beim CPU-Kühler sorgen Gummidichtung und Inbusschrauben für die Dichtheit.



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In jedem Set liefert Asetek die Hydor L20 Pumpe mit passenden 10mm Festo "Plug'n'Cool" Anschlüssen aus. Diese sollte im Normalfall mit ihren 700 Litern pro Stunde Durchsatz und 135cm maximaler Förderhöhe ausreichend sein, um im geschlossenen System für ausreichend Durchfluß zu sorgen.

Direkt am Ende des Stromkabels ist die WaterChill Control Unit angebracht. Diese in einem unscheinbarem Plastikgehäuse untergebrachte Platine sorgt beim Einschalten des PC's für das Durchschleifen des 220V Wechselstroms zur Pumpe und versorgt über entsprechende direkte Anschlüsse den Radiatorlüfter je nach Jumperstellung mit 12 oder 7 Volt, sowie optional eine 10mA LED mit der Betriebsspannung. Den hierfür benötigten Gleichstrom bezieht die Control Unit über einen normalen 4 Pin Molex-Stecker - wie er auch für Floppylaufwerke verwendet wird - direkt aus dem PC-Netzteil.

Der Ausgleichsbehälter dient - wie üblich - zur einfachen Befüllung des Wasserkreislaufs. Er besteht aus einem einfachem Plexizylinder, in dessen Basis die Anschluss-Stutzen im 90° Winkel zueinander münden.



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Der im Set enthaltene Schlauch ist mit seinen 10mm Außendurchmesser optimal auf die bei allen Komponenten verwendeten Festo Stutzen angepasst. Dieser ist ausreichend biegsam, um alle Komponenten im Wasserkreislauf sinnvoll mit einander zu verbinden und bietet aufgrund seiner Herstellung aus Polyether weitestgehende Resistenz gegen hydrolytische Erosion und mikrobiologische Einflüsse.



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Beim Radiator hat Asetek im Vergleich mit dem "original" WaterChill Set vom Mai eine Änderung der mitgelieferten Type durchgeführt. Anstatt des vormals etwas "klobigeren" Teils mit einfachen Anschlussrohren erhält man aktuell einen mit Legris Plug’n’Cool Stutzen versehenen Black Ice Pro Radiator. Dieser ist mit 157x133x25mm in den Ausmaßen recht bescheiden und lässt sich daher leicht in den meisten Gehäusen unterbringen, bietet aber dennoch laut Hersteller Hwlabs bei entsprechender Belüftung eine beträchtliche Wärmeabfuhr von bis zu 440W.
Bei den WaterChill Sets liefert Asetek einen passenden 120mm 3.2Watt Sunon Lüfter mit, der mit 7 oder 12 Volt betrieben werden kann.



Natürlich ebenfalls mit dabei: passendes Montagematerial für jeden Wasserblock sowie Wärmeleitpaste.
Des Weiteren wird ein Fläschchen mit 25ml Anti-Algen Lösung mitgeliefert, deren Einsatz organische Ablagerungen verhindern und damit vor allem die Lebensdauer der Pumpe erhöhen soll.

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Installation


Installation im System:

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Die Montage des CPU-Kühlkörpers ging bei unserem Testaufbau zügig von der Hand. Das prinzipielle Montagesystem dürfte vielen unter anderem von den aktuellen Riesen(luft)kühlkörpern von Alpha und Swiftech bekannt sein: Die in den Mainboards vorhandenen Löcher werden mit Gewindestiften versehen, welche von der Boardrückseite her verschraubt werden. Diese sind im Fall des Asetek Kühlers 4cm lang und dienen bei der Montage gleich als Führungsstifte. Somit ist die optimale Ausrichtung automatisch gegeben und ein Verrutschen (wodurch auch immer) nicht mehr möglich.
Danach werden auf die Metallstifte 20mm lange Stahlfedern mit sehr hoher Federkraft gesetzt - welche von den großen Handschrauben zusammengepresst - hohen, gut verteilten Druck auf die gesamte Kühlerfläche ausüben.

Asetek geht, was die Befestigung des Wasserblocks angeht, keinerlei Kompromisse ein: Sie ist einfach und präzise aufgebaut und bietet exzellenten Halt bei bestmöglichem CPU-Kontakt - was will man mehr?



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Ähnlich problemlos und präzise sollte ebenfalls die Montage des VGA- und Chipsetkühlers ablaufen. Sollte ... denn leider kann man hier, bedingt durch "lochlose" und/oder nicht standardisierte Befestigungen der Original-Kühlkörpern auf den Mainboards oder Grafikkarten nicht von einer so problemlosen und angenehmen Befestigung ausgehen.
Bei den Chipsets betrifft dies hauptsächlich Boards mit aktuellen Intel Chipsets. Hier sind die Kühlkörper nur über eine gespannte Feder, die an zwei Ösen eingehakt wird, auf dem Die fixiert, was bei der Montage der WaterChill-Komponenten im Vergleich zu mit Löchern realisierten Chipsetkühlern bei VIA, AMD und SiS alles andere als zuträglich ist. Denn während auch bei letzteren eine von der Boardrückseite ausgehende Verschraubung ähnlich wie beim CPU-Block eine einfache und effektive Installation ermöglicht, muß bei Intel die Befestigung mit Kabelbindern erfolgen.

Zugegeben - diese Methode ist weder die bequemste, noch die präziseste bzw. performanteste, weil auch streng angezogene Kabelbinder aufgrund ihrer elastischen Biegespannung immer einen Gewissen Spielraum zulassen, dennoch ist sie für Wasserblöcke wie den WaterChill neben der Verwendung von Wärmeleitkleber (der wohl nicht Jedermanns Sache ist ...) der einzig gangbare Weg.



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Die bei der Chipsatzmontage gewonnenen Erkenntnisse lassen sich mehr oder weniger Eins zu Eins auf den VGA-Kühler umlegen - wobei hier angemerkt werden muss, dass Asetek explizit angibt, für welche Grafikkarten- bzw. GPU-Typen der WaterChill Block geeignet ist. Leider stand uns für das Review keine entsprechende Karte zur Verfügung (nein, nicht einmal eine GeForce 2 ...), so dass auch hier der alternative Weg, in dem Fall in Verbindung mit Wärmeleitkleber, beschritten werden musste, wobei jedoch keinerlei Komplikationen auftraten.



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Der Grad der Problemlosigkeit beim Einbau der weiteren wasserführenden Komponenten hängt wohl sehr stark von der Größe bzw. Geräumigkeit des verwendeten Computergehäuses ab. Die, wie auch von Asetek empfohlene, direkte Koppelung des Ausgleichsbehälters an die Hydor L20 Pumpe kann bei kleinen Gehäusen durchaus zu akuter Platznot führen. Im geräumigen Eye-Tower unseres Testsystems war dies zum Glück alles andere als zu befürchten. Sowohl die Pumpen-Ausgleichsbehälter Kombination als auch der Radiator fanden problemlos Platz - die mitgelieferten Schläuche reichen leicht aus, um diese beiden "Großkomponenten" nach Belieben im Gehäuseinneren zu plazieren.

Es empfiehlt sich, den Wasserkreislauf wie in der Bedienungsanleitung angegeben aufzubauen - im Detail: Vom Auslass der Pumpe über den Radiator zuerst zum CPU-Wasserblock, danach zu Chipset und Grafikkartenkühler.

Performance


Praktischer Betrieb, Performance:

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Nach der Verkabelung von Pumpe, WaterChill Control Unit und Lüfter war das Befüllen der nächste Schritt der Inbetriebnahme.
Hierzu wird die Pumpe getrennt vom Mainboardstromkreis in Betrieb genommen und nach und nach das Wasser über den Ausgleichsbehälter in den Kreislauf eingebracht – nach einigen Minuten im „Leerlauf“ sollte das System so weit von Luftbläschen befreit sein, dass das plätschernde Geräusch in der Pumpe verstummt - danach kann der Echtbetrieb starten.

Im Anschluss an die Prozedur „Gehäuse schließen, verkabeln, Power-ON“ offenbarte sich neben der unbestritten besseren Kühlleistung wasserbasierter Systeme die zweite, in den Augen vieler mindestens ebenso wichtige Eigenschaft: Annähernde Stille – allein durchbrochen vom kaum hörbarem Säuseln des auf 7V eingestellten Radiatorlüfters.
Selbst die bisher im für den Test verwendeten Computer betriebene Luftkühlung auf Basis eines Alpha PAL8942 in Kombination mit einem Noiseblocker S2-Fan als einzigem Ventilator war im geschlossenen Case deutlicher zu vernehmen und durch die höhere Drehzahl des Lüfters als unangenehmere Geräuschquelle einzuordnen.

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Auch in Punkto Performance wurden die Erwartungen erfüllt:
Bei jeweils gleichem Takt und Belastung der CPU bestätigte sich, warum Wasserkühlungen ihren Luft-Kollegen immer mehr den Rang ablaufen:
Gemessen nach 2 Stunden Laufzeit unter 100% Last hält das WaterChill-System die Temperatur stabil ca. 8°C unter der Marke der Alpha-Combo.
Darüber hinaus musste sich der WaterChill CPU-Block, genau wie alle bisher bei o.v.e.r.clockers.at getesteten Wasserkühler, in mehreren Runden auf unserer Testbox auf seine Leistung überprüfen lassen.
Um einen direkten Vergleich zu den früheren Tests möglich zu machen, kamen für den Kreislauf die schon damals üblichen Komponenten zum Einsatz:
  • Eheim 1046 Pumpe
  • ZERN HV Radiator
  • Innovative 120mm Fan @12Volt

Gestestet wurden wie üblich die Kühlleistung sowohl im aktiven Betrieb mit dem Lüfter auf 12V, als auch nur mit passiver Belüftung des Radiators.
Beide Durchläufe wurden, wie ebenfalls schon bekannt, mit 50 sowie 100 Watt Heizelementen durchgeführt.

Beide Setups betrachtend plaziert sich der WaterChill CPU-Kühler im guten Mittelfeld und unterstreicht den bisher überzeugenden Eindruck auch auf dem Messstand.


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Um dem Vollständigkeitsanspruch des Reviews gerecht zu werden, wurde auch der Chipset-Kühler einem Durchlauf in der 50W Testumgebung mit aktiver Belüftung unterzogen. Aufgrund der einfachen Innenstruktur und geringeren Masse reicht die Performance natürlich nicht an den großen Bruder heran, bietet für aktuelle GPUs und Chipsets eine jedoch bei Weitem ausreichende Kühlleistung, die auch über die nächsten Generationen ihre Leistung bieten wird.

Fazit


Fazit:

Die WaterChill Kühlerfamilie aus dem Hause Asetek bietet genau das, was sich sowohl Einsteiger in die Welt der Wasserkühler, als auch engagierte Systemoptimierer wünschen: Ein äußerst solides System, bei dem weder Probleme bei der Installation noch im Betrieb zu erwarten sind und gleichzeitig das Overclocking-Potential stark erhöht.
Vor allem was die Befestigung der Wasserblocks auf den zu kühlenden Komponenten selbst betrifft, haben die Dänen ihre Hausaufgaben höchst ordentlich gemacht: Keine Speziallösungen; nur pure Effektivität, bei der alles passt.

Die saubere Verarbeitung mit gefälligem Aussehen, die mit Bedacht ausgewählten Komponenten, die problemlose Integration ins System und die erzielte Performance tragen darüber hinaus zum sehr guten Gesamteindruck bei.
Bei Letzterer könnte noch etwas Platz für kleine Optimierungen sein - zum Beispiel durch mehr Oberflächenstrukturierung des vom Wasser umspülten Innenraums. Die Frage, ob die gewonnenen °C in Relation zum Mehraufwand in der Produktion gerechtfertigt sind, wird vielleicht beim Release der nächsten WaterChill Generation beantwortet werden.

Angesichts der gebotenen Leistung sind auch die Preise der WaterChill Sets in Ordnung. Diese reichen von 199€ für das CPU-Only Kühlset bis 245€ für das komplette Package. Je nachdem ob man in der Heimat oder im Ausland einzukaufen gedenkt, kommen noch 20% bzw. die jeweilige lokale Mehrwertssteuer hinzu.

Für den Einkauf im Inland wendet man sich optimalerweise an den Wasserkühler-Spezialisten und Asetek-Distributor für Österreich, EV-Shop, beziehungsweise an die äquivalenten Shops in den Nachbarländern (z.B. TI Computer in der Schweiz oder Watercooling.de und MC Computer.
Darüber hinaus ist aber natürlich auch der Direkteinkauf beim Hersteller unter http://www.asetek.com möglich.

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