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Aquacomputer Aquaero Review

voyager 29.07.2004 61166 82
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Bei der aquaero Mikroprozessor Lüftersteuerung handelt es sich um ein thermisches Kontrollsystem, das alle Sensoren und Aktoren im System zu einer Einheit zusammenschweißt. Dank der Zusatzfunktionen eröffnet das aquaero neue Möglichkeiten, was die Überwachung und Steuerung des PCs betrifft.
Egal, ob man die Steuerung nun über die beigelegte Software oder über die angebrachten Bedienelemente kontrolliert, von der Anzeige wichtiger Parameter bis hin zur Notabschaltung des Systems bei einem Fehler wurde an alles gedacht.

Verpackungsinhalt & Features



Verpackungsinhalt

In der Schachtel findet man außer der Lüftersteuerung selbst noch 4 Temperatursensoren mit dünnem Kopf, ein internes USB-Kabel zum Anschluss der Lüftersteuerung an den PC, div. Befestigungsmaterial für den Aquaero, eine CD mit der Steuer- und Überwachungssoftware und einer angepassten Version von JaLCD und die Bedienungsanleitung.


Features

Die Lüftersteuerung hat eine beachtliche Anzahl von Features, ohne dass jedoch eines überflüssig ist.

Lüfteranschlüsse
Die Aquaero hat 4 Lüfteranschlüsse, welche laut Website mit jeweils 5 Watt belastet werden dürfen. Nach Rücksprache mit Aquacomputer sind jedoch auch 7W / Kanal möglich. Jeder Kanal lässt sich getrennt nach mehreren Einstellmöglichkeiten regeln, wie zB über die Angabe der maximalen Drehzahl oder auch über die Leistung in Prozent; selbstverständlich lassen sich auch die Lüfterkanäle jeweils mit bis zu 2 Temperatursensoren verknüpfen und durch Angabe der Minimum- und Maximumtemperatur eine Regelungskurve einstellen.

Temperatursensoren
Insgesamt können 6 10KOhm NTC Temperatursensoren angeschlossen werden, von denen sind 4 beigelegt (jeweils 2 Stk. 40 und 70cm lang). Zusätzlich zur Ist–Temperatur kann für jeden Sensor ein Minimum- und Maximumwert eingetragen werden, welcher für die Lüftersteuerung von Bedeutung ist. Zusätzlich kann noch eine Alarmtemperatur und die Anlauf–Hysterese (Schwankungsbereich, in dem sich der Lüfter noch nicht einschaltet), sowie die Soll–Temperatur - die durch die Lüfterregelung erreicht werden soll - eingestellt werden. Auch allfällige Kalibrier–Faktoren, falls andere Sensoren verwendet werden, können verändert werden. Wie bei den Lüfterkanälen kann auch jeder Temperatursensor mit einem frei definierbaren Namen mit bis zu 10 Buchstaben bedacht werden, welcher auch am Display der Aquaero angezeigt wird.

Relais
Ein potentialfreier Schaltausgang (Schließer) mit einer max. Belastbarkeit von 1 A ist vorhanden, um zB die Notabschaltung des PC herbeizuführen, falls ein Lüfter ausfällt oder die Temperatur bei einem Sensor zu groß wird (frei definierbar).

LED–Anschluß
Ebenso vorhanden ist auf der Aquaero ein Anschluß für 2 LEDs welche ohne Vorwiderstand betrieben werden können. Selbst hier gibt es Regelmöglichkeiten: Man kann beispielsweise bei steigender Temperatur eine der angeschlossenen LEDs (evtl. Rot) heller werden lassen, was linear zum Wert geschieht.

Weitere Features & Installation



Zusatzfeatures für Wasserkühlungen

Anschluss für eine Aquastream Pumpe
Am Aquaero ist ein Pfostenstecker für die Aquastream Pumpe von Aquacomputer. Die Pumpe wird wie sonst auch an das der Pumpe beiliegende Steuermodul angeschlossen, welches entweder in einem freien 3 ½ Zoll Slot montiert werden kann oder auf die Rückseite des Aquaero geschraubt wird. Abstandshalter hierfür sind schon am Aquaero vormontiert. Dann wird die Kontrollplatine mit einem Flachbandkabel, welches extra zu erwerben ist, am Aquaero angeschlossen. Nun lassen sich über die Software der Lüftersteuerung die Pumpenparameter anzeigen (Watt, Ampere, Funktionskontrolle). Zusätzlich kann man unter Zuhilfenahme der Software die Pumpenparameter verändern, sie kann "übertaktet" werden.
Dazu kann die Frequenz der Pumpe von 47 Hz bis auf 74 Hz angehoben werden, was eine Steigerung von cirka 1,3 auf 2,1 Liter/Minute an Durchfluss bringt. Die Pumpe selbst ist eine modifizierte Eheim 1046, welche aber im Gegensatz zu Pumpen anderer Hersteller weiterhin als Tauchpumpe einsetzbar bleibt, da das Anschlusskabel eingeschweißt ist, und nicht nur ein Molexstecker am Pumpengehäuse montiert ist. Der Entlüftungsmodus der Pumpe, welcher an der Rückseite der Pumpenplatine durch einen Jumper gesetzt wird, kann auch durch die Software ausgelöst werden. Dann wird immer abwechselnd im ca. 2 Sekunden Intervall Wasser gepumpt und dann wieder die Pumpe abgeschaltet.

Durchflussmengenmesser
Von Aquacomputer gibt es auch einen Durchflussmesser zu kaufen, der an die Aquaero anschließbar ist. Er zeigt die Durchflussmenge in Liter/Minute an, und es kann bei Stillstand ebenso wie auch durch die Lüfter und anderen Sensoren eine Abschaltung des PC ausgelöst werden.


Installation

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Die Aquaero wird in einen freien 5 ¼ Zoll Slot montiert, wobei vorher alle Kabel angeschlossen werden sollten, da man nachher bei den meisten Gehäusen Probleme damit haben könnte. Zur Stromversorgung wird ein freier Molexstecker benötigt, wobei zu beachten ist, dass bei angeschlossener Aquastreampumpe die Lüftersteuerung auch ohne Molexstecker funktioniert. Allerdings ist das Verbindungskabel auf die Belastung nicht ausgelegt, was im schlimmsten Fall zum Defekt der Pumpe und der Lüftersteuerung führen kann.

Die Lüfter werden über normale 3-polige Molexstecker (mit Tachosignal) angesteckt, Temperatursensoren und sonstiges Zubehör wird ebenso einfach angeschlossen - zum Schluß soll man die Verbindung von der Aquaero zum Mainboard mit dem internen USB-Kabel herstellen, das aber bei Big Towern zu kurz sein kann (eventuell schon bei der Bestellung daran denken, das erspart einem nachher den Ärger). Nach dem Start des Betriebssystems wird vom Gerätemanager ein neues HID–Gerät gefunden. Nun braucht man nur mehr die Software zu installieren, und man kann mit den Einstellungen beginnen.

Software & Vergleich



Software

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Abgesehen davon, dass man die Einstellungen der Lüfter und Sensoren über den Aquaero selbst - unter Zuhilfenahme der drei Tasten erledigen kann - ist es ebenso möglich, alles über die beigelegte Software (aquaeroUSB) im Windows zu machen. Zusätzlich hat auch die Software noch Features wie zB das Durchführen eines Firmware-Updates der Lüftersteuerung, wobei Aquacomputer derzeit auch laufend neue Versionen zum Download freigibt. Es ist auch möglich, mehrere Profile zu definieren, welche bei Bedarf manuell geladen werden können.
Nach dem ersten Start der Software sollten die Lüfter und Temperatursensoren bezeichnet werden, damit man nach paar Tagen auch noch weiß, welcher Sensor wo verbaut ist. Zusätzlich sollte auch gleich die neueste Firmware auf die Lüftersteuerung gespielt werden, was aber einen Reboot (Stromlosmachung) des Moduls erforderlich macht.
Es gibt zwar keine Assistenten, die bei den Einstellungen der Software behilflich wären, jedoch ist sie übersichtlich aufgebaut, so dass man ohne größere Probleme damit zurecht kommen sollte. Eventuell macht es Sinn, wenn man für besondere Umgebungsverhältnisse eigene Profile anlegt, wie zB für LAN-Partys oder für eine angenehme Nachruhe.


Vergleich mit der Fan-O-Matik von Innovatek

Da ich auch schon seit geraumer Zeit eine Fan-O-Matik besitze und die Aquaero doch auch die gleiche Zielgruppe hat, hier ein kurzer Vergleich:

Der (einzige) Vorteil der Fan-O-Matik gegenüber der Aquaero ist, dass 12 Watt pro Kanal verbraten werden dürfen, wobei aber zu sagen ist, das sich das auf den Einschaltstrom bezieht und nicht auf die Dauerleistung. So ist es mir passiert, dass sich mein erster FOM verabschiedet hat, weil er mit einem 10,8 W Lüfter betrieben wurde (Delta) - von seitens Innovatek gab es damals keine Kulanz, obwohl auf den Umstand nirgends hingewiesen wurde.

Beim Aquaero ist lediglich zu bemängeln, dass die 5(7) Watt nicht besonders viel sind, aber bei Standardlüftern sollte das ausreichen. Ich habe im Test 2 Stück 3,4 W Lüfter im Dauerbetrieb auf einem Lüfterkanal hängen, ohne dass sich die Bauteile erwärmen würden.

Positiv zu bemerken ist, dass beim Aquaero auch Augenmerk auf den Anschluss am Mainboard gelegt wurde. So war beim FOM noch ein serieller Stecker am Mainboard (aussen) notwendig, während beim Aquaero nur ein interner USB–Pfostenstecker (einreihig) erforderlich ist.

Es wurde auch Augenmerk auf die Erweiterungsmöglichkeiten gelegt. So sind beim Aquaero, abgesehen vom Pumpenanschluss, 2 Stecker vorhanden, für die es in Zukunft auch anschlussfreudige Erweiterungen geben soll. So etwas sucht man bei den Mitbewerbern nicht gerade erfolgreich.

Beim LC-Display wurde bei der Aquaero auch größtes Augenmerk auf Kompatibilität gelegt, wie man an der zusätzlichen Möglichkeit der Anzeige von beliebeigen Daten über JaLCD sieht.

Sponsor & Fazit



Sponsor

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Unser herzlicher Dank für die Bereitstellung des Testmusters gilt unserem Partner KTC-Cooling, in dessen Online-Shop der Aquaero ab sofort für 149€ erhältlich ist.


Fazit

Die Firma Aquacomputer hat bei der Entwicklung dieser Lüftersteuerung ganze Arbeit geleistet. Der Preis von ~150 Euro ist angesichts der Funktionsvielfalt durchaus angemessen. Die wichtigsten Daten hat man über das Display immer gut in Sicht, ebenso kann man Temperaturänderungen über die ansteuerbaren LEDs gut im Auge behalten, ohne gleich die Software starten zu müssen. Weiters ist es erfreulich, dass an vorhandene Produkte (Aquastream) ebenso wie an zukünftiges über freie Erweiterungsmöglichkeiten gedacht wurde.
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