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Klima, oder das Wetter im Schnitt über 30 Jahre

kel 22.02.2007 - 17:42 85187 672
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Dreamforcer

New world Order
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na dann viel spass, wer bestimmt denn dann den "bedarf" ? jeder a schüsserl reis und gut ist ? für alle das gleiche ? es wird immer alles geteilt, ich hab da was im hinterkopf dass das bisher immer gescheitert ist...

XXL

insomnia
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Die Frage ist halt was für eine Alternative gibts? Einfach blind weiter bis die halbe Welt kein Essen mehr anbauen kann, das Wetter teilweise so unkontrollierbar ist das man irgendwo nicht mehr Leben kann? (und das ist jetzt nicht so weit weg, schau dir die Waldbrände in Amerika an und die Überschwemmungen dieses Jahr in der Steiermark)

Ich mein ich kann eh nichts daran ändern und die paar wenigen die genau wegen sowas protestieren gehen werden meistens als Übertreiber usw. dargestellt, aber wenn sich nicht bald irgendwas ändert wird sich nie etwas ändern und die Katastrophen werden immer schlimmer, aber Hauptsache das BIP stimmt ....

Und dein Ansatz klingt da schon eher so als würdest du dich angegriffen fühlen, also bringt diskutieren eh nichts, aber manchmal schadets nicht mal über den Tellerrand zu schauen, es gibt schon genug Regionen die wegen dem Klimawandel Probleme haben, nur wohnen dort halt nicht Leute die sich Sorgen machen ob sie das neue Iphone brauchen oder nicht sondern eher solche die sich fragen ob sie ihr Kind morgen noch füttern können ...

Dreamforcer

New world Order
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nein ich seh schon auch ein dass sich was ändern muss dein "beispiel" ist halt auch mehr als unrealistisch. die frage ist halt wo setzt man an, leider seh ich bei den meisten sachen schwarz weil man sich nicht einigen kann bzw. sich andere nichts von ihrer lebensweise nehmen lassen wollen.

Vinci

hatin' on summer
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In Wahrheit spielen wir Battle Royale, die Frage is nur noch was passiert wenn sich der Kreis schließt...

daisho

SHODAN
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Es gibt ja eh schon Prognosen wo die Temperatur ein Problem wird, nur interessiert das derzeit in der 1st World niemanden.

Ob jetzt Afrika, Indonesien oder Mittelamerika überhitzt und dort überproportional Leute an Überhitzung sterben bzw. das Land den Bach runter geht (zur Wüste wird) interessiert noch länger niemanden. Erst wenn es in unsere Breitengrade vordringt werden die ersten vermutlich wach, und selbst dann hast vermutlich das Problem dass die Leute ganz oben die Entscheidungen treffen selbst in der herrschaftlichen Villa und Limousine mit super Klimatisierung leben denen das im Endeffekt so oder so egal ist - hauptsache Göd.

Das eigentliche Problem (bevor die Temperatur actually ein Problem wird) ist vermutlich die Völkerwanderung von dort zu uns (und in den Norden/Süden) - das wird sicher noch "interessant".



Wenn ich mir denke dass es zu meiner Kindheit noch großartig die Bewegung gab "Rettet den Regenwald", und wenn ich heute auf Google Maps (oder im Flight Simulator 2020) rein sehe kommt mir nur das Grausen.
Aber dasselbe ist bei uns in Europa ja auch der Fall. Schau mal wie viel Wald wir noch vor 100 Jahren hatten. Dem Planeten ist es wurscht, aber wir werden irgendwann in einer Mad-Max Umgebung leben weil ein paar wenige drauf geschissen und nichts dagegen getan haben - weil Göd.

Das ist halt etwas wo ich echt grantig werde, aber einfach weil ich dagegen so gut wie nichts tun kann.

ccr


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Aber der Wald ist doch ein gutes Beispiel, wieso wir das Problem in Österreich nicht lösen werden.
In Österreich ist die Waldfläche von 44% in den 60ern auf mittlerweile über 50% des Staatsgebiets gestiegen.
Währenddessen lässt Japan halb Asien abholzen, und die Russen verkaufen jeden Baum den sie irgendwo fällen können.


Wir sitzen hier in einer Wohlstandsblase, faseln was von "nicht um 30 Euro nach Barcelona fliegen" und "wir können nicht immer weiter wachsen". Ja eh. Die globalen Probleme liegen aber wo anders. Und zwar in Dimensionen, bei denen wir Österreicher einfach keine Rolle spielen. Jeder Prozenzpunkt Wirtschafts- und Wohlstandswachstum in China oder Indien tut der Welt mehr weh als ganz Österreich.
Und man wird den Asiaten, Afrikanern, Südamerikanern nicht sagen können, dass sie sich doch jetzt bitte mit dem was sie haben zufriedengeben und ein bisschen genügsamer sein sollen. Die lachen uns aus, und machen weiter, und das mindestens bis sie unser Wohlstandsniveau erreicht haben werden. An zukünftige Generationen denkt man eben erst, wenn man ohnehin schon "alles hat". Das Thema ist wichtig, aber die Diskussion ist eine reines Wohlstandsthema - siehe auch FFF, dort sind im Grunde nur gutbürgerliche Kinder aus hochentwickelten Sozialstaaten aktiv, aber kein indischer Bub würde dort demonstrieren gehen, weil ihm das Klima wichtiger wäre, als dass er sich endlich mal eine Playstation und ein iPhone leisten kann.

Dune-

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Dass unser Wohlstand zu einem großen Teil auf Ausbeutung basiert und unser Konsum nur dadurch realisierbar ist, dass anderswo Menschen unter unmenschlichen Bedingungen leben und arbeiten, blendet man bei der Debatte halt auch gerne aus um besser durch den Tag zu kommen.

ccr


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Ach wenn das Leben doch immer so schön schwarz-weiss wäre.

Österreich verdankt seinen Wohlstand ausschließlich der Ausbeutung armer Länder, und die wachsende Mittelschicht in China, Indien oder Vietnam verdankt ihren Aufstieg - keine Ahnung wem.

daisho

SHODAN
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Naja, ganz Europa profitiert ebenso von der Ausbeutung wie auch die anderen starken Industrieländer. Unabhängig davon sind wir ja in einer EU und nicht mehr nur in Österreich - ich sehe also keinen Grund die ganze Debatte mit "In AT können wir keinen Unterschied machen" abzutun. Ich glaube dass die gesamte EU durchaus einen ordentlichen Unterschied im Footprint ausmacht. Und es geht ja nicht nur um Wald ... es geht halt um alles.

Aber wie gesagt, wegen der Marie wird sich einfach gar nix ändern "."

Bender

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Das ganze muss natürlich Global angegangen werden. Deshalb war das Paris Abkommen auch so wichtig.
Die Dekarbonisierung dürfte durch die immer niedriger werdenden Preise von PV, Wind und Speicher immer mehr zum Selbstläufer werden. Speziell in Ländern wie Indien, wo es am Land sowieso kaum elektrische Infrastruktur gibt. Dort sind Insellösungen mit PV/Wind der beste Weg.
Natürlich muss das ganze auch staatlich unterstützt werden.

Und weg mit allen Förderungen für nicht erneuerbare Energien..

Dune-

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Zitat aus einem Post von ccr
Österreich verdankt seinen Wohlstand ausschließlich der Ausbeutung armer Länder, und die wachsende Mittelschicht in China, Indien oder Vietnam verdankt ihren Aufstieg - keine Ahnung wem.

Von der Sklaverei, zum Kolonialismus, zur Weltbank und der WTO, magst du jetzt ernsthaft behaupten die Weltwirtschaft wäre eine System welches auf Augenhöhe funktioniert und auf Chancengleichheit basiert? Man könnte jetzt mit Exportzöllen von Baumwolle, Nahrungsmittel und Rohstoffe und Subventionen auf der Gegenseite argumentierten, aber das Detail spar ich mir jetzt.

Glaubst du wirklich das ist eine Erfolgsgeschichte und die Verlierer sind halt dumm oder faul? Das ist ein Weltbild frei von Selbstreflexion und Empathie.

Ich hab einige Jahre in mehreren Ländern in Afrika verbracht und wenn ich sowas les kommt mir das kotzen. Wenn du in Darfur auf die Welt gekommen wärst, wärst du aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht so ein geiler Typ sondern eine arme Socke.

Wir werden daran scheitern dass Nationalstaaten das Problem nicht lösen können. Und es will keiner Zugeständnisse machen, weil immer der andere Schuld ist und was machen *könnte*

ccr


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Ach komm, nicht alle Probleme in Afrika sind ein Ergebnis des Kolonialismus. Aber wahrscheinlich ist auch die WTO und die CIA dran schuld, dass man in Hamburg oder Stockholm produktiver als in Neapel ist.
Südkorea hat sich den Wohlstand auch nicht in den letzten 50 Jahren erarbeitet, sondern im Lotto gewonnen.

Dune-

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Habe ich nie behauptet, aber wir profitieren davon kaputte Strukturen zu tragen und unterstützen. Aber die anderen Argumente stehen auch noch, auch wenn du dir eins rauspickst.
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